Klimaketzer

Klimaketzer


Wahre Sozialisten sind aus übergeordneten ideologischen Gründen gegen Kernenergie.

Von Dr. Nathan Warszawski

Wenn man intensive Systeme für die Stromerzeugung – Kernenergie – nutzt, kann man in einer kapitalistischen Wachstums- und Industriegesellschaft leben, ohne auf Umweltschutz zu verzichten. Dies bedeutet, dass der Umweltschutz nicht dazu taugt, die Abschaffung des Kapitalismus zu fordern. Erneuerbare Energien euphorisieren dennoch die ideologisierte Klimapolitik. Einem Sozialisten geht es nicht um die Rettung des Klimas oder eines sonstigen bürgerlichen Nonsenses, sondern einzig um den Sieg des Sozialismus. Ansonsten wäre er kein Sozialist, sondern Anhänger der SPD.

Ich könnte hier enden.

Es sind Linke, Progressive und Sozialisten, die von den USA bis Spanien und Frankreich Kernkraftwerke stilllegen wollen, jedoch nicht in der VR China oder in Russland, dem Ursprungsland des real existierenden Kommunismus. Linke, Progressive und Sozialisten behaupten, dass sie zutiefst um das Klima besorgt sind. Warum wollen ausgerechnet Sozialisten Kernkraftwerke schließen und nicht konservative bürgerliche Radioaktivität-Verängstigte?

Die größten Erfolge bei der Kernenergie haben bisher Schweden und Frankreich zu verzeichnen, zwei Nationen, die von Sozialdemokraten und Sozialisten jahrzehntelang als Vorbild einer gewünschten Gesellschaftsform weltweit angepriesen worden sind.

Es ist die Kernenergie, nicht die Sonnen- und Windenergie, die die Energieversorgung radikal und schnell aus der Kohle herausführt, gleichzeitig für steigende Einkommen sorgt und somit den gesellschaftlichen Wohlstand mehrt. Allein die Kernenergie hat den Verkehr durch den Antrieb von Hochgeschwindigkeitszügen in Frankreich, Japan und China dekarbonisiert. Der Verkehrssektor trägt etwa ein Drittel zu den von Menschen verursachten Emissionen bei.

Warum soll der einfache Bürger eines kapitalistischen Staates den Ausstieg aus der Kernenergie fordern? Aus Unkenntnis! Nur wenige Unbedarfte wissen, dass Kernenergie die sicherste aller Energiequellen ist. Niedrige Strahlendosen sind ungefährlich, nachweislich evolutionsfördernd. Zudem ist Atommüll die sicherste Art des Abfalls.

Wie viel Tote sind pro erzeugte Terawattstunde zu erwarten?

Kohle       244

Öl                52

Biomasse   50

Gas             20

Wasser        1

Wind           0,15

Solar            0,1

Kernkraft   0,04

Somit ist die Kernenergie die sicherste aller Energiequellen. Die Stilllegung von Kernkraftwerken ist das schlimmste Übel für das Klima.

Unwissenheit allein kann die Angst vor Kernenergie nicht ausreichend erklären. Das Problem besteht darin, dass friedensliebende Sozialisten die Kernenergie mit Atombomben in Verbindung bringen. Psychologen dokumentieren seit über einem halben Jahrhundert, wie Menschen ihre Angst vor der Atombombe auf die Kernkraft übertragen. Jüngeren Atomgegner hingegen sollten eher in der Angst vor dem Klimawandel aufgewachsen sein als in der Angst vor dem Atom!?

Der Reiz der Erneuerbaren

Die meisten Bürger geben an, erneuerbare Energien aus demselben Grund zu bevorzugen, aus dem sie Bio-Produkte kaufen. Dahinter steckt der Irrtum, der sich auf die Natur beruft.

Nicht erst neuerdings wird die Welt in „natürliche“ und „unnatürliche“ Dinge unterteilt. „Natürliches“ soll besser, sicherer oder sauberer sein als „Unnatürliches“. Tatsächlich benötigen Solarkraftwerke hundertmal mehr Landfläche als Kernkraftwerke und die zehnfache Menge an Rohstoffen, um dieselbe Menge Energie zu erzeugen. Solarkraftwerke erzeugen dafür hundertmal mehr Abfall und mehr als doppelt so viele Tote. Endlich wird das Bienensterben, welches die Menschen gemachte Zivilisation bedroht, mit Mais-Monokultur und Solaranlagen wissenschaftlich in Beziehung gebracht.

Windparks töten Hunderttausende gefährdete Vögel bedrohter Arten und tragen zur Ausrottung der Fledermäuse bei. Windparks führen zum Tod von mehr Menschen als Kernkraftwerke (s.o.). Da Sonnenschein, Wasser und Wind uns ein gutes Gefühl vermitteln und weil wir Sonnenschein, Wasser und Wind aus irgendeinem nicht nachvollziehbaren Grund für natürlicher halten als Uran, gehen wir unbewusst davon aus, dass erneuerbare Energien besser für die Umwelt und dem Menschen sind. Investoren und politische Befürworter erneuerbarer Energien wissen und verschweigen, dass Solar- und Windparks schädliche Auswirkungen auf die Umwelt haben.

Solar- und Windindustrie reagieren wie Marketingexperten, falls sie mit Umweltproblemen konfrontiert werden: Sie beharren darauf, dass es keine Umweltprobleme gibt. So betont die Solarlobby gern, dass gebrauchte Paneele gewinnbringend recycelt werden können und dass dies auch tatsächlich geschieht. Der Windlobby ist die Feststellung wichtig, dass gewöhnliche Hauskatzen mehr Vögel töten als Windkraftanlagen.

