Zertifizierte Kohle: Frau Stöhr redet sich um Kopf und Kragen

Zertifizierte Kohle: Frau Stöhr redet sich um Kopf und Kragen


Im Gespräch mit Deutschlands Stimmungskanone Nummer Eins, der Bild-Zeitung, hat Annalena Baerbock von den Grünen ein Eigentor nach dem nächsten geschossen. Hier sind die Highlights.

Zertifizierte Kohle: Frau Stöhr redet sich um Kopf und Kragen

Von Ramiro Fulano

Steuerfreier Corona-Bonus, „vergessene“ Nebeneinkünfte, fehlende Unterlagen beim angeblichen Uni-Abschluss der Grünen-Spitzenkandidatin: Da scheint es logisch, dass es im Gespräch mit der Blöd-Zeitung um die Kohle ging - um die Grill-Kohle. So quietschvergnügt und volkstümlich wie ihr freiwillig-unfreiwilliges Rollenvorbild Karolina Stöhr (aus Thomas Manns „Zauberberg“) plapperte Frau Baerbock am ersten warmen Tag des Jahres davon, auch sie würde „sehr gerne“ grillen. Aber natürlich nicht mit dem bösen Gas aus Putins Nord-Stream-Pipeline, sondern „mit zertifizierter Kohle“. Na, ein Glück, dass bei der Grünen-Frontfrau wenigstens die Grill-Kohle „zertifiziert“ ist - ein paar zehntausend Euronen ihrer „Nebeneinkünfte“ sind es anscheinend nicht.

Apropos: Was wird da überhaupt „zertifiziert“? Einer der führenden Anbieter schwefelt, äh: schwafelt lyrisch von „traditioneller Herstellung in typischen Kohlenmeilern in…“ - und jetzt halten Sie sich bitte fest, meine Damen und Herren - PARAGUAY! Die Grillkohle wird aus Paraguay hergeschafft, knapp 11.000 Kilometer in direkter Linie - und das ist dann ökologisch? Na, wenigstens sind bei den Baerbocks dieser Welt das Fleisch und die Würstchen von hier. Denn dass man mit „regionalen Lebensmitteln“ bei den Stullenmuttis von der Waldorf-Schule Pluspunkte sammeln kann, hat die linksalternative Loriot-Frau anscheinend kapiert.

Natürlich hat die ganze Angelegenheit auch einen ernsten Hintergrund: Grüne Politik ist ein teurer Luxus, den sich nicht jeder leisten kann. Soll er auch nicht. Denn selbstverständlich wollen die Grünen nicht nur die Grill-Kohle so teuer machen, dass sich nur noch ausgesuchte Champagner-Sozialistinnen jederlei Geschlechts das Grillen leisten können, sondern auch das Benzin. Also jenen Treibstoff, den die meisten von uns - trotz Home-Office und Home-Schooling - brauchen, um zur Arbeit zu fahren und die Kinder zur Schule zu bringen. 16 Cent pro Liter rauf, inklusive Mehrwertsteuer sind das dann 20 Cent. So wird jede durchschnittliche Tankfüllung zehn bis 15 Euro teurer. Wenigstens rechnet uns diesmal nicht wieder so ein selbsternanntes Öko-Finanzgenie etwas davon vor, dass es die „Energiewende“ zum Preis einer Kugel Eis gäbe.

Ja, meine Damen und Herren: Das Leben mit Frau Baerbock wird teurer. Aber nicht nur teurer, sondern auch langsamer, denn natürlich will sie das „Tempo-Limit“. Wie dessen Einhaltung überwacht werden soll, wenn die Polizei gemäß einer Forderung der „Grünen-Jugend“ abgeschafft und durch Sozialerbeiterinnen jederlei Geschlechts ersetzt wird, scheint noch nicht geklärt. Autobahn-Sozialarbeiter*innen auf Tretrollern?

Aber immerhin: Frau Baerbock steht zu ihren Fehlern. Da hat sie eine ganze Menge, zu dem sie stehen kann. Nicht nur im Rahmen ihrer verkehrspolitischen Äußerungen in der Kobold-Frage. Denn, wie die grüne Bescheidwisserin bereits im letzten Jahr „wusste“, ist ja ein Kobold in jedem Elektro-Auto. Man fragte sich als durchschnittlich informierter Zuschauer des ZDF-Sommerinterviews, was Frau Baerbock überhaupt meint: den Pumuckl von Meister Eder oder den gleichnamigen Staubsauger? Das chemische Element in den Auto-Batterien heißt jedenfalls Kobalt, und im bezeichnenden Gegensatz zu zertifizierter Grill-Kohle wird es unter Bedingungen produziert, die man und frau nur mit sehr viel Fantasie als „fair“ und „ökologisch“ bezeichnen könnte. Aber durch Fakten hat sich die deutsche Ökopathie noch niemals beirren lassen. Und an Fantasie besteht bei ihr offenbar ebenso wenig ein Mangel, wie an Geld.

