Eine Sternstunde der Ignoranz im DLF: "Wir kennen die Hintergründe nicht, wir wissen es jedenfalls nicht."

Eine Sternstunde der Ignoranz im DLF:

"Wir kennen die Hintergründe nicht, wir wissen es jedenfalls nicht."




In einem Interview im Deutschlandfunk wird Israels Botschafter in Deutschland nicht etwa zu den verschleppten Jugendlichen befragt, sondern viel mehr zeigt sich Dirk Müller besorgt über das Vorgehen der Israelis bei der Fahndung und die möglichen negativen Folgen für die Palästinenser. Eine Sternstunde journalistischer Ignoranz.

Nichts gegen hart geführte Interviews. Es ist die Aufgabe und die Pflicht aller guten und ernstzunehmenden Journalisten das interviewte Subjekt mit harten Fragen und kontroversen Thesen aus der Reserve zu locken. Nur so kann ein Interview für den Leser, Zuhörer oder Zuschauer auch interessant und informativ sein und zu neuen Erkenntnissen führen. Das beste Beispiel hierfür ist das berühmte Frost-Nixon-Interview.

Daher ist an dem Interview von Dirk Müller im Deutschlandfunk mit dem israelischen Botschafter in Deutschland, Yakov Hadas-Handelsmann, ersteinmal nichts auszusetzen. Da wo Frost jedoch mit lückenlosem Hintergrundwissen und legendärer Fragetechnik Nixon überrumpelte, glänzt Müller mit einer Kombination aus Ahnungslosigkeit, Ignoranz und substanzlosen Unterstellungen.

Eingeleitet wird das Gespräch wie folgt:

“Sie suchen nach den drei Jungen, haben über 40 Palästinenser bereits festgenommen, ein Palästinenser ist bei Protesten nördlich von Ramallah offenbar erschossen worden. Israelische Kampfflugzeuge haben auch wieder Ziele im Gazastreifen bombardiert.”

Gleich zu Beginn diskredetiert sich Müller selbst. Wenn man einen Zusammenhang zwischen der Suchaktion in der Westbank und den gezielten Gegenangriffen in Gaza herstellt, dann zeugt das von einer beeindruckenden Ignoranz.

Nach dem Müller den Botschafter drei Mal fragt, ob er nicht vielleicht doch der Aussage zustimmen würde es sei “Krieg” was Israel aktuell unternehme um die verschleppten Jugendlichen zu finden, legt er mit seiner nächsten Frage nicht nur seine komplette Ahnungslosigkeit an den Tag, sondern auch einen ekelhaften Zynismus:

“Wie ist das bei Ihnen persönlich, Herr Hadas-Handelsman? Ist das für Sie ein mulmiges Gefühl so im Bauch, wenn man mit einem Großaufgebot sucht im Westjordanland? Man hat keine Beweise, hat offenbar keine eindeutigen Hinweise, wir jedenfalls wissen nichts davon, und jetzt steht schon fest, bevor man zum Erfolg gekommen ist bei dieser Suche, dass es die Hamas war?”

Wahrlich bemerkenswert ist die gesamte Fragekonstruktion. Denn wenn schon ein Deutscher Qualitätsjournalist keine “Beweise” oder “eindeutige Hinweise” besitzt, dass X für Y verantwortlich sei, dann kann es sich nur um ein Irrtum oder einer Überreaktion handeln. In diesem Fall, die der Israelis.

Denn auch für Müller und im DLF gilt das, was in Deutschen Medien Dogma ist: Israel ist der Aggressor!

Selbst dann, wenn palästinensische Terroristen seit 2013 64 Entführungsversuche unternommen haben.
Selbst dann, wenn drei israelische Teenager entführt werden.
Selbst dann, wenn Israel jahrelang aus Gaza mit Raketen beschossen wird.
Selbst dann, wenn die Hamas weiterhin für die Vernichtung des Staates Israel aufruft.
Selbst dann, wenn die Hamas zu Entführungen israelischer Staatsbürger aufruft.
Selbst dann, wenn die Hamas zum Mord an allen Juden weltweit aufruft.

Was ist aber mit dem “Palästinenser” der “bei Protesten nördlich von Ramallah offenbar erschossen” wurde? Nun, da die Maßstäbe die Dirk Müller an Israelis setzt, für ihn selbst nicht gelten, erläutert er im späteren Verlauf des Gesprächs die Grundlagen dieser Behauptung so:

“Wir kennen die Hintergründe nicht, wir jedenfalls wissen es nicht.”

 

Das, Herr Müller, wurde im Laufe des Gesprächs mehr als deutlich!

 

Die Meshuggestan-Protokolle - Foto: Während man im "Deutschlandfunk" scheinbar eher weniger Gedanken um das Schicksal der entführten Jugendlichen macht, forderten gestern am Brandenburger Tor in Berlin junge Aktivisten: "Bring back our Boys" (Foto: privat)

 

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Mittwoch, 18 Juni 2014