Die Kurden Syriens: Volk ohne Wasser

Die Kurden Syriens: Volk ohne Wasser


Letzte Woche wird der erste Corona-Fall in Syrien bestätigt. Nun wird in den von den Türken begehrten kurdischen Gebieten Nordsyriens das Wasser knapp. Das wichtigste Wasserwerk für die Versorgung von rund einer halben Million Menschen liefert nicht mehr.

Die Kurden Syriens: Volk ohne Wasser

Von Dr. Nathan Warszawski

Das hat keinerlei technische, sondern nur politische Gründe. Denn das rund zehn Kilometer östlich von Serekaniye (Ras al Ain) gelegene Pumpwerk Alouk steht unter Kontrolle der Türkei und der mit ihr verbündeten Milizen. Das Pumpwerk Alouk versorgt die kurdischen Gebiete Nordsyriens, die Erdogan ein Dorn im Auge sind. Deshalb besetzen Erdogans Schergen im vergangen Oktober 2019 in einer „Operation Friedensquelle (!)“ genannten Invasion völkerrechtswidrig Teile des syrischen Kurdengebietes entlang der türkischen Grenze.

Seit letztem Samstag (21.3.2020) fließt von Alouk kein Wasser mehr zu den Kurden. Im ebenfalls von der Versorgungsunterbrechung betroffenen Lager Al-Hol leben aktuell 67.000 Menschen auf engstem Raum. Die hygienischen Bedingungen in diesem wie auch allen anderen Lagern sind erbärmlich, sodass die EU es vorzieht wegzusehen. Die kurdische Regionalverwaltung versucht, die Wasserversorgung mit Tanklastwagen aufrechtzuerhalten. Zuweilen werden Feuerwehrfahrzeuge eingesetzt.

Die mit der EU und der freien und demokratischen Staaten der Welt verbündeten Kurden werden wie üblich allein gelassen. Es gerade ein Jahr her, dass kurdische Milizen den IS in seinem letzten Zufluchtsort besiegt haben. Ein Kampf, bei dem die Kurden mit über 11.000 Gefallenen einen hohen Blutzoll bezahlt haben, damit die Bürger der USA und der EU ruhig schlafen können. Gedankt wurde den Kurden ihr Einsatz nicht – man lässt sie erneut hängen.

Unter „man“ werden alle EU-Staaten gezählt, die sich viel auf ihren Humanismus einbilden, und die Verehrer des türkischen Diktators, der die Kurden verdursten lässt. Eine Anklage wegen Völkermord braucht der in Deutschland beliebte türkische Führer nicht zu befürchten.

Die Welt schaut dem Tod der Kurden schweigend zu: So gesehen, wäre der Coronavirus eine milde göttliche Strafe.


Autor: Dr. Nathan Warszawsk
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Montag, 30 März 2020

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