Nürnberger Theater - Zur Woche der Brüderlichkeit 2019

Nürnberger Theater - Zur Woche der Brüderlichkeit 2019

Nrnberger Theater - Zur Woche der Brderlichkeit 2019


Wie erwartet und angekndigt hat der gegenwrtige deutsche Bundesprsident F.-W.Steinmeier an diesem Sonntag in Nrnberg die seit 67 Jahren alljhrlich im Rahmen Christlich Jdischer Verstndigung und Zusammenarbeit in der Bundesrepublik stattfindende Woche der Brderlichkeit erffnet.

Nrnberger Theater - Zur Woche der Brderlichkeit 2019

Von Dr. Rafael Korenzecher

Das ist gut und endlich auch mal eine schöne Meldung -- geradezu Balsam für unser, von den verstörenden Dingen, die hier sonst so täglich um uns herum geschehen, nicht gerade verwöhntes, man darf getrost sagen, Nachrichten-geschädigtes Gemüt.

Außerdem eröffnet er ja ständig irgendetwas, unser Bundespräsident. Warum also nicht auch eine „Woche der Brüderlichkeit“. An einer Überdosis brüderlicher Zuwendung leiden die hiesigen Juden in den übrigen 51 Wochen des Jahres ohnehin nicht. Dafür sorgen schon unsere -- besonders im letzten Jahrzehnt -- von der herrschenden Links-Bündnis-Politik erschaffene wundervoll bunte Gesellschaft mit ihren von der Polizei wohlwollend eskortierten Mut-machenden „Juden-ins-Gas“- Demos gewalttätiger muslimischer Judenhasser und der aus der Jauchegrube der Geschichte wieder verstärkt aufgetauchte Antisemitismus eines reaktiv zum hiesigen Politikversagen wachsenden rechten Randes.

Last not least ist der erste Diener unseres Staates ja auch noch Schirmherr der eine ganze Woche lang überschäumenden brüderlichen Nächstenliebe zu unseren jüdischen Mitbürgern. Allerdings darf zu seiner Entlastung festgehalten werden, dass er sich gerade hier nichts vorzuwerfen hat und das absolut nicht persönlich gemeint ist. Das sind einfach die Erschwernisse seines großen Amtes, wonach der jeweils amtierende Bundespräsident schon seit jeher diese Bürde mit den Juden auf sich nehmen muss.

Das ist leicht zu erklären. Es gab nach dem Zusammenbruch des 3.Reiches viel aufzuarbeiten im Hinblick auf das schreckliche Missverständnis , dem die Juden hinsichtlich des Verhaltens der christlich-kirchlichen Garanten der Nächstenliebe bei ihrer millionenfachen Ermordung während des Holocaust erlegen sind.

Aus diesem Grunde wurde bereits Ende 1949 ein Deutscher Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (DKR) gegründet. In der Folge setzte sich der DKR für den jüdisch-christlichen Dialog und die Zusammenarbeit zwischen Christen und Juden sowie für die Aufarbeitung des Holocaust ein und veranstaltet seit 1952 im März jeden Jahres die „Woche der Brüderlichkeit“, die wegen der erheblichen geschichtlichen Belastung in Deutschland unter die hohe Schirmherrschaft des Staatsoberhauptes gestellt wurde.

Der DKR ist auch das größte Einzelmitglied im Internationalen Rat der Christen und Juden (ICCJ), in dem 32 nationale Vereinigungen für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit vertreten sind.

Den ersten Jahrzehnten der ernsthaft versuchten Aufarbeitung der immensen christlichen Schuld und Beteiligung am Holocaust folgte schleichend -- wenn auch vielfach uneingestanden -- eine Anderswichtung, Aufweichung und Umdeutung dieses primären Anliegens. Begünstigt wurde diese zunehmende Abkehr von einem reinen christlich jüdischen Dialog zusätzlich durch das fortschreitende altersbedingte Verschwinden der überlebenden Verfolgungsopfer auf der jüdischen und der schuldbeteiligten Mitläufer und Täter auf der christlichen Seite.

Heute beherrschen zunehmend die kaum noch verhohlene Parteinahme der Kirchen für die arabische Seite im Nahostkonflikt, einseitige Israel-Kritik, Israel-Delegitimierung und die Dämonisierung der Regierung des jüdischen Staates die Politik des DKR.

