Die antiisraelische Einseitigkeit der New York Times

Die antiisraelische Einseitigkeit der New York Times


Die antiisraelische Einseitigkeit der New York Times

Dr. Manfred Gerstenfeld interviewt Rikki Hollander und Gilead Ini (direkt vom Autor)

Die New York Times (NAT) ist der Interessenvertretung durch Journalisten (statt Objektivität) schuldig. Sowohl ihre Leitartikel als auch ihre Nachrichten neigen stark zu einer antiisraelischen Perspektive. Das ist ein offener Widerspruch zu ihrer Richtlinie für Journalisten im von ihr veröffentlichten Handbuch für ethischen Journalismus: „Die Nachrichten so unparteiisch wie möglich zu berichten“ und „unseren Lesern die vollständige, unverblümte Wahrheit zu sagen, so gut wir sie in Erfahrung bringen können“.

Ohne die Art kruder Hetze gegen Israel zu verwenden, wie sie in der palästinensischen Gesellschaft grassiert, vergiftet die NYT den Geist der Öffentlichkeit gegen Israel, indem sie die Wahrnehmung des jüdischen Staates als verantwortlich für viele, wenn nicht die meisten der Missstände der Region formt. Dies tut sie mit zweierlei Maß in der Berichterstattung über Israel im Vergleich zu seinen Feinden und indem sie nur die halbe Geschichte erzählt. Sie wäscht die Rolle der Gegner Israels, einschließlich der Terrororganisationen, rein und klagt Israel auf Schritt und Tritt an.

Zusätzlich zur Berichterstattung betrachtete CAMERAs Studie 2011/12 über einen Zeitraum von 9 Monaten die Kommentarseiten der Zeitung. NYT-Editorials werden von einem Journalisten-Gremium geschrieben, das in seinen Kolumnen über Israel einer erkennbaren Formel folgt. Zuerst geben sie Lippenbekenntnisse zu Israels Recht auf Selbstverteidigung ab. Dann, nach dem „aber“, widmen sie den Großteil der Kolumne der Verurteilung jeglichen Handelns Israels zu seinem Schutz. Sie ignorieren Fakten, Statistiken und alles andere, das den Lesern ein tiefer gehendes Verständnis oder gar Mitgefühl für das Handeln Israels bieten würde.

Wir stellten fest, dass 6 von 7 NYT-Editorials zum arabisch-israelischen Konflikt Israel gegenüber negativ ausfielen; positive gab es keine. Meinungstexte von NYT-Mitarbeitern folgen demselben Muster der Verurteilung Israels: 5 von 6 waren Israel gegenüber negativ, keiner war positiv. Was Op-Ed-Texte von Gastautoren zum Thema angeht, waren 15 von 20 Israel gegenüber negativ, nur einer war positiv.

Eine frühere, 19 Monate umfassende CAMERA-Studie wurde 2006/2007 durchgeführt; sie stellte ebenfalls ein Übergewicht an israelkritischen Kolumnen fest, von denen viele von arabischen Führungspersönlichkeiten und sogar durch einen Repräsentanten der Hamas geschrieben wurden. Im Gegensatz dazu gab es keine Kolumnen durch führende Israelis.

In der Vergangenheit gab es Kolumnisten, die Positives zu Israel schrieben, namentlich William Safire und Abe Rosenthal. Doch seit ihrer Pensionierung und Ableben gibt es niemanden, der die weithin negative Meinung zu Israel in den Kommentarseiten der Zeitung ausgleicht.

Im globalen Zusammenhang sieht sich Israel Diskriminierung durch die unverhältnismäßige Überprüfung seines Konflikt durch die NYT ausgesetzt. Autor Virgil Hawkins zeigt in seinem Buch Stealth Conflicts (Tarnkappen-Konflikte), dass die Konzentration der Medien auf Israel auf Kosten der Berichterstattung über Konflikte mit bis zu tausendmal mehr Toten als dem zwischen Israel und seinen Nachbarn erfolgt.

