Angefeuert von UNO und Karry: Der palästinensische Dschihad gegen Israel

Angefeuert von UNO und Karry:

Der palästinensische Dschihad gegen Israel


Die palästinensische islamistische Bewegung Hamas, die gerade den 29. Jahrestag ihrer Gründung feierte, lässt keine Gelegenheit aus, ihre erklärte Daseinsberechtigung hinauszuposaunen: den Dschihad (heiligen Krieg) mit dem Ziel der Zerstörung Israels. Das sollten diejenigen beachten, die behaupten, die Hamas bewege sich in Richtung Pragmatismus und Mässigung.

von Khaled Abu Toameh, Gatestone Institute

 

Vergangene Woche gingen Zehntausende Palästinenser auf die Strasse und beteiligten sich an Kundgebungen zum Jahrestag der Gründung der Hamas. Wie in den vergangenen Jahren wurden die Kundgebungen unter dem Motto des Dschihad und des "bewaffneten Widerstands" bis zur Befreiung ganz Palästinas, vom Jordan bis zum Mittelmeer, abgehalten. Eine weitere Botschaft wurde auf den Versammlungen laut und deutlich vorgetragen: die Hamas wird das Existenzrecht Israels niemals anerkennen.

 

Auch in diesem Jahr dienten die Kundgebungen einmal mehr zur Erinnerung an die ungeheure Popularität, die die Hamas immer noch bei den Palästinensern geniesst – nicht nur im Gazastreifen, sondern auch im Westjordanland, wo die Anhänger der islamistischen Bewegung den Anlass ebenso feierten, wenngleich aus Furcht vor der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) und der israelischen Armee in etwas kleinerem Massstab und leiser.

 

Khalil Al-Haya, ein hoher Hamas-Vertreter, verkündete in einer Rede vor Anhängern im Gazastreifen die Strategie seiner Bewegung, nämlich die Fortführung des Kampfes bis zur Vernichtung Israels. "Wir werden Israel nicht anerkennen, weil es unweigerlich verschwinden wird", erklärte er.

 

"Und wir weichen nicht von der Option des bewaffneten Kampfes bis zur Befreiung ganz Palästinas ab. Seit ihrer Gründung war die Hamas – und das wird sie auch bleiben – eine palästinensische islamische nationale Widerstandsbewegung, deren Ziel die Befreiung Palästinas und der Kampf gegen das israelische Projekt ist. Die Befreiung des Gazastreifens ist nur der erste Schritt hin zur Befreiung Palästinas – ganz Palästinas. Es gibt für das israelische Gebilde keine Zukunft in unserem Heimatland."

 

Wenn Hamas-Führer über die "Befreiung" des Gazastreifens sprechen, meinen sie den vollkommenen, einseitigen Abzug der Israelis aus diesem Gebiet im Jahr 2005. Die Hamas und viele Palästinenser haben den kompletten Rückzug aus dem Gazastreifen niemals als Geste Israels betrachtet. Auch haben sie den Abzug niemals als Zeichen gesehen, dass Israel nicht mehr daran interessiert ist, das Leben von fast zwei Millionen im Gazastreifen lebenden Palästinensern zu kontrollieren.

 

Im Gegenteil, die Hamas und viele Palästinenser sehen im Rückzug Israels aus dem Gazastreifen ein Zeichen der Schwäche. Dabei ist es genau dieser Rückzug, der der Hamas zum Sieg bei den Parlamentswahlen 2006 verhalf, als sie für sich beanspruchte, Israel mit Selbstmordanschlägen und Raketen aus dem Gazastreifen vertrieben zu haben. Damals verleitete diese Aufgabe von Land viele Palästinenser dazu, die Hamas zu wählen. Es erklärt auch, warum viele Palästinenser weiterhin die Hamas unterstützen – weil sie immer noch glauben, Gewalt sei das Mittel, Israel zu besiegen.

 

Viele Palästinenser sehen die Konzessionen, Gesten und einseitigen Entgegenkommen Israels eher als Beweis für eine Kapitulation, denn als positive Zeichen für die friedlichen Absichten Israels. Diese "Konzessionen für den Frieden" durch Israel steigern den Appetit der Palästinenser auf bewaffnete Angriffe auf Israel. Heute sind viele Palästinenser davon überzeugt, dass sie mit Messerattacken, Autoanschlägen und bewaffneten Angriffen mehr erreichen können, als wenn sie sich mit Israel an den Verhandlungstisch setzen.

