Deutsche Außenpolitik und die geplante `EU-Armee´

Deutsche Außenpolitik und die geplante `EU-Armee´


Nachdem die deutsche Auenpolitik seit der Wiedervereinigung alles dafr getan hat, sich in eine geopolitisch unhaltbare Position zu manvrieren, will das Merkel-Regierung nun die politischen Frchte seiner Arbeit einstreichen: in Form der im Aufbau befindlichen EU-Armee.

von Ramiro Fulano

 

Erinnern wir uns kurz an die Ereignisse in den letzten knapp drei Jahrzehnten, liebe Leserinnen und Leser: Wenn internationale Konflikte militärisch gelöst werden mussten, vom Balkankrieg in den 90ern bis zu den beiden Golf-Kriegen, versteckte Germany sich hinter seinem Scheckbuch und kaufte sich mit dem Geld seiner Steuerzahler von NATO-Einsätzen frei.

 

Als das nichts mehr half, verschanzte man sich hinter seiner Verfassung und zweckdienlich interpretierten „Lehren aus der deutschen Geschichte“.

 

Das hatte den durchaus beabsichtigten Nebeneffekt, dass Germany sich nun als Moralweltmeister in einer unangreifbaren Position aufspielen konnte. Wenn auch um den Preis, angesichts von zwei Weltkriegen und einem Holocaust die Vergesslichkeit und Großzügigkeit der Weltöffentlichkeit aufs Schamloseste (aber nicht ohne Erfolg) zu missbrauchen.

 

Als sich die Afghanistan-Intervention dann partout nicht mehr vermeiden ließ, reklamierte die globale Mittelmacht zwischen den Einflusssphären für sich die Funktion als moralische Führungsmacht.

Amerikanische und britische Soldaten wurden zu einer für sie unmöglich zu gewinnenden Auseinandersetzung gegen islamistische Vietcongs gezwungen, während das deutsche Juste-Milieu im Grand Hotel Venusberg „nation building“ betrieb und sich mit Leitartikeln rhetorisch selbstbefriedigte. „Unsere Jungs“ bissen ja nicht am Hindukusch ins Gras, liebe Grüne. Und die es doch taten, wurden zweckdienlich aus der offiziellen Version dieser traurigen und überflüssigen Intervention herausretuschiert.

 

Ein Blick auf die aktuelle Lage im Mittleren Osten informiert über die praktischen Resultate deutschen Nation-Buildings. Aber es waren ja wie gesagt andere, die militärisch und moralisch dafür bezahlt haben. Und mit Leib und Leben anderer Leute geht das politische Berlin eben gerne großzügig um. Denn diese Art von Großzügigkeit steht einem gut zu Gesicht – nicht wahr, Herr Steinmeier?

 

Doch nicht nur bei den West-Alliierten hat die deutsche Außenpolitik eine Schneise der Verwüstung produziert. Auch im Osten des europäischen Kontinents hat die Behörde am Werderschen Markt nichts als verbannte Erde hinterlassen; zum zweiten Mal in 75 Jahren.

 

Unter Zuhilfenahme seiner „Freunde in Europa“ - also indem es seine Machtbasis in Brüssel geschickt ausgenutzt hat um die Mitgliedstaaten der EU moralisch und finanziell zu erpressen - gelang es Deutschland, den russischen Bären zuerst vom Balkan zu vertreiben und ihm dann sogar bis an die Außengrenzen seines Reviers nachzustellen. Unternehmen Barbarossa 2.0 – mit freundlicher Empfehlung von „Europa unter deutscher Führung“.

 

„Euro-Maidan“ war nichts Anderes als ein vom Merkel-Regime vorbereiteter Versuch, die Ukraine in jene deutsche Einflusssphäre zu zwingen, die sich „Europa“ nennt, obwohl sie nicht einmal die Hälfte des Kontinents kontrolliert (nach dem Weggang des Vereinigten Königreichs nicht einmal ein Drittel). Und während man Frau Clintons Wahlkampf mit etlichen Millionen fördert, beklagt man sich in Berlin über russische Einflussnahme in die Geschicke anderer Staaten. Preislos!

 

Indes werden sowohl der Balkankrieg als auch „Euro-Maidan“ trotz ihrer erschütternden zivilen Opferzahlen als Beweis „europäischer“ (sprich: deutscher) moralischer Überlegenheit gefeiert – vor allem in den Staats- und Qualitätsmedien des Merkel-Regimes. Tja, jeder Mensch hat seinen Preis. Nicht wahr, liebe deutsche Journaille?

 

Parallel hierzu machte die Regierung in Berlin via schleppender und schlichtweg fehlerhafter Materialbeschaffung nicht nur der Bundeswehr die Arbeit schwer, sondern sabotierte auch das Funktionieren jener NATO, die bis zur deutschen Wiedervereinigung (und für ein paar Jahre darüber hinaus) den „Frieden in Europa“ garantiert hatte - und damit maßgeblich das Wiedererstarken von „Deutschland in Europa“. That’s gratitude for you!

