Wenn manche Deutsche Juden malen: DIG kritisiert diffamierende Zeichnung - Beschwerde beim Deutschen Presserat gegen die „Süddeutsche Zeitung“

Wenn manche Deutsche Juden malen:

DIG kritisiert diffamierende Zeichnung - Beschwerde beim Deutschen Presserat gegen die „Süddeutsche Zeitung“




Nachdem die „Süddeutsche Zeitung“ in ihrer Ausgabe am 2. Juli eine Zeichnung publizierte, die Israel in „diffamierender und nicht akzeptabler Weise“ darstellt, hat sich die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) einer Beschwerde des American Jewish Committee beim Deutschen Presserat angeschlossen.

Wie DIG-Präsident Reinhold Robbe heute in Berlin mitteilte, bediene diese Zeichnung in einer erschreckenden Form antijüdische und antiisraelische Klischees. Diese besagte Zeichnung erinnere ihn, so Robbe, an menschenverachtende Karikaturen des von den Nazis herausgegebenen antisemitischen Hetzblattes „Der Stürmer“. Die ansonsten liberale und seriöse Süddeutsche Zeitung habe in diesem Fall gegen die elementaren Regeln des journalistischen Anstandes betonte Robbe.

Die DIG unterstreicht in diesem Zusammenhang die bereits von dem AJC geäußerte Kritik, nach der Israel in der Kombination von Bild und Unterschrift ausschließlich negativ etikettiert werde. Die in der SZ-Zeichnung veröffentlichte Gegenüberstellung eines Dienstmädchen („Deutschland“) mit dem Monster („Israel“) sei dämonisierend. Die Darstellung des Monsters würde entmenschlichen und bediene sich antisemitischer Stereotype. Darüber hinaus knüpfe die Darstellung Israels als raffgieriges und gefräßiges Monster an die antisemitische Verschwörungstheorie der jüdischen Allmacht an.

Aus diesen Gründen betrachte die DIG die Beschwerde gegen die Süddeutsche Zeitung geradezu als Verpflichtung, betonte Robbe. Gleichzeitig rief er die politisch Verantwortlichen und befreundeten Organisationen dazu auf, die Beschwerde beim Deutschen Presserat ebenfalls zu unterstützen.


Kommentar

von Izi Aharon

So manche Deutsche haben eine eigentümliche Wahrnehmung von Realitäten. Da inszenieren sie sich selber als „Opfer“ eines sogenannten „Bombenterrors“, weil sich die Völker Europas mit amerikanischer Hilfe doch tatsächlich den Vernichtungsplänen der selbsternannten „Herrenmenschen“ aus der deutschen Reichskanzlei zu widersetzen wagten und so gar nicht am „deutschen Wesen genesen“ wollten. Und wenn es um „den Juden“ geht, da fällt ihnen dann auch nur immer das gleiche Bild ein: Ein gefräßiges, abstoßendes Monstrum. Ganz neu ist die Art und Weise, wie die „Süddeutsche“ meint, Juden darstellen zu müssen, nicht – auch nicht für bundesdeutsche Verhältnisse, also für die Verhältnisse des nach Eigenwahrnehmung wieder gutgewordenen postnazistischen Deutschland. Schon im Sommer vergangenen Jahres versuchten sich deutsche Geistesgrößen darin, im Rahmen einer sogenannten „Beschneidungsdebatte“ Juden zu malen – heraus kam immer das selbe Bild: schwarzer Hut, Bart, schwarzer Mante, ein in die Höhe gehaltenes bluttropfendes Messer – und eine exorbitante Nase. Natürlich waren diese Karikaturen nicht identisch mit den Karikaturen in der urdeutschen Geistes- und Kulturzeitung „Der Stürmer“ - die im „Stürmer“ waren nämlich schwarzweiß. Und so manchem „Aktivisten“ in dieser „Debatte“ ging es eben nicht um Kinder – was die Frage aufwirft, worum es ihm oder ihr denn dann tatsächlich gegangen sein mag. Ähnlich gelagert ist es auch, zum Teil personenidentisch, in der vorliegenden Debatte, weswegen stets nur von der Fiktion „Palästina“, interessanterweise aber nie oder ganz selten um die Palästinenser geht. Würde es nämlich tatsächlich um die Palästinenser gehen, würden die vermeintlichen „Menschenrechtler“ darauf kommen, das Israel das einzige Land im gesamten Nahen und Mittleren Osten ist, in dem die Palästinenser Staatsbürger sein können mit den gleichen Rechten, mit eigenen Zeitungen und Fernseh- sowie Radiosendern, eigenen Parteien, der Möglichkeit der freien Arbeits- und Wohnortwahl, freier Religionsausübung und freier Meinungsäußerung – ganz im Gegensatz zur Situation in sämtlichen „arabischen Bruderstaaten“ und in den von den Terrororganisationen Fatah und Hamas besetzten Gebieten der sogenannten „Palästinensischen Autonomiebehörde“, einschließlich Gaza, wo die Palästinenser noch nicht einmal die Möglichkeit haben, zumindest an Pseudo-Wahlen teilzunehmen. Aber wenn es den „Aktivisten“ nicht um die Palästinenser geht, worum geht es ihnen dann? Ein Blick auf haßerfüllte Karikaturen und andere AgitProp-Materialien gibt Auskunft, worum es ihnen offenkundig tatsächlich geht …..

