Balkanfaschisten: Was erlaubt sich Kroatien?

Balkanfaschisten:

Was erlaubt sich Kroatien?


Das ARD Studio schlägt Alarm. Versteckt gefilmte Videos, die den Berichterstattern vorliegen, zeigen angeblich, wie Menschen illegal nach Bosnien abgeschoben werden.

Von Shanto Trdic
Ein ´alter Vorwurf´, so die Macher. Hat er vielleicht schon einen grauen Weihnachtsbart? Was dieser Bart freilich verdeckt: wie diese Menschen zuvor mit Messern und Baseballschlägern auf die böse Grenzwacht losgegangen sind. Das können sie sich auf HTV1 und HTV4 ansehen, immer wieder, kein einziges Mal aber im ARD-Fernsehen, das zählt so zu den blinden Flecken, die den gewollten oder erwünschten Blick nur unnötig trüben. Übergriffig sind immer die üblichen Verdächtigen, im umgekehrten Fall wird gern eine ´Ausnahme´ gemacht.

Was also will uns die ARD sehen oder wissen lassen? Das die zum Teil rücksichtslos übergriffigen Versuche illegaler Grenzübertritte illegal abgewehrt würden? Sicher nicht. Tatsächlich ist man bei Gelegenheiten wie diesen auch damit beschäftigt, die eigene Rolle innerhalb der inszenierten Schmieren zu verschleiern. Wer sind denn diese dubiosen NGO, denen die Frau Beer von der Wiener ARD-Stelle derlei wackelwendige Videoschnippsel verdankt? Denen merkt man schon auf den zweiten Blick die schnittgerechte Nachbearbeitung an, und als Beweise würde sie – in dieser Zurichtung – ohnehin kein Gericht akzeptieren. Weglassen, was nicht passt und einfach übrig lassen, was den eigenen Behauptungen nützt oder dieselben verstärkt: So erneuert sich der ´alte Vorwurf´ stets von selbst, bis endlich alles ´stimmt´.

Kostprobe: “Immer wieder ist zu sehen, wie Polizisten Menschen wegführen und wenige Minuten später alleine zurückkehren. Wohin genau die Menschen geführt werden, sieht man auf den Videos nicht – die Vermutung liegt aber nahe, dass sie nach Bosnien gehen müssen.“

Und tatsächlich:“ Auf bosnischer Seite beginnt ein ARD-Team seine Suche und findet anhand angegebener GPS-Daten den abgelegenen Waldweg und kurz darauf auch den Ort, an dem die Aufnahmen entstanden sind. Der Weg führt etwa einen Kilometer bergauf und weist viele Fußspuren auf. Er ist gesäumt von Müll, der auf Migranten und Flüchtlinge hinweist: weggeworfene Teile von Mobiltelefonen, Sim-Karten aus Kroatien, Kleidung, Schuhe, ein Familienzelt des UNHCR und Wärmedecken. Der nächstgelegene reguläre Grenzübergang ist fünf Kilometer entfernt.“

In diesem Zusammenhang wird von unerlaubten Push-Back-Aktionen gefaselt. Wen kratzt da noch, dass gemäß dem Grenzkontrollgesetz generell auch an der grünen Grenze eine Ausweispflicht besteht. Dafür sind ausschließlich Reisepass bzw. Personalausweis zulässig. Selbst beim Spaziergehen und Radfahren im Grenzbereich muss man immer einen dieser Lappen dabei haben. Hat man ihn nicht, drohen übrigens empfindliche Geldbußen im Tausenderbereich. Kohle, die der weltwandernde Migrant natürlich schon an Schlepper und sonstiges Gesindel ´verloren´ hat. Natürlich besaß keiner derer, denen der nächtlich vollzogenen Übertritt glückte, noch irgendwelche lästigen Ausweispapiere. Nicht ein einziger, wohlgemerkt! Das diese Menschen unter Geleitschutz wieder gehen mussten – geht aber gar nicht. Da grollt und zürnt die Seele aufrechter ARD-Menschenrechtler, einschließlich ihnen zuarbeitender NGO.

Freilich: Das ARD Team bleibt clever und macht sich auch hier vorsorglich nicht selbst die Pfoten schmutzig. Ohne Genehmigung in grüner Grenznähe filmen? Besser nicht. Warum sollte der kroatische Staat eine solche auch erteilen? Da besagte (aber unbenannte) NGO locker der Beihilfe illegaler Grenzüberschreitung bezichtigt werden können (allein die begleitende Logistik spricht Bände), verschleiert die ARD ganz bewusst deren Identität. Auch eine Art Beihilfe. Eine Grauzone mehr sozusagen – das Material ist ihnen also ´zugespielt´, kaum angefordert worden.