 

(Ja, liebe Opfer linksalternativer Papageienschulen: Es war die NATO und nicht Angela Merkel, die dafür gesorgt hat, dass aus dem Kalten kein „heißer“ Krieg geworden ist. Und das wurde der NATO noch nie gedankt, sondern von Frau Dr. Merkel schamlos ausgenutzt.)

 

Und wenn Stasi-Angie nun zur besten Sendezeit bittere Krokodilstränen darüber vergießt, dass die Welt für „Deutschland in Europa“ so bedrohlich und unbequem geworden ist, dann wäre es der Job der deutschen Journaille, sie daran zu erinnern, dass sie alles in ihrer Macht Stehende dafür getan hat, dass es genauso so kommen konnte, wie es jetzt ist:

 

Dank ihrer Versuche, die eine Seite gegen die andere auszuspielen um den eigenen Einfluss zu vergrößern, hat Deutschland es sich sowohl im Westen als auch im Osten bis auf weiteres verscherzt.

 

Selbstverständlich wird es nicht geschehen, dass die handzahme deutsche Hofberichterstattung auch nur eine einzige Frage stellt, die für Frau Dr. Merkel unbequem werden sein könnte. Aber warum müssen denn ausgerechnet jetzt ungeahnte Milliarden in den Aufbau einer eigenen EU-Armee gesteckt werden?

 

„Nach Rüstung kommt Krieg“ wusste man, als es noch opportun war, sogar im linksalternativen Milieu der BRD. Aber seit sich dank Frau Dr. Merkels „Energiewende“ die Stromgroschen armer Rentner auf den prall gefüllten Konten „grüner“ OberstudiendirektorInnen jederlei Geschlechts ansammeln, will man davon nichts mehr wissen. Die deutsche Sozialdemokratie nannte solche Käuflichkeit einst „Burgfrieden“.

 

Falls es kritisch wird, geben sich die deutschen Staats- und Qualitätsmedien mit jener offiziellen Version zufrieden, die das Merkel-Regime bereits jetzt ihrer Propaganda-Abteilung vorschreibt: Schuld sind der böse Trump und der böse Putin. Das ist verfolgende Unschuld, wie sie leibt und lebt.

 

Statt mit dem nackten Finger auf angezogene Leute zu zeigen, sollte Frau Dr. Merkel sich also zumindest hin und wieder fragen, was sie dazu beigetragen hat, dass es so wurde. Vermutlich weiß sie die Antwort darauf nur zu gut – immerhin hat sie es ja so gewollt. Und alles in ihrer Macht Stehende dafür getan, dass es so kommt.

 

Natürlich wäre eine Armee, die sich auch im Inland einsetzen lässt, der angemessene Schlussstein im politischen Lebenswerk der machtgeilsten deutschen Alleinherrscherin seit dem Zweiten Weltkrieg. Man kann nur hoffen, dass auch diesen Vorstoß „unter deutscher Führung“ ein Schicksal ereilt, das bereits Frau Dr. Merkels EU-Quotenplan zur Umverteilung der „Refugees“ zur Strecke gebracht hat.

 

Alternativ dazu sollte die internationale Gemeinschaft überlegen, ob sie nicht doch besser bedient ist, wenn sie Deutschland in 295 Kleinstaaten zurückverwandelt.

 

Die Position als „Block zwischen den Blöcken“, der je nach geopolitischer Großwetterlage mal zur einen, mal zur anderen Seite tendiert, ist theoretisch nicht ohne Charme. Aber praktisch hat das schon einmal nicht funktioniert. Am Ende gab es ca. 17 Millionen Tote, aber dass man auch am Ersten Weltkrieg eine große Schuld trägt, wird im politischen Berlin zweckdienlich ignoriert.

 

Vordergründig wird es der Brüsseler Beamtendiktatur überlassen bleiben, mit ihrer im Aufbau befindlichen EU-Armee „Probleme“ zu lösen. Was dabei herauskommt, wenn Brüssel Probleme löst, hat man bereits auf dem Balkan und in der Ukraine erlebt: Jedes Mal, wenn Brüssel versucht, für „Frieden und Sicherheit“ zu sorgen, sterben ein paar tausend Menschen.

 

Tatsächlich macht sich Deutschland mit seinem geopolitischen Sonderweg zum zweiten Mal in hundert Jahren angreifbar aus zwei Richtungen: Als hätte es nie das Desaster namens Schliefen-Plan gegeben, bereitet die Kriegstreiberin im Bundeskanzleramt gerade den nächsten deutschen Zweifrontenkrieg vor. Dass man sie das ganz offiziell im Namen der „europäischen Idee“ machen lässt, wirft ein bezeichnendes Licht auf die demokratische Reife der kritischen Öffentlichkeit auf dem Kontinent.  

 

 

 

Foto: Angela Merkel und Ursula von der Leyen bei einem CDU-Parteitag (Foto: von Olaf Kosinsky (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons)


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Sonntag, 15 Januar 2017