Der ursprüngliche Aussehnungs-Versuch zwischen Christen und Juden, der die Gründer des DKR bewegt hat, ist ganz im Sinne der entseelten Einlasspolitik für gewalttätigen islamischen Judenhass längst einem Vernunft-verlassenen Islam-Appeasement gewichen. Realitäts-fremde ideologische Multi-Kulti Romantik sowie einseitig erblindete Bagatellisierung, Einzelfall-Kleinreden und Rechtfertigungs-Apologien für die beinahe täglichen muslimischen Übergriffe und die Islam-generierte Verunmöglichung eines offenen jüdischen Lebens bei uns und in großen Teilen Westeuropas sind heute integraler programmatischer Bestandteil der selbst von den Heute-Nachrichten des Regierungssenders ZDF nur mit dem Adjektiv "sogenannt" bezeichneten Woche der Brüderlichkeit.

Wäre mir nicht aus der Erfahrung meiner Holocaust-verfolgten und überlebenden Eltern bekannt, dass die Juden die Opfer und dagegen die Muslime wie etwa der Mufti von Jerusalem Sympathisanten des Nazi-Horrors waren, wäre ich nach den üblichen, auch schon zuvor abgesonderten Muslim-Anbiederungs-Beiträgen vieler Kirchenvertreter aber auch einiger domestizierter jüdischer Offizieller nicht mehr sicher, ob nicht doch die Muslime die eigentlichen Verfolgten und Ermordeten gewesen sind.

Besonders irrational muss das unterwürfige und Islam-affine Verhalten der Kirchen und ihrer Vertreter besonders unter dem Aspekt erscheinen, dass keinesfalls die Juden sondern die Christen mit Millionen verfolgten Personen heute die zahlenmäßig größte in der Welt durch den Islam verfolgte und unterdrückte religiöse Gruppe darstellen. Das mag neben ihrer großen Zahl vor allem daran liegen, dass die Vertreibung der Juden außer in Westeuropa in allen über 50 vom Islam weltweit dominierten Staaten quasi abgeschlossen ist , während sich noch sehr viele Christen in diesen Ländern der Verfolgung und Entrechtung ausgesetzt sehen. Der Verrat der Kirchen an den ursprünglichen Juden-versöhnenden Zielen der „Woche der Brüderlichkeit“ erscheint vor diesem Hintergrund geradezu klein gegen den Verrat an den eigenen christlichen Glaubensbrüdern.

Nicht wirklich verwunderlich ist, dass sich die personelle Zusammensetzung des Führungsstabes des DKR und die Auswahl der Preisträger der seit mehreren Jahrzehnten in dieser Woche verliehenen Buber-Rosenzweig-Medaille entsprechend diesem Kurswechsel in Richtung ideologisch Gleichgesinnter verschoben hat. Das gilt ohne Einschränkung ebenso für die entsprechend geeigneter Gesinnung ausgesuchten jüdischen Preisträger und jüdischen Mitglieder des DRK-Vorstandes.

Einen ganz besonders zu der heutigen ideologischen Ausrichtung des DRK passenden, alles übertreffenden Tiefpunkt stellt aber der präsidiale Eröffnungsredner selbst dar.

Immerhin hat der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier es für richtig befunden, am 11.2. diesen Jahres ein Glückwunschtelegramm an das iranische Mord-Mullah-Regime zum 40. Jahrestag der blutigen islamischen Revolution zu versenden, das „herzliche Glückwünsche … auch im Namen meiner Landsleute« enthält.

Wer dies empörend findet, sollte sich vergegenwärtigen, dass dieser instinktlose Anbiederungs-Fehltritt gegenüber einem Mord-Regime nur die Spitze einer langen Serie seiner politischen und besonders Juden- und Israel-feindlicher Aktivitäten ist.

Seine moralische Qualifikation als Festwochen-Redner fassen das Online-Magazin HaOlam und der Deutschland-Kurier wie folgt zusammen:

>>>>“Im Mai 2017 legte der zum Bundespräsidenten beförderte Sozialdemokrat bei einem Besuch in Ramallah einen Kranz am Grab des Judenmörders Yassir Arafat ab und erklärte, damit nur einem »palästinensischen Protokoll« gefolgt zu sein. Der von ihm »Hassprediger« geschimpfte US-Präsident Donald J. Trump traf »Palästinenserpräsident« Abu Mazen kurz darauf in Bethlehem – ohne Kranz.

