Verkannte Heldinnen: Eine Kulturjournalistin im Einsatz

Verkannte Heldinnen: Eine Kulturjournalistin im Einsatz




“Unverfängliche Fragen, scheinbar. Scheinbar deshalb, weil Tuvia Tenenbom Fallen aufstellte, in die seine Gesprächspartner zwangsläufig hineintappen mussten.”
Thorsten Büker, Thüringische Landeszeitung

Wenn Sieglinde Geisel nicht gerade für die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) oder den deutschen Staatsfunk als “Kulturjournalistin” tätig ist, dann versucht sie, das kulturelle Leben in der deutschen Hauptstadt vorm Juden Tuvia Tenenbom Abgleiten in die Niveaulosigkeit zu bewahren.

Mitte Februar, ihr war zu Ohren gekommen, daß der Theaterbetreiber und Autor aus New York auf Einladung der Jüdischen Gemeinde in Berlin sein Buch Allein unter Deutschen vorstellen wolle, meldete sie als “Kollegin” sich bei einem Journalisten, der die Veranstaltung moderieren sollte und trug ihm einen Wunsch vor:

“In an email [..] Sieglinde introduces herself with, ‘I write to you as a colleague,’ and claims that Tuvia ‘put words in the mouth’ of interviewees. [..] [She] had found out that an actor and an actress would be reading that evening and she wanted to make sure that they don’t read a section in the book about cute anti-Semites parading as human-rights activists.”

Leider allerdings wußte die Jüdische Gemeinde zu Berlin das zweifellos edle Ansinnen Sieglinde Geisels nicht recht zu würdigen. Aber die Tugendwächterin h.c. ist ja noch “Kulturjournalistin”. Ist sie mit übler Nachrede kollegialen Hinweisen per E-Post nicht erfolgreich, so kann Sieglinde Geisel ja auch Seiten der NZZ vollschreiben.

Denn die läßt genau das mit sich machen, wie ein lautstark zurechtgewiesener Tuvia Tenenbom erfuhr, der es gewagt hatte, beim NZZ-Chefredaktor Markus Spillmann nachzufragen, ob der Aktivismus der Sittenwächterin die “Kulturjournalistin” nicht irgendwie befangen mache und sie daher möglicherweise ungeeignet sein könnte, Allein unter Deutschen zu besprechen.

Am 1. März erschien nun die “Rezension” der “Kulturjournalistin” unter dem schönen Titel “Erpressung mit Antisemitismusvorwurf“, in der Siegline Geisel sich mutig vor die Deutschen stellt, die ihr so sehr ans Herz gewachsen sind. Tuvia Tenenboms “Methoden”, heißt es da, “haben mit seriöser Recherche wenig zu tun”, und überhaupt könne der Autor nicht zählen:

“Achtzig Prozent der Deutschen seien Antisemiten, behauptet der amerikanisch-jüdische Autor Tuvia Tenenbom [..]. Konzentriert man sich beim Lesen auf die (oft stark verkürzten) Antworten von Tenenboms Gesprächspartnern, halten sich die antisemitischen Äusserungen allerdings in Grenzen. Grob geschätzt dürfte es sich bei etwa zwanzig Prozent der von Tenenbom zitierten Gesprächspartner tatsächlich um Antisemiten handeln [..].”

Unter den besonders Unschuldigen – Volkhard Knigge:                         

Und daraus, Schockschwerenot!, sei dann in der Originalausgabe des Buchs der Vorwurf gestrickt worden, “Knigge verstehe den Namen der Uganda-Bar als aktuelle Forderung, die Juden hätten nach Uganda gehen sollen”. Könnte die “Kulturjournalistin” lesen, wüßte sie, daß Tuvia Tenenbom Volkhard Knigge vorwirft, der wolle genau das nicht begreifen.

Das “T-Shirt der Uganda-Bar in Jerusalem ist kein Propaganda-T-Shirt”, behauptet der Gedenkstättenleiter denn auch noch immer, und die location zum T-Shirt sei nur “eine unter jungen Israelis beliebte Bar mit künstlerischen Veranstaltungen”. Und nicht mehr. Aber auch nicht weniger.

Die “Kulturjournalistin” hätte sich leicht darüber informieren können, wie glaubwürdig Volkhard Knigges Beteuerungen sind. “[T]he name alludes to the British’s idea to set up the modern Jewish state in Uganda”, schreibt ein ortskundiges Portal, “it’s your best bet for finding shaggy American ISM volunteers fighting against oppression one Taybeh at a time”, schwärmt ein anderes.

Doch solcherlei Nachforschungen haben die Sittenwächterin offenkundig überfordert. Was sie Tuvia Tenenbom vorwirft, betreibt sie in ihrer “Rezension” selbst. Ihre “Recherche” ist vieles, seriös indes ist sie gewiß nicht; und Sieglinde Geisel ist es, die Tuvia Tenenbom eine Behauptung unterstellt, die der gar nicht äußert.

Zu gratulieren ist dieser “Kulturjournalistin” schließlich zum ersten Kommentar unter ihrer “Rezension”. “Offensichtlich will Tenenbom den Antisemismus ankurbeln, damit das Geschäft mit der Erpressung wieder besser läuft”, schreibt ein Moritz Dortda ganz freiwillig auf, wie es in ihm denkt. Oder tappte er nun ihr in die geschickt aufgestellte Falle?

Zufälle gibt’s.

 

tw_24

 

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Autor: fischerde
Bild Quelle:


Dienstag, 05 Mrz 2013






So richtig kann ich mit dem Beitrag nichts anfangen.Nach meiner Ansicht basiert der deutsche Antisemitismus in den meissten Fällen auf Unwissenheit, Unkenntniss oder prekäre Blödheit.Ich habe da schon mehrfach erschreckende Beispiele erlebt.Aber wenn man mit den Leuten vernünftig reden kann(WENN!!!), kommt dann manchmal ein Aha-Erlebnis in Form wie"Das habe ich noch garnicht gewusst".Inwieweit unsere Qualitätsmedien zu dieser Unwissenheit beitragen ist ja wohl hinlänglich bekannt.

Shalom