Computer-Profis dauerhaft an die Polizei binden

Computer-Profis dauerhaft an die Polizei binden


Bei der Verfolgung von Straftaten, die über das Internet begangen werden, stößt die Polizei immer mehr an ihre Grenzen.

Nicht erst seit dem massenhaften sexuellen Missbrauch von Kindern auf einem Campingplatz in Lügde ist auch in der Öffentlichkeit bekannt, dass die Polizei nicht genügend Fachkräfte zur Verfügung hat, die mit den von den Tätern benutzten Programmiersprachen, Datenbank- und Verschlüsselungssystemen mithalten können. In einem Ende der vergangenen Woche Innenminister Herbert Reul (CDU) zur Verfügung gestelltem Positionspapier fordert die GdP deshalb, dass die Zahl der IT-Spezialisten in der Polizei nachhaltig erhöht wird.

Weil das mit eigenen Kräften nicht zu schaffen ist, schlägt die GdP vor, dass kurzfristig 75 zusätzliche Stellen für IT-Spezialisten bei der Polizei geschaffen werden. Sie sollen mit IT-Experten aus anderen Unternehmen und von Studieren mit einem einschlägigen Hochschulabschluss besetzt werden. Damit das gelingt, fordert die GdP, dass die bei der Polizei gezahlten Einkommen für Quereinsteiger aus der IT-Branche deutlich erhöht werden. Die bislang gezahlten Gehälter bis zur Entgeltgruppe 11 reichen dazu bei weitem nicht aus. Um die neuen IT-Spezialisten langfristig an die Polizei zu binden, fordert die GdP darüber hinaus, dass ihnen auch die Möglichkeit einer Verbeamtung angeboten wird. „Qualifiziertes Personal für die Bearbeitung von Cyberdelikten werden wir nur dann langfristig an die Polizei binden können, wenn wir ihnen eine bessere Bezahlung oder die Verbeamtung bieten“, sagte GdP-Vorstandmitglied Frank Schniedermeier heute gegenüber der WAZ. Der Dortmunder KK-Leister ist selber Mitglied der Arbeitsgruppe Cyberkriminalität der GdP.

Die 75 Stellen, die die GdP als Sofortprogramm zur Bekämpfung der Cyberkriminalität fordert, sollen über den Topf der 500 zusätzlichen Tarifbeschäftigten finanziert werden, die das Innenministerium der Polizei dieses Jahr ohnehin zur Verfügung stellen will. Weil Cyberkriminalität in allen größeren Polizeibehörden ein Problem ist, sollen die neuen IT-Spezialisten dezentral eingesetzt werden. Je drei Stellen sollen an die 16 Polizeibehörden gehen, die die Aufgaben einer § 2-Behörde nach der Kriminalhauptstellenverordnung wahrnehmen. Die sechs § 4-Behörden sollen zusätzlich jeweils zwei weiterte Stellen erhalten. Die übrigen 15 Stellen sollen an das LKA gehen.


Autor: GdP
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Mittwoch, 20 Februar 2019