Raw Frand zu Parschat Jitro: Von der Wichtigkeit, eine Mission zu haben

Raw Frand zu Parschat Jitro:

Von der Wichtigkeit, eine Mission zu haben


An diesem Shabbat lasen wir die Paraschat Jitro aus der Torah. Raw Frand erläutert Aspekte dieser Parascha und ihrer Bedeutung. Heute lesen Sie den ersten Kommentar zur Paraschat.

Von der Wichtigkeit, eine Mission zu haben

Der Vers besagt: „Und ihr sollt für mich ein Königreich von Priestern und ein

heiliges Volk sein. Dies sind die Worte, die du zu den Kindern Israels sprechen sollst." [Schemot 19:6]. Dieser Vers wird an der zeitlichen Schwelle zur Übergabe der Thora erwähnt - der Offenbarung G-ttes am Berg Sinai. Raschi kommentiert den Satzteil „Dies sind die Worte“ mit der Erklärung „nicht mehr und nicht weniger“.

Was sagt uns Raschi hiermit? Mein guter Freund, Rabbi Ja’akow Luban, teilte mit mir den folgenden Gedanken - zusammen mit einer Geschichte:

Dies ist der vielleicht verheissungsvollste Moment in der Geschichte des jüdischen Volkes. Sie stehen kurz davor, die Thora zu empfangen. Sie wissen nicht viel über die Thora. Mosche Rabbejnu schickt sich an, eine grosse Ansprache zu halten - kurz vor der Empfangnahme der Thora. Dies wird die grösste Rede seines Lebens! Was soll er ihnen sagen? Man könnte meinen, er solle ihnen erzählen, was die Thora ist, was Mizwot sind, was die Thora ausrichten kann, was Mizwot bewirken können. Es hätte eine stundenlange Predigt werden können!

G-tt sagte zu Mosche, er solle dem Volk aber folgendes sagen: Sie sollen für mich ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. Das war’s! Im Hebräischen sieben Worte - nicht mehr und nicht weniger. Was hat das zu bedeuten?

Das Folgende ist eine wahre Geschichte: Es gab eine Familie in Jerusalem, deren Kind schwerbehindert war. Die Eltern kamen zu Rabbi Schlomo Salman Auerbach, um die Internierung ihres Sohnes in ein Heim zu besprechen. Wo sollten sie ihn hinbringen? Wie sollten sie es ihm sagen? (usw., usf.) - Der Sohn wollte nicht gehen. Rabbi Auerbach fragte die Eltern: Habt ihr es mit eurem Sohn besprochen? - Sie sagten: „Wir können es nicht mit ihm besprechen. Er es ist geistig beschränkt.“

Rabbi Auerbach bestand jedoch darauf. Ihr könnt ihn nicht einfach in einem Heim absetzen. Ihr müsst es zuerst mit ihm besprechen. Rabbi Auerbach sagte zu den Eltern: „Ich möchte den Jungen sehen.“ - Also brachten sie den Jungen zum Rabbi. Der grosse Rabbi fragte den Jungen: „Wie heisst du?“ - Der Junge sagte ihm seinen Namen. Rabbi Auerbach sagte zu dem Jungen: „Mein Name ist Schlomo Salman. Ich bin einer der Gedolej Ha’Dor (einer der grossen Thora-Gelehrten dieser Generation). Du wirst jetzt auf eine spezielle Schule kommen. Doch es gibt niemanden in dieser Schule, der überwacht, ob die Kaschrut (das jüdische Speisegesetz) eingehalten wird und alles rechtmässig abläuft. Ich mache dich zu meinem persönlichen Assistenten, um danach zu schauen, dass alles in der Schule koscher ist und mit rechten Dingen zugeht. Und ich gebe dir Semicha (Rabbiner-Diplom bzw. Ordination) und du bist von jetzt an ein Rabbiner. Ich möchte, dass du allen Leuten dort sagst, dass Rabbi Schlomo Salman Auerbach – einer der Gedolej Ha’Dor - dich zu seinem persönlichen Gesandten gemacht hat, um zu schauen, dass alles richtig abläuft.“

Sie brachten den Jungen in das Heim. Einige Wochen später, als die Eltern den Jungen über Schabbes nach Hause nehmen wollten, sagte er: „Ich kann nicht fortgehen. Rabbi Schlomo Salman hat mir gesagt, ich trage hier eine Verantwortung. Ich bin der Maschgiach (geistige Aufseher). Ich muss mich um vielfältige Dinge kümmern.“ Der Junge wollte nicht über Schabbes nach Hause kommen.

Was hatte Rabbi Auerbach getan? - Er gab dem Jungen eine Mission. Als der Junge den Auftrag erhalten hatte, sagte er: „Dem muss ich gerecht werden.“ Er kannte seinen Auftrag und wusste um die Wichtigkeit dieser Mission.

Mosche Rabbejnu sagt dem jüdischen Volk: Ich habe hier nicht vor, euch von Thora und Mizwot zu erzählen. Ich werde euch lediglich eine Mission überbringen: „Ihr sollt für mich ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein.“ Das ist euer Auftrag. Der Weg, ihn zu erfüllen, führt über etwas, das sich „Thora“ nennt. Wenn ihr die Thora bekommt, werdet ihr in der Lage sein, diese Mission auszufüllen. Doch das Einzige, was ihr jetzt wissen müsst, ist das Ziel des Ganzen - die ultimative Mission. Diese lautet: „Ihr sollt für mich ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein.“ Nicht mehr und nicht weniger. Dies ist die Einführung zur Übergabe der Thora.

 

 

 

 

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Freitag, 17 Februar 2017






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