Amsterdam: Marokkanische Feindseligkeit gegen erkennbare Juden

Amsterdam: Marokkanische Feindseligkeit gegen erkennbare Juden





Dr. Manfred Gerstenfeld interviewt Alon Zomer (direkt vom Autor)

Bevor ich nach Israel kam, lebte ich in Buitenveldert, dem jüdischsten Viertel von Amsterdam. Ich ging auf jüdische Schulen und gehörte einer jüdischen Jugendorganisation an. Ich hatte hauptsächlich jüdische Freunde. Doch selbst in dieser Wirklichkeit war mir die antisemitische Bedrohung in den Niederlanden bewusst. Daher haben zum Beispiel aller Synagogen Wachen.

Alon Zomer wurde 1991 geboren und wanderte 2009 nach Israel ein. In den Niederlanden war er Kantor in einer Synagoge und gab Jungen Bar Mitzwah-Unterricht. Er benutzt ein Pseudonym, um die Sicherheit seiner Familie in den Niederlanden zu gewährleisten.

Ich trug immer eine Jarmulke, selbst in der Öffentlichkeit. Eine Weile arbeitete ich in der koscheren Metzgerei im Viertel Rivierenbuurt. Ich machte in dieser Gegend viele antisemitische Erfahrungen. Die Niederländer verfluchten mich oft oder starrten mich an. Einige Male gaben sie den Hitlergruß. Marokkanische Jugendliche machten das auch. Sie wurden allerdings auch manchmal gewalttätig.

Wenn ich verflucht wurde, sagte ich in der Regel nichts. Manchmal aber hatte ich ein Gefühl des „Niemand darf mich beleidigen“. Dann gab ich etwas zurück wie „Warum sagen Sie das?“ oder „Ich möchte von Ihnen nicht beleidigt werden“. Marokkanische Jugendliche können damit nicht umgehen. Sie glauben, wenn man ihnen antwortet, dann ist man ein „arroganter, dreckiger Jude“ oder so etwas.

Gelegentlich gewalttätig werden hauptsächlich Marokkaner. Glücklicherweise hatte ich eine Reihe Jahre lang Selbstverteidigungstraining. In Amsterdam gibt es viele Marokkaner. Wenn sie einen Marokkaner mit einem Juden kämpfen sehen, kommen sie und helfen dem Marokkaner, selbst wenn sie ihn nicht kennen. Alles, was man tun kann ist einen Angreifer ein- oder zweimal zu schlagen. Dann muss man wegrennen, sonst wird man schnell von Dutzenden Marokkanern umzingelt.

Wenn es gewalttätig wird, halten sich niederländische Zusehende raus. Sie schauen einfach zu. Manchmal finden sie das sogar lustig. Bestenfalls werden sie die Polizei rufen, wenn niemand sie dabei beobachtet. Sie werden niemals etwas wie „Lasst ihn in Ruhe“ sagen.

Wegen dieser Situation fühlte ich mich in Amsterdam regelmäßig unsicher. Wenn ich mich spät abends im Stadtzentrum befand, stellte ich immer sicher, dass ich nicht alleine war. Wann immer jemand auf mich zukam, war ich sofort auf der Hut. Es stellte sich dann oft heraus, dass es überhaupt keine Bedrohung gab. War ich alleine auf der Straße und sah eine Gruppe nicht westlicher Jugendlicher, fühlte ich mich unsicher. Leider war dieses Gefühl oft gerechtfertigt. Ich hatte keine Angst, aber es ist unangenehm, wenn man eine gewalttätige Auseinandersetzung erwartet. Besonders, wenn das in dem Land geschieht, in dem man geboren und aufgewachsen ist.

Eine der unangenehmsten Auseinandersetzungen fand statt, als ich eines Nachmittags im Zentrum Amsterdams war. Ich ging eine fast verlassene Straße entlang. Ein marokkanischer Jugendlicher sah meine Jarmulke und verfluchte mich. Ich ignorierte ihn. Dann verfluchte er mich und meine Familie und fügte hinzu, dass es schade sei, dass Hitler uns nicht alle umgebracht hatte. Das verletzte mich. Ich rief, er solle die Niederlande verlassen und in sein Heimatland gehen. Im Nachhinein war das, was ich sagte, nicht gerade klug, aber soll man immer einfach akzeptieren verflucht zu werden?

Seine Freunde begannen zu brüllen. Er versperrte mir den Weg und ließ mich nicht vorbei. Ich sagte ihm, er solle mich gehen lassen, dass es keinen Grund gab mich anzugreifen. Als ich versuchte an ihm vorbeizukommen, begann er mich zu stoßen und dann brachte er mich ins Stolpern. Ich stand schnell auf und war nervös. Rund acht Jugendliche umzingelten mich. Ich versuchte wegzulaufen. Einer der Jugendlichen griff mich und sagte, ich müsse mich entschuldigen, weil diese Straße für Juden verboten sei. Ich sagte, ich wollte keine Probleme machen und wollte nur weg und in Ruhe gelassen werden. Der Führer der Gruppe stieß mich kräftig nach hinten. Ich drehte mich um und schlug ihm in den Bauch und ins Gesicht. Er fiel zu Boden. Ich rannte weg, bevor sie mich zurückschlagen konnten. Zum Glück hatte ich gelernt schnell zu reagieren. Im Nachhinein hätte ich vielleicht bei der Organisation CIDI Beschwerde einreichen sollen; diese beobachtet Antisemitismus in den Niederlanden. Aber daran dachte ich damals nicht.

Ein paar meiner Freunde ein Amsterdam sind ebenfalls von Marokkanern angegriffen worden. Einer von ihnen fuhr tagsüber mit seinem Motorrad und trug eine Jarmulke. Vier Marokkaner verfluchten ihn. Er versuchte weiterzufahren, aber sie schlugen ihn und er musste ins Krankenhaus gebracht werden. Er hatte Glück und genas wieder. Ein anderer Freund, der mit einer Jarmulke auf dem Kopf zu Fuß unterwegs war, wurde mit einem Messer angegriffen und erhielt eine klaffende Wunde am Arm. Er hat immer noch eine Narbe.

Eine Reihe junger Juden, die ich kenne, haben wegen des Antisemitismus die Niederlande verlassen und sind nach Israel gegangen. In meinem Fall was das nicht der Antrieb. Ich kam nach Israel, weil ich glaube, dass Gott mich hier haben will.

 

Dr. Manfred Gerstenfeld ist Mitglied des Aufsichtsrats des Jerusalem Center of Public Affairs, dessen Vorsitzender er 12 Jahre lang war. - Erstveröffentlicht bei unserem Partnerblog Heplev / Foto: Synagoge in Rotterdam (Foto: Rijksdienst voor het Cultureel Erfgoed [CC-BY-SA-3.0-nl (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/nl/deed.en)], via Wikimedia Commons)

 

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Autor: fischerde
Bild Quelle:


Dienstag, 03 Juni 2014






Und bei dem gerade gelesenen soll man noch ruhig bleiben und irgendwas von Toleranz, Multikulti und friedlichen Zusammenleben der Völker predigen? Pfui Deibel!! Mir läuft gerade die Galle über, der Tag ist im Arsch.



Jetzt ist mir wenigstens klar warum die deutschen Medien den Wilders wegen seines Marokkanerspruches so verreißen, sieh an sieh an