[Jüdisches Kalenderblatt] Donnerstag, 18. Adar 5777 - 16. März 2017

[Jüdisches Kalenderblatt] Donnerstag, 18. Adar 5777 - 16. März 2017


Das jüdische Kalenderblatt mit Gedanken zum Tag, Hinweisen zur haLacha, zu Tradition und Leben im Judentum. Ein hilfreicher Ratgeber durch das jüdische Jahr.

[Jüdisches Kalenderblatt] Donnerstag, 18. Adar 5777 - 16. März 2017

Tages- Halacha

Halachot rund um den Seder

Die Simanim der Sederschüssel und ihre Gründe

Es ist eine Mitzwa, die Hagada zu sagen, während sich die ‚Esswaren‘, mit denen man die Mitzwot des Sederabends erfüllt, vor den Anwesenden befinden. So sagt man in der Hagada: „Und du wirst deinem Sohn an diesem Tag sagen: Deshalb hat Haschem für mich so gehandelt, als ich Mizrajim verliess!“ Chasal sagen darauf: „Deswegen – Ich (Haschem) sagte es Dir, während Mazza und Maror vor dir liegen.“

Da das Bet Hamikdasch heute leider zerstört ist, ordneten die Chachamim an, dass während dem Sagen der Hagada zwei zusätzliche gekochte Speisen vor den Anwesenden liegen sollen. Eine Speise als Andenken an das Korban Pessach und die andere Speise als Andenken an das Korban Chagiga. Es ist schon seit vielen Generationen Brauch, dass die eine gekochte Speise von dem Teil eines Tieres stammen soll, der ‚Sero’a‘ genannt wird, als Andenken an den ‚Sero’a Netuja – den ausgestreckten Arm‘ von Hkb“H beim Auszug aus Mizrajim. Bei der anderen gekochten Speise nimmt man ein Ei. Einerseits nehmen wir das Ei, um auszudrücken, dass der Ewige den ‚Eigenwillen‘ hatte, uns aus Mizrajim zu befreien. (In Aramäisch wird für ‚Ei‘ und ‚Willen‘ dasselbe Wort benützt.) Andererseits ist es auch ein Zeichen der Trauer, dass wir kein Bet Hamikdasch haben und es uns nicht möglich ist, die Korbanot Pessach und Chagiga darzubringen.

Im Schulchan Aruch (Siman 473.4) steht: „Man bringt vor den Hausherrn eine Schüssel, in der sich drei Matzot, Maror, Charosset, Karpas oder ein anderes Gemüse, (Essig oder Salzwasser) und zwei gekochte Speisen – eine als Andenken an das Korban Pessach und die andere als Andenken an das Korban Chagiga – befinden.“

Schaarei Jeme Hapessach von Raw Tschesner schlita.

  • Diese Halachot dienen als Hinweise. Für halachische Fragen, sollte ein Rabbinat angefragt werden.

 

Tages- Wort

In der Parscha finden wir, wie Mosche Rabenu zu Hkb“H sagte: ' 'ואם אין מחני נא מספרך אשר כתבת – ‚Und wenn nicht (falls Haschem nicht dem Klall Jisrael verzeiht), entferne mich aus Deinem Buch, das Du geschrieben hast.‘

Raschi fügt darauf hinzu, dass Mosche Rabenu nicht wollte, dass die Menschen meinen, er war es nicht würdig, dass Haschem Seine Tefilla erhört.

Wie kann dies verstanden werden? Mosche Rabenu war doch der bescheidenste Mensch auf Erden, weshalb sollte es ihn dann stören, wenn man dies über ihn denkt?

Der בית אהרון erklärt, dass Mosche Rabenu sich wirklich als minderwertige Person betrachtete. Er wollte nicht, dass irgendein Geschöpf auf der Welt meint, dass Haschem die Tefilla eines minderwertigen Menschen nicht anhört! Es muss klar sein, dass Hkb“H selbst die Tefilla eines ‚einfachen Menschen‘ wie Mosche Rabenu sich selbst betrachtete, erhört!

 

Tages- Gedanken

Im בית אהרון steht:

„In gleicher Weise, wie man durch die Asche der ‚Para Aduma‘ rein wurde, wird man heutzutage auch durch das Leinen der Parschat Para gereinigt – jede Person laut ihrer Stufe der Heiligkeit.“


Donnerstag, 16 März 2017