In der Öffentlichkeit ist die Geschichte Jassir Arafats längst in Vergessenheit geraten. Doch Arafat war ein notorischer Judenhasser, der für den Mord an tausenden israelischen Bürgern verantwortlich war. Und in Bezug auf Deutschland kommt der SPIEGEL zum Schluss: „Ohne die Unterstützung von palästinensischen Extremisten wären zahlreiche Anschläge und Terrorattentate der Roten Armee Fraktion (RAF) nicht möglich gewesen.“

Der deutsche Bundespräsident kennt die Geschichte Arafats. Er weiß ganz genau, wer der Mann war, an dessen Grab er in Ramallah einen Kranz niedergelegt hat. Frank-Walter Steinmeier weiß, vor wem er sich verneigt hat. Er weiß, wem er in Ausübung seines Amtes die letzte Ehre erwiesen hat.

Die deutsche Öffentlichkeit ist empörungswillig. Eine unpassende Bemerkung über ein Dekolleté --- und der öffentliche Aufschrei kennt kein Halten mehr. Das Schweigen über die Verneigung des Präsidenten vor dem Grab des Judenmörders ist ohrenbetäubend.

Dazu steht der Bundespräsident trotz erheblicher berechtigter Kritik und trotz inhaltsleer geheuchelter "Kampf dem Antisemitismus"-Floskeln zu seiner Gratulation für die i die Mord-Mullahs. Worauf Steinmeier bei seinen „herzlichen Glückwünschen auch im Namen meiner Landsleute“ nicht einging, sind vor allem die 273 Hinrichtungen im Iran im vergangenen Jahr. Es sind die Homosexuellen, die an Baukränen aufgehängt werden. Es ist die gewaltsame Niederschlagung von Demonstrationen, von der Grünen Revolution 2011 bis zum Januar 2018, als die Bundesregierung so vielsagend schwieg. Es sind die vergewaltigten Frauen, die für ihre vermeintliche "Unzucht" hingerichtet werden. Und es sind die wirklich mutigen Frauen, die im Iran das Kopftuch ablegen und riskieren, verhaftet und eingesperrt zu werden.

Dass Steinmeier keine Berührungsängste zu den Mullahs im Iran hat, bewies er noch als Außenminister. Zusammen mit der Obama-Regierung war er eine treibende Kraft beim Iran-Abkommen, welches dem Mullah-Regime 150 Milliarden US Dollar für ihre Terrorkriege in die Kassen spülte, darunter 1,7 Milliarden Dollar in Bargeld, mit dem sie seitdem im Jemen Krieg führen. Wie CNN berichtet, schickte die Obama-Regierung u. a. am 16.1.2016 ein Transportflugzeug mit 400 Millionen Dollar in bar nach Teheran. Nur einer der Gründe, aus dem das Iran-Abkommen seitdem von Trump und Netanjahu angeprangert wird.

Um das Bild abzurunden --- auch In der Grenzöffnungskrise von 2015 stellte sich Steinmeier konsequent auf die Seite der Grenzöffner. Ginge es nach Steinmeier, wären die Grenzen immer noch offen.>>>>> ( HaOlam Online )

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Mit der politischen Umbesinnug bei der Wahl des neuen Europaparlaments, dem Weggang der Kanzlerin und dem galoppierenden Verfall der SPD sinkt erfreulicher Weise die Gefahr, dass diese präsidiale Flopp ein zweites Mal in sein viel zu großes Amt hineinproporzt wird.

Er wird - davon kann ausgegangen werdenr -- ebenso wie Nahles, Schulz und Gabriel sehr bald auf dem Komposthaufen der Geschichte landen.

 

Dr. Rafael Korenzecher ist Herausgeber der Jüdischen Rundschau und Mitglied des Koordinierungsrates deutscher Nicht-Regierungsorganisationen gegen Antisemitismus.

 

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Autor: Dr. Rafael Korenzech
Bild Quelle: JR


Montag, 11 Mrz 2019







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