Auf die Frage, ob Russlands Präsident Putin „ein Mörder“ sei, gab Frau Baerbock sich von ihrer aufschlussreichsten Seite: Sie würde das „so nicht“ formulieren - „weil Außenpolitik Gespräch und Diplomatie bedarf“. Mit Sprechblasen wie diesen macht man - und natürlich auch frau - schnell klar, worum es einem geht. Nicht um Wahrheit, sondern um politische Zweckdienlichkeit. Um Opportunität und Opportunismus. Das ist bemerkenswert, aber nicht überraschend. Denn schon lange sollte einem aufmerksamen Menschen klar geworden sein, dass die grünen Opportunisten einen bestenfalls instrumentellen Bezug zur Wahrheit haben. Will sagen: Wenn sie ihnen nützt, sagen sie Wahrheit. Wenn nicht, reden sie sich so gut es geht drumrum. In diesem Punkt versucht die deutsche Ökopathie genauso oft die Dummheit und Vergesslichkeit ihrer politischen Klientel zu missbrauchen, wie die meisten herkömmlichen Parteien - ohne Scham und mit Gusto.

Und zum Thema Nordstream „weiß“ Frau Baerbock, dass die deutsch-russische Gaspipeline selbstverständlich „nicht beendet werden darf“. Hingegen „darf“, wer mit Gas heizt, sich im Winter dann ein paar warme Gedanken machen, wenn er oder sie mangels Gas nicht mehr heizen kann. Das ist genau die Art lebensferner, überheblicher Kaltschnäuzigkeit, für die die Möchtegern-Autokraten der Grünen so beliebt wie ein nässender, juckender Hautausschlag sind. Interessant ist nur, dass die linksalternative Kandidatin nicht mal ahnt, wie 90% ihrer politischen Wahnvorstellungen auf Otto und Erna Normalverbraucher wirken.

Interessant ist ebenfalls das grüne Verständnis von Demokratie. Klar werde man nach der Wahl mit allen „demokratischen“ Parteien Koalitionsgespräche führen - mit der CDU, der SPD und den Linken. Aber nicht mit der AfD. Linke ja, Rechte nein. So ist das, wenn man politisch zweckdienlich Interessierte Politikerinnen jederlei Geschlechts darüber entscheiden lässt, was „demokratisch“ ist. Meinungsfreiheit, kein Problem - solange aller derselben Meinung sind. Denn richtig verstanden heißt Meinungsfreiheit nun mal die Freiheit von Meinung - nicht wahr, liebe Grüne?

Schließlich hätten die Linken in Thüringen, so Frau Baerbock, ja inzwischen „akzeptiert“, dass die DDR eine Diktatur war. Na, da sind wir aber froh! Hat ja auch nur rund 30 Jahre gedauert, bis der Groschen gefallen ist. Aber ob die deutsche „Links“-Partei Diktatur als etwas Schlechtes versteht, weiß man noch immer nicht genau. Immerhin hat sie bekanntlich weniger Probleme mit der Terror-Diktatur der Hamas als mit der einzigen nennenswerten Demokratie des Nahen und Mittleren Ostens (= Israel). Warum also nicht zusammen mit den Linken das Projekt DDR 2.0 vollenden? Auch anderen Orts hat diese Partei gerade genug aus der deutschen Geschichte gelernt, um sie wiederholen zu wollen.

Alles in allem ist das Baerbock-Interview ein Paradebeispiel für die vermeintlich volksnahe Heuchelei namens Champagner-Sozialismus. Politik, die für Menschen mit einem Netto-Einkommen oberhalb von 3.500 Euro funktioniert, sorgt nicht unbedingt für mehr demokratische Chancengleichheit in unserem Land. Im Gegenteil: Viele der vermeintlichen grünen Patentrezepte werden die ökonomische Schieflage in den nächsten Jahren verstärken und dafür sorgen, dass die Lebensverhältnisse immer weiter auseinanderklaffen. Das sollen sie auch. Die Leiter wegtreten, damit den Grünen niemand mehr gefährlich werden kann. Wer gut verdient, kann sich selbstverständlich so manchen Luxus und so manche Mehrbelastung gönnen. Durchschnittsverdiener hingegen sind schon jetzt durch die Kosten grüner Weltrettungs-Projekte finanziell so stark belastet, dass sie es sich zweimal überlegen sollten, den Linksalternativen ihren Lebensstil zu finanzieren - nur damit Leute wie Frau Baerbock auch in Zukunft in jenem Luxus leben können, an den sie sich inzwischen gewöhnt haben.


Autor: Ramiro Fulano
Bild Quelle: Heinrich-Böll-Stiftung from Berlin, Deutschland, CC BY-SA 2.0 , via Wikimedia Commons


Dienstag, 01 Juni 2021

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