Ein Kinderbuch als Form ideologisierender Einflussnahme: Wie radikale Narrative über globale Netzwerke in deutsche Regale gelangenEin Kinderbuch als Form ideologisierender Einflussnahme: Wie radikale Narrative über globale Netzwerke in deutsche Regale gelangen
Ein harmlos wirkendes Malbuch entpuppt sich als politisches Projekt: Unter dem Titel „From the River to the Sea“ gelangt ein ideologisches Werk für Kinder nach Deutschland. Produziert von einem radikalen Medienkollektiv, vertrieben von antiisraelischen Aktivisten und gedruckt von deutschen Händlern – ohne jede Kontrolle.
Im ersten Moment wirkt es wie ein gewöhnliches Malbuch: bunte Farben, gezeichnete Figuren, eine friedliche Landschaft. Doch wer genauer hinsieht, erkennt das politische Programm, das sich hinter der scheinbar kindgerechten Gestaltung verbirgt. „From the River to the Sea“ – ein Satz, der seit Jahrzehnten die Forderung trägt, Israel auszulöschen – ziert das Cover eines Buches, das ausdrücklich für Kinder zwischen sechs und zehn Jahren gedacht ist. Und genau dieses Werk wird heute über deutsche Buchhändler ausgeliefert und hierzulande sogar im Print-on-Demand-Verfahren gedruckt.
Damit steht nicht nur ein fragwürdiges Produkt im Raum, sondern ein hochkomplexer Mechanismus: ein globales Netzwerk aus Aktivisten, ideologischen Verlagen und politischen Organisationen, das ein Kinderbuch als Transportmittel nutzt, um radikale Narrative in verschiedene Gesellschaften einzuschleusen – auch nach Deutschland.
Ein Buch mit klarer Absicht – und einem politisch motivierten Kern
Die offiziellen Texte zum Buch sind unmissverständlich. „From the River to the Sea“ soll jungen Leserinnen und Lesern „die Geschichte Palästinas“, „die Kultur des Volkes“ und „die Grundlagen des Widerstands“ näherbringen. Keine ausgewogene Darstellung, kein Raum für Perspektivenvielfalt, keine Annäherung an komplexe politische Realitäten. Stattdessen ein didaktisches Projekt, das Kinder dazu auffordert, eigene Wandmalereien als Zeichen der „Solidarität“ zu gestalten.
Die Bilder orientieren sich an globalen propalästinensischen Murals – jene Wandgemälde, die Protestbewegungen oft dort nutzen, wo radikalisierende Symbole besonders sichtbar sein sollen. Es ist ein pädagogisches Konzept, das nicht aus klassischer Kinderbuchtradition stammt, sondern aus politischer Mobilisierung.
Damit wird klar: Dieses Buch ist kein Lernmaterial. Es ist ein Werkzeug.
Das Netzwerk dahinter: Social Bandit Media, FOA und 1804 Books
Erstmals wird durch die Selbstdarstellung der Produzenten sichtbar, wie viele Akteure diesen Titel gemeinsam verbreiten. Es handelt sich nicht um einen Verlag, nicht um eine Einzelperson, sondern um ein Dreieck internationaler Aktivistenstrukturen.
Social Bandit Media – ein „experimentelles Medienprojekt“ mit Standorten in Johannesburg und New York – ist der eigentliche Herausgeber. Das Kollektiv beschreibt sich selbst als Plattform, die „Mainstream-Narrative in Krisenmomenten herausfordert“. Übersetzt heißt das: Inhalte werden dort produziert, wo die politische Stimmung erhitzt ist; Ziel ist nicht Aufklärung, sondern Gegenagenda.
Friends of Al Aqsa (FOA) – eine britische NGO, die oft durch extrem antiisraelische Kampagnen auffällt – tritt in manchen Ländern als formaler Herausgeber auf. Dass eine Organisation, die seit Jahren mit BDS-Aktivismus, radikalen Protesten und konfrontativen Aktionen verbunden wird, ein Kinderbuch mit politischem Inhalt verantwortet, passt zu ihrer Programmatik.
