Katarina Barley will Viktor Orban aushungern

Katarina Barley will Viktor Orban aushungern


Es ist noch nicht lange her, da war Katarina Barley Generalsekräterin der SPD unter Sigmar Gabriel, Familienministerin und Justizministerin unter Angela Merkel. Dann wurde sie nach Brüssel befördert und amtiert dort inzwischen als MdEP und stellvertretende Präsidentin des EU-Parlaments.

Katarina Barley will Viktor Orban aushungern

Von Henryk M. Broder

Letzte Woche gab sie dem DLF ein längeres Interview, in dem sie „die Lage in Polen und Ungarn“ als „besonders ernst“ bezeichnete. Dort werde „der Rechtsstaat systematisch umgebaut“. Dagegen müsse die EU vorgehen und den ungarischen Ministerpräsidenten Orban „aushungern finanziell“. Denn: „Er braucht auch das Geld. Und wenn wir sagen, dann kriegst du auch kein Geld, dann wird er am Ende an der ein oder anderen Stelle, denke ich, auch einlenken müssen.“ Jetzt gelte es, die Weichen zu stellen, denn: 

„Wenn wir jetzt die Rechtsstaatlichkeit aufgeben, dann haben wir für die weiteren sieben Jahre Verhältnisse in der EU, wie sie unsere Bürgerinnen und Bürger auch nicht wollen, denn unsere Steuergelder gehen dann an Regime wie das von Orbán und Kaczynski, die sich vor allen Dingen Geld in die eigene Tasche schaufeln, aber ihre Länder zu Demokratien umbauen, die mit den Werten der EU nichts mehr zu tun haben.“

Unter normalen Umständen würde man so etwas „totalitäre Erziehung“ oder „Erpressung“ nennen, aber die Umstände sind eben nicht normal, wenn eine Domina wie Katarina Barley einem Land mit „Aushungern“ droht und von „Werten“ redet, die sich darin erschöpfen, mit dem Entzug „unserer Steuergelder“ zu reden. Das hört sich so an, als wäre sie von der Furcht getrieben, es könnte für sie und ihresgleichen nicht genug übrig bleiben.

Nachdem der Schulz-Zug entgleist war

Sie könnte ihren Parteifreund Martin Schulz fragen, wie er es geschafft hat, jahrelang Geld in die eigene Tasche zu schaufeln, 304 Euro täglich oder 111.000 Euro jährlich steuerfrei, bevor REPORT Mainz ihm auf die Schliche kam und darüber berichtete. Wenn sie gegenüber dem kurzzeitigen Vorsitzenden und Kanzlerkandidaten der SPD nicht befangen wäre. 

Im März 2017 gab Frau Barley der Frankfurter Neuen Presse ein Interview, in dem sie Martin Schulz bescheinigte, er habe „der SPD Selbstbewusstsein zurückgegeben“, dank ihm sei die SPD „wieder attraktiv“ geworden, sie habe nicht erwartet „dass die Begeisterung für Martin Schulz so schnell von der Partei auf die ganze Gesellschaft übergreifen würde“. 

Freilich: Nachdem der Schulz-Zug entgleist war, stellte sie den „Aufstieg und Fall" ihres Parteifreundes anders dar. Der sei „nicht glücklich gewesen“, als er mit 100 Prozent zum Kanzlerkandidaten gewählt wurde, damit habe auch „niemand gerechnet“, ihm war „sehr schnell klar, dass das eine hohe Bürde“ sein würde, er habe auch immer wieder gesagt, „das Überbordende, das Überhöhende, das ist nicht gesund“. 

Nur hat es leider niemand mitbekommen, außer Frau Barley und – vielleicht – einer Handvoll von Genossen. Schulz sitzt mittlerweile im Bundestag und wird demnächst die Führung der Friedrich-Ebert-Stiftung übernehmen. Wir müssen uns um ihn keine Sorgen machen. Um Frau Barley auch nicht. Aber wie geht es mit Viktor Orban weiter? Sein Schicksal ruht in den Händen von Frau Barley. Und das ist der Albtraum nach dem Aufwachen.

 

Erstveröffentlicht bei der Achse des Guten


Autor: Henryk M. Broder:
Bild Quelle: uperbass CC-BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons


Sonntag, 04 Oktober 2020

**********

Wir benötigen Ihre Spende
für den Betrieb von haOlam.de

für 2020 fallen kosten von 7400€ an, davon haben wir bereits von Ihnen als Spende 41% erhalten.

41%

Stärken Sie eine Stimme der Wahrheit – Unterstützen Sie die Journalistische Arbeit von haOlam.de!

**********

Spenden an den gemeinnützigen Trägerverein von haOlam.de können von der Steuer abgesetzt werden.

Wir bedanken uns bei allen Spendern für die Unterstützung!

Spenden via PayPal