Der unverhältnismäßige Fokus der Zeitung spiegelt sich auch in ihren Schlagzeilen. Unsere Studie ermittelte 12 Schlagzeilen, die Israel des Tötens von Arabern anklagten. Keine klagte Araber an, obwohl im selben Zeitraum 14 Israelis von Arabern getötet wurden.

Eines von vielen Beispielen des zweierlei Maßes der NYT ist in ihrer Ungleichbehandlung gewalttätiger Angriffe zu finden. Als 2012 mehrere jüdische Teenager einen arabischen Teenager in Jerusalem schlugen, was Verletzungen zur Folge hatte, die eine stationäre Behandlung im Krankenhaus nötig machten, berichtete die Zeitung das auf dem oberen Teil ihrer Titelseite. Der Angriff wurde als negativer Spiegel der israelischen Gesellschaft als Ganzes formuliert. Ein zweiter Bericht auf der Titelseite informierte den Leser, dass der Angriff „schwärende Wunden bezüglich Rasse, Gewalt und Extremismus offenbarte“. Hat es je Prügel für Teenager durch Schläger irgendwo anders auf der Welt gegeben, die es gleich zweimal auf die Titelseite der NYT geschafft hat?

Vergleichen Sie das mit dem Umgang der Zeitung mit einem grausigen Massaker, das 2011 durch palästinensischen Teenager in der israelischen Stadt Itamar verübten. Die NYT vergrub die Nachricht von diesem Mord an einem jüdischen Ehepaar und dreien seiner jungen Kinder, darunter ein drei Monate altes Mädchen, tief im Innern der Zeitung. Es publizierte auch keinen Artikel über den Anschlag darauf, was er über die Moralvorstellungen und den Rassismus der palästinensischen Gesellschaft erkennen lässt.

Die Nachrichtenseiten der NYT sind manchmal nicht von ihren Kommentarseiten zu unterscheiden. In einem Monat nutzte die NYT die folgenden subjektiven und feindseligen Adjektive für Israels Führungspolitiker in der Berichterstattung: „schrill“, „lautstark“, „stur“, „aggressiv“ und „zynisch“. Ein Reporter fragte, „ob Israel ‚hoffnungsloser Heuchelei‘ schuldig“ sei, weil das Land gegen die Urananreicherung im Iran ist, einem Land, das sich der Vernichtung Israels verschrieben hat.

Unglücklicherweise ist es keine Lösung, sich an die Ombudsmänner der NYT zu wenden. Ihre Kolumnen tendieren zu allgemeinen Plattitüden darüber, dass der Konflikt ein zentraler Streitpunkt ist, der Kritik „von beiden Seiten“ generiert; sie setzen sorgfältige, auf Belegen gründende Beschwerden mit denen gleich, die von Israels bösartigsten und am meisten von Hass erfüllten Feinden kommen, für die nichts antiisraelisch genug ist.

Um Passanten über die extreme Einseitigkeit der NYT zu informieren, hat CAMERA eine große Werbetafel an einem Gebäude gegenüber den Redaktionsbüros der Zeitung in Manhattan aufgehängt.

 

Dr. Manfred Gerstenfeld ist Mitglied des Aufsichtsrats des Jerusalem Center of Public Affairs, dessen Vorsitzender er 12 Jahre lang war / Ricki Hollander und Gilead Ini sind Senior Analysts bei CAMERA, wo sie gemeinsam die Langzeit-Studie Indicting Israel: New York Times Coverage of the Palestinian-Israeli Conflict (Anklage gegen Israel: Die Berichterstattung der New York Times zum palästinensisch-israelischen Konflikt) schrieben. - Erstveröffentlicht bei unserem Partnerblog Heplev

 

„Israeli Apartheid?“-Woche bei haOlam.de:

 

Dr. Manfred Gerstenfeld bei haOlam.de (Auswahl):


Autor: fischerde
Bild Quelle:


Mittwoch, 28 Mai 2014