 

Der in Katar ansässige Hamas-Führer Khaled Mashaal nutzte den Jahrestag, um einmal mehr alle an die wahren Ziele seiner Bewegung zu erinnern. Im TV-Netzwerk Al-Jazeera, das als Plattform der Muslimbruderschaft dient (die Hamas ist ein Ableger der Muslimbruderschaft) verkündete Mashaal:

 

"Wir schreiten mit unserem Widerstand voran, um unser nationales Ziel durchzusetzen ... Wir freuen uns darauf, Palästina zu befreien und die Al-Aqsa-Moschee zu reinigen und sie vor Teilung und Zerstörung zu schützen. Ausserdem wollen wir den Flüchtlingen eine Rückkehr in ihr Heimatland ermöglichen und unsere Gefangenen aus den israelischen Gefängnissen befreien."

 

Wenn er davon spricht, die Al-Aqsa-Moschee zu "reinigen", bezieht sich der Hamas-Führer auf Besuche von Juden auf dem Tempelberg. Die Hamas und die Palästinensische Autonomiebehörde haben diese Besuche dazu genutzt, ihre Leute gegen Israel aufzuhetzen. Sie behaupten, jüdische Besucher "entweihten" die heilige Stätte und fordern, Juden sollten den Bereich nicht betreten dürfen. Diese Worte spiegeln jene von Präsident Abbas wider, der sagte, Palästinenser würden Juden nicht erlauben, die Al-Aqsa-Moschee "mit ihren schmutzigen Füssen zu entweihen" (obwohl kein Jude die Moschee selbst betreten hat).

 

Mashaal, der in den vergangenen Jahren wie ein König in Katar gelebt hat (dem Land, das der wichtigste Förderer der Muslimbruderschaft ist), betonte weiter, dass die Hamas "ihre Strategie der Befreiung Palästinas nicht geändert hat." Darüber hinaus sagte er: "Militärische Arbeit bleibt weiter das Rückgrat der Befreiung." Die Hamas, so fügte er hinzu, "glaubt weiter an die vollständige Befreiung Palästinas und dass der Dschihad und der Widerstand die einzigen Mittel sind, die Besatzer hinauszuwerfen und Palästina und die heilige Al-Aqsa-Moschee zu befreien." Mashaal zufolge hofft die Hamas weiterhin auf die militärische, finanzielle und politische Unterstützung der arabischen und islamischen Staaten, einschliesslich des Iran, um ihr Ziel, die Zerstörung Israels, zu erreichen.

 

Der bewaffnete Flügel der Hamas, die Kassam-Brigaden, brüstete sich bei dieser Gelegenheit damit, dass 22 ihrer Männer seit Anfang 2016 getötet worden seien, als sie sich auf den nächsten Krieg mit Israel vorbereiteten. Die meisten der Hamas-Leute starben, als Tunnel, in denen sie arbeiteten, einstürzten. Die Hamas baut weiter neue Tunnel und setzt diejenigen, die während des letzten Krieges mit Israel 2014 zerstört wurden, instand. Die Hamas gibt an, sie wolle diese Tunnel künftig nutzen, um Israel zu infiltrieren und israelische Zivilisten oder Soldaten zu töten oder zu kidnappen.

 

Ironischerweise sind die Führer der Hamas nicht zögerlich wenn es darum geht, sich selbst als Opfer darzustellen, während die Hamas ihren unablässigen Vorbereitungen für einen Krieg gegen Israel nachgeht, und vor angeblichen israelischen Plänen zum Beginn einer "neuen Aggression" gegen die Palästinenser zu warnen. Die Hamas glaubt, Israel habe kein Recht, sich gegen Raketen und Terrorattacken zu verteidigen. Sie betrachtet sogar die Selbstverteidigung Israels als "terroristischen Akt".

 

Nehmen wir beispielsweise die jüngste Aussage des Hamas-Sprechers Fawzi Barhoum. In einer Verurteilung der US-Hilfen für Israel sagte Barhoum, die militärischen und finanziellen Hilfen für Israel stellten "eine offizielle Unterstützung von Terrorismus" dar.

 

Das ist gewissermassen die Botschaft der Hamas an die neue US-Regierung: Beendet die Unterstützung Israels mit Waffen und Geld, weil das unserem Ziel, Israel zu zerstören, im Wege steht. Als weiteres Zeichen, das die laufenden Vorbereitungen der Hamas auf einen Angriff auf Israel offenlegt, hielt die Bewegung eine Militärübung mit scharfer Munition im nördlichen Gazastreifen ab. Die Übung simulierte unter anderem einen feindlichen Einfall in eine zivile Siedlung. Die Hamas sagte, die Übung sei das Ergebnis von 380 Stunden ununterbrochenen Trainings ihrer "Spezialeinheiten".

 

Reden und Handlungen der Hamas lassen keinen Zweifel an deren Absichten. Neunundzwanzig Jahre nach ihrer Gründung glaubt eine trotzige Hamas weiterhin, Israel könne und müsse zerstört werden. Der Traum, Israel auszulöschen, schlummert in vielen Palästinensern, wie man an den hohen Teilnehmerzahlen bei den Kundgebungen der Hamas sehen konnte.

