Wer den Status quo untergräbt

Wer den Status quo untergräbt


Die Palästinenser4 in Jerusalem erzielten den Sieg, den sie am Freitag anstrebten: Muslimische Gottesdienstbesucher drängten in den Bereich des Goldenen Tores auf dem Tempelberg, der seit 2003 wegen dortiger Hamas-Aktivitäten gesperrt war.

Von Nadav Shragai, Israel haYom

Die Polizei akzeptierte die Realität, um weit verbreitete, gewalttätige Zusammenstöße zu vermeiden; sie nahm Dutzende fest, aber solange nichts geschieht, um die Geschichte rückgängig zu machen, bildet der palästinensische Schachzug einen weiteren Schritt in ihrer Jahre dauernde Kampagne die Status quo auf dem Tempelberg zu untergraben, zumeist zugunsten der Palästinenser und zum Nachteil der Juden. Zwei neue Moscheen sind in den Ställen Salomons am Ort der alten Al-Aqsa-Moschee gebaut worden; Einschränkungen dazu, wann und wo Juden der Besuch auf dem Tempelberg erlaubt wird und seit Jahren gibt es fast keine Durchsetzung von Antiquitätengesetzen zu Planungs- und Bauarbeiten. Jetzt haben sie sich auf das Goldene Tor konzentriert.

Der jüngste kalkulierte Schritt wurde von der der Waqf-Kontrolle initiiert, zu der in ihrer neuen, radikaleren Aufmachung Scheik Ikrama Sabri gehört, ein ehemaliger Mufti von Jerusalem und heute Mitglieder der Muslimbruderschaft sowie ein Verbündeter des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan; außerdem Raed Saleh, Führer des verbotenen nördlichen Arms der Islamischen Bewegung. Neben Sabri gehören dem erweiterten Rat eine Reihe offizieller Vertreter der Fatah-Bewegung und der palästinensischen Autonomiebehörde an.

Das ist für Israel eine Wende zum Schlechten. Die Jordanier haben Gegner der israelischen Hegemonie auf dem Tempelberg im Waqf-Rat installiert; Der Waqf-Rat ist das jordanische Verwaltungsgremium, das den Tempelberg und seine Moscheen leitet. Hinter dem Zug steckt ein Ziel: Den USA und Israel soll klargemacht werden, dass dem Status quo auf dem Tempelberg nicht zugestimmt wird, der in Vereinbarungen mit Israel verankert ist; das soll eingeschränkt werden. Was den Jordaniern Angst macht und sie dazu veranlasste diesen ungewöhnlichen Schritt zu gehen, waren Berichte, dass US-Präsident Donald Trumps Friedensplan, der auch den Status von Jerusalem berührt, zu einer pan-islamischen Verwaltung des Tempelbergs aufruft, bei der weitere arabische Länder – darunter Saudi-Arabien – beteiligt wären. Saudi-Arabien kontrolliert bereits die beiden heiligsten Orte des Islam, die Städte Mekka und Medina.

Das Ziel der jordanischen Botschaft ist der Bereich um das Goldene Tor, das bereits Ort für Konflikt gewesen ist. Die Polizei setzte illegalen muslimischen Beerdigungen vor dem Tor ein Ende; zudem gab es dort Rangeleien mit der israelischen Antikenbehörde darüber, was mit den uralten Holzbalken nahe des Goldenen Tores geschehen sollte, von denen einige auf die Zeit des ersten und zweiten Tempels zurückgehen und die vom Dach der Al-Aqsa-Moschee entfernt wurden, nachdem diese 1927 durch ein Erdbeben niedergerissen wurde. Die Balken hatten Jahre lang in der Nähe des Goldenen Tores gelegen, waren den Elementen ausgesetzt.

Jerusalem vernahm die Botschaft, aber es sieht so aus, als sei es zu spät. Der neue Waqf-Rat und die Hamas verbreiten Lügen, Israel plane den Bau einer Synagoge im Goldenen Tor. Sie sind entschlossen den Bereich in das muslimisches Gebetsgebiet auf dem Berg zu annektieren, das ständig ausgeweitet wird. Die erste Schlacht, die am Freitag stattfand, ging an sie. Wir können eine weitere Runde erwarten.

 

Übersetzt von Heplev


Autor: Heplev
Bild Quelle:


Donnerstag, 28 Februar 2019






Wer sich so etwas gefallen lässt ist letztendlich selber Schuld an seiner schlechten Situation.




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