Nachsatz: Der Zeichner des Bildes, der das Bild ursprünglich ohne Bezug zu Israel oder Juden für die Zeitschrift "Feinschmecker" angefertigt hatte, zeigte sich laut Medienberichten über die Verwendung seines Bildes entsetzt.

 

 

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Autor: fischerde
Bild Quelle:


Montag, 08 Juli 2013






Auch ich (als "Urdeutscher") bin von dieser Art der Darstellung abgestoßen und fühle mich beleidigt. Sie sollten jedoch nicht diese Adjektive und Zuschreibungen verwenden. Den Stürmer als "urdeutsch" zu bezeichnen, ist ebenso diffamierend. Jedoch stimme ich mit Ihnen überein, dass in den deutschen Medien eine fatale Rechtslastigkeit in Bezug auf "Palästina" zu verzeichnen ist - noch schlimmer, wenn sich diese "Berichterstatter" auch noch Links nennen. Besonders abstoßend finde ich jedoch, dass Deutsche Medien ein "judenfreies" Palästina verlangen - das ist Stürmer-Niveau.



STÜRMERNIVEAU ist wohl treffender.

Einer verfehlten Gedenkkultur liegt es wohl nahe,

eigene Verfehlung auf andere -ausgerechnet die Nachkommen der ns-Opfer- zu projezieren, weil das eigene Ego unwillig ist

sich mit Schuld der Vorfahren zu betrüben.

Ja man darf sich im Rückblick auf geschehenes Schuldig fühlen, als DEUTSCHER!

Was den Tätern wohl eher nicht gelang könnten Nachkommen leisten. Solches ist schon vorgekommen un wird auch eine neue Haltung Israel gegenüber zeitigen.



@Matoni:

 

Izi hat den "Stürmer" mit den Worten "urdeutschen Geistes- und Kulturzeitung" beschrieben, ich denke es ist offensichtlich, das dies eine sarkastisch-ironische Formuliertung ist, zumal manche Deutsche sich als kollektives "Volk der Dichter und Denker" sehen. Was mich völlig desillusioniert hat, ist dieses "unheilbar gute Gewissen der Deutschen" (H. M. Broder), die sich, ich meine ganz konkret jene "Aktivisten", auch noch für besonders intellektuell und ethisch halten. Aber es ist ja bekannt: Man bestont das am meisten, worin man selber den größten Mangel hat. Auch bei der SZ herrscht ein unheilbar gutes Gewissen - und auch bei der SZ betont man gerne, wie "intellektuell man doch" sei .....