Mahnmal für `Euthanasie-Opfer stärkt Erinnerung an NS-Verbrechen

Mahnmal für `Euthanasie-Opfer stärkt Erinnerung an NS-Verbrechen

Nach Abschluss des Gestaltungswettbewerbs für einen Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde hat das Preisgericht den Entwurf von Ursula Wilms, bestehend aus einer 30 Meter langen blauen Glaswand, zur Realisierung in der Tiergartenstraße in Berlin empfohlen.

Hierzu erklärte Kulturstaatsminister Bernd Neumann: „Der Bund wird die Neuausrichtung des Gedenkortes finanzieren. Der prämierte Wettbewerbsentwurf schafft einen würdigen Rahmen des Erinnerns und Gedenkens an die Opfer der verbrecherischen nationalsozialistischen ‚Euthanasie‘-Morde. Mit der Realisierung des Mahnmals am historischen Standort tragen wir zudem dafür Sorge, dass die Aufarbeitung der grausamen Verbrechen der Nationalsozialisten an Patienten aus Heil- und Pflegeanstalten als wichtiger Teil unserer Gedenkpolitik und Erinnerungskultur gestärkt wird. Dazu stellt der Bund Mittel aus meinem Haushalt in Höhe von 500.000 Euro zur Verfügung.“

Das Preisgericht hat unter Vorsitz von Prof. Donata Valentien am 23. November 2012 entschieden und den Entwurf von Ursula Wilms (Architektin BDA) mit Nikolaus Koliusis und Heinz W. Hallmann (Landschaftsarchitekt BDLA), Berlin, mit dem 1. Preis zur Realisierung empfohlen.

An dem geladenen Wettbewerb beteiligten sich 28 Arbeitsgemeinschaften aus Künstlern und Landschaftsarchitekten. Mitglieder der Jury waren auch Vertreter des Bundes und des Landes Berlin sowie des „Runden Tisches T4“.

Auslober des Gestaltungswettbewerbs ist das Land Berlin in Abstimmung mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. An der Planung und Umsetzung ist die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas unter Einbeziehung der Stiftung Topographie des Terrors beteiligt. Alle Wettbewerbsbeiträge werden bei freiem Eintritt vom 5. bis 16. Dezember im Sonderausstellungsbereich des Dokumentationszentrums der Stiftung Topographie des Terrors, Niederkirchnerstraße 8, 10963 Berlin präsentiert.

Das Denkmalprojekt geht auf einen Beschluss des Deutschen Bundestages vom 10. November 2011 (Drucksache 17/5493) zurück. Dieser sieht die Errichtung eines Gedenkorts für die Opfer der NS-„Euthanasie“-Morde in der Tiergartenstraße 4 in Berlin vor. Dort befand sich die koordinierende Dienststelle, die von Januar 1940 bis August 1941 mit der sogenannten „Aktion T4“ die Massenmorde an Psychiatriepatienten organisierte.

 

Quelle: bundesregierung.de
Bild-Quelle: Flickr / Stephan Röhl / Staatsminister Bernd Neumann


26.11.2012