Berliner Manifest / Neuer Bundesvorstand / Resolutionen und Vorträge: Erfolgreicher Verbandstag des LSVD

Berliner Manifest / Neuer Bundesvorstand / Resolutionen und Vorträge:

Erfolgreicher Verbandstag des LSVD




Am Wochenende tagte in Berlin der 26. LSVD-Verbandstag. Schwerpunkt des
höchsten LSVD-Gremiums war die Diskussion des Berliner Manifests gegen
Homophobie und Transphobie. Eingeladen waren neben den Vertreterinnen und Vertreter der LSVD-Landes-

und Ortsverbänden, die LSVD-Mitgliedsgruppen und die LSVD-Mitglieder. Zu
den etwa 150 Teilnehmenden sprachen prominente und internationale Gäste.
Die Veranstaltung eröffnete die Berliner Senatorin für Arbeit,
Integration und Frauen, Dilek Kolat (SPD).

Berliner Manifests gegen Homophobie und Transphobie

Zur Einführung gab LSVD-Bundesvorstand Günter Dworek einen Bericht zur
aktuellen politischen Situation: „Die Lage ist ernst.“, stellte
Dworek fest. Zwar sind Homophobe in Deutschland heute eine Minderheit.
Aber sie haben angefangen, neu zu mobilisieren. Das Berliner Manifest
gegen Homophobie und Transphobie (Link:

Wahl des LSVD-Bundesvorstands

Turnusgemäß standen beim 26. Verbandstag auch Wahlen zu einem Teil des
Bundesvorstandes an. Annette Hecker und Uta Kehr mussten aus beruflichen
Gründen auf eine erneute Kandidatur verzichten und wurden mit großem
Bedauern und einem sehr herzlichen Dank für ihre Arbeit verabschiedet.
Neu gewählt wurden die Profisportlerin und Degenfechterin Imke Duplitzer
sowie Henny Engels, die Geschäftsführerin des Deutschen Frauenrats. Mit
ebenfalls großer Mehrheit wurden Axel Blumenthal, Manfred Bruns, Günter
Dworek und Martin Pfarr im Amt bestätigt. Bericht und Foto
(Link: http://lsvd.de/index.php?RDCT=1bf429edc985a695162b )

Christoph Strässer fordert mehr Engagement der Bundesregierung

Begeistert empfing der LSVD-Verbandstag den neuen Beauftragten für
Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe, Christoph Strässer.
Strässer zeigte das umfangreiche Engagement des Auswärtigen Amtes für
die Menschenrechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender auf
(Link: http://lsvd.de/index.php?RDCT=d52c920989a953f64429 ). Mit großer Sorge
betrachte man die Situation von Homosexuellen und Transgendern in den
Ländern, wo eine staatliche Kriminalisierung zu einer Gefahr für Leib
und Leben führen. Deckungsgleich mit der Position des LSVD sieht
Strässer hier Kürzungen von Mitteln in der Entwicklungshilfe nicht
unkritisch. Strässer äußerte sich aber auch zu dem aus seiner Sicht
ungenügenden Engagement der Bundesregierung bei der innenpolitischen
Gleichstellung: Was im Koalitionsvertrag der Bundesregierung zum Thema
Gleichstellung steht, so Strässer „ist vollkommen unbefriedigend“.
Und er machte deutlich: „Gerade in meiner Funktion kann ich mir nicht
vorstellen, dass ich Gesetzen, die die volle Gleichstellung von Lesben
und Schwulen fordern, nicht zustimme. Das können Sie später dann gerne
nachprüfen, denn das werden ja sicherlich namentliche Abstimmungen
sein“.

Die Bedeutung des EU-Parlaments für die Rechte von LGBT in Europa betonte
Bruno Selun vom Sekretariat der LGBT-Intergroup. Das EU-Parlament sei
eine treibende Kraft für die Rechte von Lesben und Schwulen. Alle
Abstimmungen zeigten eine klare politische Aufteilung: Die Abgeordneten
der europäischen Sozialdemokraten, der Grünen, Linken und Liberalen
stimmten stets für die Rechte von Lesben und Schwulen. Eine
überwiegende Anzahl von Abgeordneten der europäischen Konservativen und
Christdemokraten, die bislang die größte Fraktion im Parlament,
stellten sich regelmäßig dagegen. Die rechtspopulistischen EU-Gegner im
Parlament lehnen Gleichstellung besonders massiv ab. Es sei deshalb
elementar wichtig, dass sich die Bürgerinnen und Bürger aus
Deutschland, der stimmmächtigsten Wählergruppe der EU, aktiv an den
Wahlen beteiligen.

Der LSVD unterstützt das Anliegen mit einem Wahlaufruf und der Resolution
"Für ein Europa gegen Homophobie, Transphobie und Diskriminierung –
Die Europäische Union muss auch in Zukunft die Menschenrechte von
Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans– und Intersexuellen (LSBTI)
schützen" (Link: http://lsvd.de/index.php?RDCT=7ab7823afc980e636b4c )

Die Resolution "Katholische Kirche muss Worten auch Taten folgen lassen:
Verantwortung übernehmen für die Menschenrechte und gegen
Diskriminierung (Link: http://lsvd.de/index.php?RDCT=1eec56824de7c914fffe )"
wendet sich an die deutschen Bischöfe und die römisch-katholische
Kirche in Deutschland. Die Verantwortlichen werden aufgefordert, die
Ausgrenzung von Homosexuellen und Transgender zu beenden, sich in der
internationalen Arbeit gegen Verfolgung und Hass einzusetzen und die
Diskriminierung im Arbeitsrecht zu unterlassen.

Ausführliche Berichte über den Verbandstag Teil 1 (Link:
http://lsvd.de/index.php?RDCT=815053f1363728a3d0c7 ) und Teil 2
(Link: http://lsvd.de/index.php?RDCT=85a76991714d961f1e99 )

Alle Berichte und Resolutionen auch auf der Webseite (Link:
http://lsvd.de/index.php?RDCT=df84d7c4215bb1c3eb2c )26.
Verbandstag 2014 (Link:
http://lsvd.de/index.php?RDCT=1eae25c2715260d9f8fe )

 

LSVD Pressestelle - Foto: CSD-Parade in Berlin (Foto: von J�rg Kanngie�er from Germany (CSD Berlin 2007 - Partytruck 1  Uploaded by ZH2010) [CC-BY-SA-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons)

 

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Autor: fischerde
Bild Quelle:


Donnerstag, 10 April 2014