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Der deutsche Urwald

Der deutsche Urwald


Henryk M. Broder kommentiert den Besuch eines Mitglieds der deutschen Bundesregierung in Brasilien - und dessen Weisheiten zu Wald, Regenwald und Klimawandel.

Von Henryk M. Broder

Der deutsche Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Gerd Müller - nicht zu verwechseln mit dem Fußballer gleichen Namens - hat Brasilien bereist und noch vor Ort an die brasilianische Regierung appelliert, `neue Rodungen im Amazonas-Regenwald zu stoppen´, das `sei zentral für den weltweiten Klimaschutz´, so hieß es in der Tagesschau, die ein Team mit auf die Reise in den Regenwald geschickt hatte.

Anders als der deutsche Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit will der brasilianische Ministerpräsident, der – wie es wenig später hieß – der Agrarlobby nahesteht, „weitere Rodungen aus wirtschaftlichen Gründen zulassen“, um Platz für Ackerbauern und Rinderzüchter zu schaffen. Damit ist der deutsche Minister gar nicht einverstanden, denn Deutschland investiert bereits „für den Schutz des Urwalds und indigener Völker“.

Man könnte sagen: So wie die deutsche Freiheit am Hindukusch verteidigt wird, so schützt Deutschland auch das Weltklima am Amazonas. „Der Regenwald ist von herausragender Bedeutung für den Erhalt der Biodiversität und insbesondere des Weltklimas“, sagt der Minister.

Entwaldungsfreie Lieferketten für Soja

Deswegen fordert Müller einen „nachhaltigen Handel, besonders bei Soja“, beim Handel mit Brasilien und anderen südamerikanischen Staaten werde es „darum gehen, entwaldungsfreie Lieferketten zu vereinbaren; der Druck von Sojaanbau und Rinderhaltung darf nicht weiter in den tropischen Regenwald hineingetrieben werden“. 

Unter normalen Umständen würde man eine solche Stellungnahme eines deutschen Ministers als Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Staates ansehen. Aber die Umstände sind eben nicht normal.

Richtete sich der deutsche Ehrgeiz mal darauf, im Handel „Exportweltmeister“ und im Fußball „Weltmeister der Herzen“ zu sein, so will man heute eine „Führungsrolle“ beim Klimaschutz und bei der Aufnahme von Flüchtlingen übernehmen. Kein Politiker sagt zwar „Germany first“, aber genau das ist gemeint, wenn von einer „Führungsrolle“ die Rede ist. Mit weniger geben sich deutsche Politiker nicht zufrieden.

Mögen daheim Wälder für den Anbau von Windrädern geopfert und tausende von Vögeln geschreddert werden, wir schützen den Regenwald am Amazonas und sorgen uns um den Lebensraum der Eisbären in der Arktis.

 

Zuerst erschienen in der Zürcher Weltwoche und der Achse des Guten - Zweitveröffentlichung mit freundlicher GTenehmigung des Autors.


Autor: Henryk M. Broder:
Bild Quelle: Andrea Schaufler CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons


Sonntag, 21 Juli 2019






Bravo HMB, treffnder kann man es nicht sagen/schreiben. Sollte DE wirklich der Meinung sein eine Führungsrolle einnehmen zu müssen, dann sollten sie auch das entsprechende Geld dafür einsetzen aber das klappt ja schon in den Verteidigungsbemühungen nicht.