1804 Books – ein ideologisch klar ausgerichteter US-Verlag, ansässig im Umfeld marxistischer Projekte – dient als Vertriebskanal. Sein Portfolio zeigt eine eindimensionale Agenda: antiimperialistisch, antiwestlich, dezidiert antiisraelisch. Kinderbücher, politische Pamphlete und ideologische Schulungsmaterialien stehen dort gleichwertig nebeneinander.
Diese Kombination zeigt ein deutliches Muster: Die Publikation ist keine zufällige Produktion, sondern Teil eines strategischen Aktionsnetzwerkes.
Problematische Erlöse und fehlende Transparenz
Eine weitere Angabe der Produzenten wirft zusätzliche Fragen auf: Aus dem Verkauf der bisherigen Auflage seien nach Angaben von Social Bandit Media 12.000 Dollar an „Penny Appeal South Africa“ für Projekte in Palästina geflossen. Das bedeutet, dass ein politisiertes Kinderbuch gleichzeitig ein Fundraising-Tool darstellt – mit unklaren Empfängern, ohne Transparenz darüber, welche Organisationen vor Ort die Mittel tatsächlich erhalten.
Da im Gazastreifen zentrale Hilfsstrukturen unter der Kontrolle der Hamas stehen, ist es in der Realität kaum möglich, auszuschließen, dass Gelder über solche Projekte indirekt in die Hände jener gelangen, die Israel bekämpfen. Das ist keine Unterstellung, sondern die bekannte Logik eines Systems, das seit Jahrzehnten zivile Infrastruktur mit politischer Macht verwebt.
Deutschland als Schwachstelle: Print-on-Demand ohne Sicherheitsmechanismen
Dass dieses Buch trotz seiner politischen Botschaft nach Deutschland gelangt, ist nicht die Folge einer bewussten Entscheidung hiesiger Händler. Es ist der Effekt eines Systems, das Produktionen automatisiert und Inhalte nicht prüft. Wird ein Titel gelistet, genügt eine Bestellung – und das Werk wird gedruckt, ohne dass ein Mensch es je gesehen hat.
Damit wird der deutsche Buchhandel, ungewollt und unbewusst, zum Multiplikator einer radikalisierten internationalen Propaganda, die sich als Kinderbuch tarnt.
Was bedeutet das konkret?
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Ideologisch motivierte Gruppen können über deutsche Infrastruktur drucken lassen.
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Händler tragen keine Verantwortung, obwohl sie das Produkt verbreiten.
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Eltern erkennen nicht, dass das Buch politisch ist.
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Der Staat hat keine Mechanismen, Inhalte mit extremistischer Dimension zu identifizieren.
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Kinder sind der letzte Schritt in einer ideologischen Lieferkette.
Es ist die vielleicht stillste Form moderner Propaganda: zart gezeichnet, bunt koloriert, emotional angelegt – und trotzdem eindeutig politisch.
Die große Frage: Wie schützen wir Kinder vor Instrumentalisierung?
Es geht hier nicht um Zensur, nicht um Verbote und nicht um staatliche Eingriffe in die Kunst. Eine demokratische Gesellschaft hält Provokationen aus. Doch wenn Inhalte gezielt Minderjährige ansprechen, in denen die Auslöschung eines bestehenden Staates gefordert wird, muss eine Gesellschaft fragen, wie sie Kinder schützt.
Der Kern des Problems ist nicht das Buch allein, sondern das Modell dahinter: internationale Aktivistenkollektive produzieren Inhalte, die sich gezielt an Kinder richten, missbrauchen pädagogische Formen für politische Ziele und nutzen globale Vertriebssysteme, um jede gesellschaftliche Schutzmaßnahme auszuhebeln.
Diese Strukturen zu erkennen und offen zu benennen, ist kein Angriff auf freie Meinungsäußerung, sondern eine notwendige Verteidigung gegen die Instrumentalisierung der Schwächsten: derjenigen, die noch keine Möglichkeit haben, Propaganda zu erkennen.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: Screenshot aus einem deutschen Onlinebuchshop: Das politisch aufgeladene Kinderbuch „From the River to the Sea“ ist dort weiterhin erhältlich und wird auf Bestellung gedruckt.
Samstag, 29 November 2025