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Plädoyer für Wurstesser, Vielflieger, Autofans und andere Feinde unseres Planeten

Plädoyer für Wurstesser, Vielflieger, Autofans und andere Feinde unseres Planeten


Eigentlich eigne ich mich als Guru der Klima-Bewegung. Mein letztes Auto habe ich vor fünfundzwanzig Jahren verkauft, eine Ölheizung habe ich nie besessen. Meine Frau und ich verbrauchen wenig Strom, weit unter dem Durchschnitt unserer Siedlung, in unserem Haus gibt es weder einen Geschirrspülautomaten noch eine Kaffeemaschine, einen Fernseher oder einen Fön.

Von Chaim Noll

Ich fliege, so selten es geht. Auch Wurst und Fleisch essen wir nicht mehr, seit mindestens zehn Jahren, womit wir die Kriterien des amerikanischen Kollegen Jonathan Safran Foer erfüllen, der kürzlich in einem Buch gefordert hat, die Menschheit müsste sich, um die Erde zu retten, wenigstens in Teilzeit-Veganer verwandeln.

Wir erzeugen also, kurz gesagt, nur ein Minimum an Kohlendioxid, das vermutlich schon der dichte Pflanzengürtel um unser Haus wieder absorbiert. Meinen Garten wässere ich mehrmals pro Woche, weil in unserer Gegend die Erderwärmung schon vor Jahrtausenden zugeschlagen hat und wir inzwischen lernen mussten, wie man inmitten einer Klimakatastrophe überlebt. Dabei hat sich gezeigt, dass die Welt nicht untergeht, wenn es wärmer und trockener wird als in Schweden oder Schwaben. Einem Berliner Bekannten, der über die infolge der Erderwärmung vertrocknenden Berliner Straßenbäume klagte, habe ich daher kürzlich per E-Mail den Vorschlag gemacht: „Wenn die Berliner Straßenbäume im Sommer in einem schlechten Zustand sind, gibt es zwei Möglichkeiten zu reagieren. Erstens: Man gibt ihnen Wasser. Zweitens: Man startet eine Demo gegen den Klimawandel.

Es ist jüdische Philosophie, bei sich selbst anzufangen

Verstehen Sie diese Alternative bitte im philosophischen Sinn. Tut man das Naheliegende, für die Bäume Hilfreiche, konzentriert man sich auf das, was in der eigenen Reichweite liegt, oder hat man menschheitsbeglückende Ambitionen? Es ist jüdische Philosophie, bei sich selbst und der nahen Umgebung zu beginnen, der rabbinische Terminus ist chinuch azmi, was ungefähr heißt: Selbstvervollkommnung. Und daraus ergibt sich dann peu à peu die Weltverbesserung. Das hieße, der Berliner Senat, der so viel Geld für Schwachsinn ausgibt, verlegt Bewässerungsschläuche für die Straßenbäume. So einfache Lösungen waren aber in Deutschland nie gut genug.“

Es wäre ungerecht, den Wahnsinn der neuen Welterlösung allein Deutschland zuzuschreiben. Er hat längst globale Dimension erreicht. Wenn man Gretas Rede in New York gesehen hat, das vom Hass verzerrte Gesicht einer sechzehnjährigen Heilspredigerin, ihre tränenerstickte Stimme, die von Sendungsbewusstsein sprühenden Augen, ahnt man, dass es hier weniger um Problemlösungen geht als um die aus der Geschichte bekannte Neigung solcher Bewegungen, Menschen zu mobilisieren, zu manipulieren, zu beherrschen, Verbote und Vorschriften zu erlassen, andere Menschen zu Feinden zu erklären.

Diesmal zu Feinden des Planeten, ähnlich den „Volksfeinden“ der Stalin-Zeit. Gretas Gesichtsausdruck erinnert an die Fanatikerinnen der frühen russischen Revolution, an die Anarchistinnen und Bomben werfenden Generalstöchter, an die Volkserzieherin Jelena Stassowa, genannt „Genossin Absolut“ oder an die schreckliche „rote Hilde“, die säuberungswütige Genossin Benjamin, langjährige Justizministerin der DDR. Der Fanatismus von Frauen ist nicht angenehmer, nicht menschlicher als der von Männern.

Für die Rechte der Wurstesser und Vielflieger 

Mein Problem ist, dass ich Solidarität mit den avisierten Opfern fühle. Aus düsterer Vorahnung positioniere ich mich für die Rechte der Wurstesser, Vielflieger, Autofans und Ölheizer, für die Menschenrechte derer, die von der kommenden Klima-Revolution zu Feinden erklärt und eliminiert werden sollen. Weil mich schon jetzt, auch wenn ich all das nicht bin und nicht sein will, die Verbote schrecken, die ihnen gelten, die sich anbahnenden Regulierungen unseres Lebens, zunächst scheinbar motiviert, dann immer mehr als blanker Terror der Macht. Und weil ich mich des Verdachts nicht erwehren kann, dass mir von den neuen Machthabern meine geringe CO2-Erzeugung nicht als mildernder Umstand angerechnet wird. Sie lassen nur gelten, dass man sich ganz und gar, mit Haut und Haar den welterlösenden Zielen ihrer Bewegung verschreibt.

Greta ist ein Instrument der Desinformation. Ihre Überpräsenz in den Medien hilft, die wirklichen Probleme unserer Tage auszublenden. Vielleicht begreift sie eines Tages selbst, dass sie grausam ausgenutzt wird. Ich war mit sechzehn, in Gretas Alter, Anhänger des marxistischen Messianismus. Später bin ich mühsam zu Verstand gekommen. Auch das macht mich ungeeignet für die neue Revolution.


Autor: Chaim Noll
Bild Quelle:


Samstag, 28 September 2019









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