 

Wenn es um Israel geht, sind sich die Hamas und die Palästinensische Autonomiebehörde einig. Das Gerede der Hamas vom Dschihad gegen Israel passt genau zur Rede von Abbas vor dem 7. Kongress der Fatah, der vor zwei Wochen in Ramallah stattfand. "Was bisher erreicht wurde, ist ein kleiner Dschihad und der grosse Dschihad wartet noch auf uns", erklärte Abbas.

 

Abbas' Beratern zufolge bezog sich der PA-Präsident auf eine andere Art Dschihad – einen, bei dem es um seine laufenden Versuche auf internationaler Ebene geht, Israel zu isolieren und zu delegitimieren und es zu weitreichenden Konzessionen gegenüber den Palästinensern zu zwingen. Abbas' diplomatische Kriegführung gegen Israel begann vor einigen Jahren mit den Versuchen der PA, internationalen Institutionen beizutreten und die einseitige Anerkennung eines palästinensischen Staats in der UN zu erreichen. Sein Fernziel ist, dass die internationale Gemeinschaft Druck auf Israel ausübt, sich völlig hinter die Linien von vor 1967

zurückzuziehen. Abbas möchte mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft einen palästinensischen Staat errichten und nicht durch direkte Verhandlungen mit Israel. Er ist überzeugt, sein "diplomatischer Dschihad" gegen Israel sei nicht weniger effektiv als der terroristische Dschihad der Hamas.

 

Dieses Gerede Abbas' über "kleinen" und "grossen" Dschihad kommt zu einem Zeitpunkt, da sich Abbas und die Hamas gegenseitig umwerben. Einige Berichte legen nahe, dass Abbas vor Kurzem in einem weiteren Versuch, die Streitigkeiten zwischen den beiden Seiten zu beenden, versöhnliche Botschaften an die Hamas gesandt hat. Er und Khaled Mashaal stehen in regelmässigem Telefonkontakt und beide wünschen sich ein Ende des Konflikts herbei. Die Berichte legten sogar nahe, die beiden rivalisierenden Parteien bereiteten sich möglicherweise auf eine Wiederaufnahme ihrer "Versöhnungs"gespräche in Doha unter dem Patronat von Katar vor. Im vergangenen Oktober traf sich Abbas im Rahmen seiner Wiederannäherung an die islamistische Bewegung in Doha mit Mashaal und einem weiteren Hamas-Führer, Ismail Haniyeh. Die Begegnung soll in herzlicher Atmosphäre stattgefunden haben und einige palästinensische Berater weisen auf eine Verbesserung der wechselseitigen Beziehungen hin.

 

Doch auch wenn es Abbas gelingt, eine Versöhnung mit der Hamas herbeizuführen, sollte dieser Schachzug nicht als Zeichen des Pragmatismus der islamistischen Bewegung gesehen werden. Die Hamas will unter keinen Umständen ihre Strategie der Zerstörung Israels und dessen Ersetzung durch einen islamistischen Staat aufgeben. Die eigenen Worte der Bewegung an ihrem Jahrestag liefern den besten Beweis für diese Absicht. Man muss den Hamas-Führern zugutehalten, dass sie zumindest vollkommen ehrlich sind, was ihr Engagement für Israels Zerstörung angeht. Abbas wird garantiert nicht versuchen, die Hamas von diesem fundamentalen Ziel abzubringen. Soweit es also die Hamas betrifft, bedeutet Versöhnung, dass Abbas näher an die islamistische Bewegung heranrückt, nicht umgekehrt.

 

Tatsächlich scheint Abbas zu glauben, dass der Dschihad der Hamas und der seine einander ergänzen. So wird die Hamas ihren mörderischen Dschihad weiterführen, während Abbas weiter seinen "diplomatischen Dschihad" gegen Israel fortsetzt. Aus seiner Sicht wird der Terrorismus der Hamas nur den Druck auf Israel, zu kapitulieren, erhöhen. In diesem Punkt hat Abbas einen Verbündeten in der Hamas: mehr und mehr Arten des Dschihad sollen Israel in die Knie zwingen.

 

 

 

Khaled Abu Toameh ist ein preisgekrönter arabisch-israelischer Journalist und TV-Produzent. - Übersetzt von Audiatur Online / Foto: (Foto Screenshot Propagandavideo der Hamas auf Youtube)


Freitag, 30 Dezember 2016





Ist doch klar, für die Hamas (oder Moslems) gibt es nur Stärke oder Schwäche und der Abzug ist für sie Schwäche. Antworten wie die an den Senegal nach der UNO-Abstimmung werden eher verstanden.

Sprich leise und höflich, aber trage stets einen dicken Knüppel bei dir. (Zitat von Theodor Roosevelt). Ein wunderbarer Aphorismus, wie eine wehrhafte Demokratie sich verhalten sollte.