An den offiziellen Grenzübergängen sorgen die bewährten Aufmärsche für zwielichtige Gefühle. Da werden mitreisende Kleinkinder mit voller Absicht in die erste Reihe geschoben (vor den Schlagbaum, der sie von den schwer bewaffneten Einsatzkräften trennt), da werden Babys hoch gehalten, die um die Wette muffeln, genretypische Ohnmachtsanfälle werden so oft wiederholt, bis keiner es mehr sehen kann oder möchte. Woman and children first – um Mitleid zu schüren oder als lebendige Schutzschilde? Beides passt. Und stimmt. Empathie-Marketing in Reinkultur, bis der erste Schuss ins Schwarze trifft.

Indem die Beamten an der bosnisch-kroatischen Grenze illegal ´Einreisende´ unermüdlich aufgreifen und wieder abschieben, zwecks eigener Verteidigung auch mit voller Härte, erledigen sie die Drecksarbeit – für Deutschland und den Rest der anvisierten Zielländer. Das hört sich so richtig scheiße an. Noch beschissener fände es der deutsche Pauschaltourist indes, würde er demnächst in den bis zum Erbrechen besichtigten Küstenmetropolen Kroatiens von hängen gebliebenen, also: großmütig geduldeten ´Migranten´ mit Messern oder Knüppeln, ach was sage ich: mit deren bloßer Gegenwart belästigt werden. Vor der Glotze: gern. Aber doch bitte nicht am Strand von Dubrovnik. Dann zieht die Urlaubskarawane eben weiter. Schuld an allem wären aber die Kroaten selbst. Auch das stimmt. Dieses Land kann sich, um beim Vergleich zu bleiben, keinen unbegrenzten Zustrom an Migranten leisten ohne selbst am Ende daran zu zerbrechen. Zwar wollen diese Menschen alle ins gelobte Land, aber wenn Österreicher und Deutsche kurzerhand ihre Grenzen wieder komplett schließen (wie dies schon einmal geschah), dann bleibt das vergleichsweise kleine Kroatien erst einmal auf sie sitzen. Dumm gelaufen. Man vergegenwärtige sich das Schicksal Griechenlands, man schaue nach Lesbos, auch nach Lampedusa: um nur diese Beispiele kurz zu bemühen. In der Vergangenheit diente die bosnisch-kroatische Grenzlinie der Abwehr osmanischer Einfälle. Heute soll dort vermeintlichen Flüchtlingen offenbar notorisch freier Zutritt gewährt werden. Die arrogante Selbstvergessenheit deutscher Eliten öffnet Grenzen und kennt selbst keine mehr. Die bequeme territoriale Mittellage Deutschlands suggeriert ihnen offenbar, dass sie und ihresgleichen auch wirklich im Mittelpunkt stünden: um von dort aus allen anderen Nationen Europas die Leviten zu lesen.

Am Ende wird sich der Schutz dieser alten europäischen Schicksalsgrenze ohnehin nicht gelohnt haben. Der von Deutschland maßgeblich mitverfasste und ohne nennenswerte Gegenwehr durchgewinkte Migrationspakt wird schon Anfang kommenden Jahres die Völker Europas vor endgültig unlösbare Probleme stellen. Als die Mutti der Nation trotzig der Vertragsunterzeichnung zu Marrakesch beiwohnte, wusste sie, wie`s ankam: mehr als Einladung – ´wir schaffen das´. Unverbesserlich und unbelehrbar, vollkommen maßnahmen- und beratungsresistent, isoliert und ruiniert sie ihr Land damit auf Dauer ganz ähnlich, wie dies in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert allzu oft von ihren Vorgängern in vergleichbaren Ämtern praktiziert wurde. Begleitende gesamteuropäische Kollateralschäden mit eingerechnet.

Die vor Fallstricken und Hinterhalten nur so strotzenden deutschen Sonderwege waren stets gespickt mit unverbindlich scheinenden, in Wahrheit tödlich ernst gemeinten, vor Moral und Selbstgerechtigkeit nur so triefenden Hinweis- und Verbotsschildern, an die sich gefälligst jeder zu halten habe. Von Marrakesch bis Korschenbroich, über sämtliche nationalstaatliche Grenze hinweg bis in den Abgrund der Geschichte hinein.

 

Numeri 24 : 9 - Foto: An der kroatisch-bosnischen Grenze


Autor: Dr. Nathan Warszawsk
Bild Quelle: Julian Nyča [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], from Wikimedia Commons


Dienstag, 18 Dezember 2018









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