Doch solche Behauptungen sind irreführend (zugelassenen Fakes als Meinung kaschiert). Hauskatzen töten kleine, kranke, häufig vorkommende Vögel wie Spatzen, aber keine große, gesunde, und gefährdete Vogelarten wie Adler, des Deutschen liebsten Wappentier. Zudem sind sich Fachleute einig, dass es wirtschaftlich nicht lohnenswert ist, Solarmodule zu recyceln. Der Kauf von Neuware ist billiger. Viele Befürworter erneuerbarer Energien sind ausschließlich des hohen Profits wegen dabei und verspüren nicht die geringsten Skrupel, politische und wirtschaftliche Bündnisse mit Erdgas-Interessen einzugehen. In Deutschland ist dies allgemein be- und anerkannt, selbst bei führenden Politikern, die von Putin reichlich überzeugt werden.

Die meisten Befürworter erneuerbarer Energien und auch progressive, sozialistische Führungspersonen lassen sich zusätzlich durch Überzeugungen motivieren, nicht nur durch Geld.

Wie Kernenergie die erneuerbaren Energien bedroht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangt die Arbeiterklasse in den industrialisierten Ländern weltweit zum ersten Mal zu materiellem Wohlstand, was leider das marxistische Credo widerlegt, dass nur eine radikale, sozialistische Gesellschaftstransformation die Armut und Rechtlosigkeit des Proletariats beenden wird. Kapitalismuskritiker verlagern daraufhin ihren Blickwinkel: Nun führt der Kapitalismus die Werktätigen nicht mehr in die Armut, sondern der Kapitalismus zerstört die Umwelt und somit die menschliche Existenz. Da ohne Menschen (Proletarier, Arbeiter) kein Sozialismus möglich ist, muss nun der Kapitalismus abgeschafft werden.

„Die Bedürfnisse von Industrieanlagen stehen über den Bedürfnissen des Menschen nach sauberer Luft“, schreibt ein sozialistischer Umweltschützer bereits 1962. „Der Kapitalismus schafft Widersprüche nicht nur zwischen Menschen, sondern auch zwischen Mensch und Natur. Die verhängnisvollen Gesetze des Marktes haben Vorrang vor den zwingendsten Gesetze der Biologie.“

Kapitalismuskritiker haben ein riesiges Problem mit der Kernenergie: Seit den 1940er Jahren bringt die Kernenergie die Industriegesellschaft voran, reduziert die Luftverschmutzung und verringert den ökologischen Fußabdruck der gesamten Menschheit. Das „Problem“ mit der Kernenergie ist: Kernenergie stellt unter Beweis, dass wir die Gesellschaft keineswegs radikal umorganisieren müssen, um Umweltprobleme zu lösen. Wir brauchen lediglich Kern- statt Kohlekraftwerke zu bauen. Eine sozialistische Revolution ist kontraproduktiv. Jeder ehrliche und gebildete weiß, dass der Sozialismus Umweltprobleme erzeugt. Wer dies nicht glaubt / glauben will, soll China, Venezuela, Russland, die Ukraine oder die ehemalige DDR bereisen.

Man vergleiche Deutschland mit Frankreich! Deutschland hat viel von dem umgesetzt, was der Green New Deal vorsieht. Bis 2025 wird Deutschland 500 Milliarden € für erneuerbare Energien ausgegeben haben, während gleichzeitig Kernkraftwerke stillgelegt werden. Was bekommt Deutschland, bekommen seine Bürger für seine/ihre Energiewende? Um 50 % höhere Strompreise, stagnierende Emissionen und eine Stromversorgung, die 10 mal CO2-intensiver ist als die Frankreichs.

Frankreich hingegen hat Kernkraftwerke gebaut. In den letzten zehn Jahren versucht Frankreich, aus politischer Abhängigkeit Deutschland nachzuahmen. Was ist die Folge? Frankreich gibt 30 Milliarden € für erneuerbare Energien aus, die CO2-Intensität seiner Stromerzeugung steigt parallel zu den Strompreisen. Frankreich, Deutschland und andere konkrete Länder zeigen, dass Kernenergie der einzige Weg ist, um die Energieversorgung signifikant, nachhaltig und kostengünstig zu dekarbonisieren und damit dem Klimawandel erfolgreich entgegenzuwirken. Doch ideologisch ist dies nicht gewollt, ein Tabubruch.

Das Schlimme an der Kernenergie ist, dass sie ohne radikale Gesellschaftstransformation auskommt. Kernenergie benötigt keine Umverteilung von €-Milliardenbeträgen von unten nach oben an Interessensgruppen.

Was die Kernenergie tut, ist folgendes: Sie steigert den gesellschaftlichen Wohlstand, erhöht die Einkommen und entkoppelt die Wirtschaft von Umweltverschmutzung und Umweltzerstörung. Die Abschaffung der Kernenergie senkt die Einkommen und koppelt die Wirtschaft an Umweltverschmutzung und Umweltzerstörung.

Kein Wunder, dass die Kernenergie so sehr von Sozialisten, die auf die proletarische Revolution setzen, und anderen verbohrten Ideologen gehasst wird!

Artikel angelehnt an

https://www.forbes.com/sites/michaelshellenberger/2019/02/14/the-real-reason-they-hate-nuclear-is-because-it-means-we-dont-need-renewables/


Autor: Dr. Nathan Warszawsk
Bild Quelle:


Sonntag, 10 März 2019









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