Raw Frand zu Parschat Bamidbar: Zum Haupt des Hauses werden

Raw Frand zu Parschat Bamidbar:

Zum Haupt des Hauses werden


An diesem Shabbat lasen wir die Paraschat Bamidbar aus der Torah. Raw Frand erläutert Aspekte dieser Parascha und ihrer Bedeutung. Heute lesen Sie den ersten Kommentar zur Paraschat.

Zum Haupt des Hauses werden

Der Passuk sagt: „Und euch zur Seite soll für jeden Stamm ein Mann stehen („Isch, Isch le’Mateh“), der das Haupt seines Stammhauses ist“ („Rosch le’Bejt Avotav, hu“). [Bamidbar 1:4] Das Sefer Imrej Schamaj gibt uns eine Erklärung zu diesem Passuk, die Mut macht. Der Autor erklärt, dass jeder die Möglichkeit hat, zum Führer seiner Familie aufzusteigen.

Das Sefer Imrej Schajmaj zitiert eine amüsante Geschichte. Ein Jude, der ein Ungelehrter war (ein „Am Ha’arez“), sprach einen anderen an, der ein Gelehrter war (ein „Talmid Chacham“) und begann über seine Abstammung zu prahlen: „Bist du dir meines Jichus’ bewusst? Ich stamme von einer Reihe bedeutender Personen ab! Du hingegen stammst von niemand Wichtigem ab.“ Der Am Ha’arez war offensichtlich auf den Torahgelehrten eifersüchtig. Er hatte nur einen Vorteil – seine bedeutenden Vorfahren – darum prahlte er mit seiner Abstammung. Der Talmid Chacham antwortete ihm scharf: „Der Unterschied zwischen uns ist, dass dein Jichus bei dir endet, mein Jjichus hingegen fängt bei mir an.“

Auf die Fähigkeit, einen herausragenden Familienstammbaum bei sich selbst zu beginnen, wird im oben zitierten Passuk hingewiesen. Jede Person (Isch, Isch), egal wo er herkommt, hat die Möglichkeit, das Haupt seiner eigenen Familie zu werden (Rosch le’Bejt Avotav, hu). Dies bedeutet, dass er den Grundstein für eine berühmte Kette in seiner eigenen Familie legen kann, die in Zukunft ihre Herkunft auf ihn zurückführt. Niemand sollte sich dadurch entmutigen lassen, dass er aus bescheidenen Verhältnissen stammt. Im Gegenteil: Jichus muss irgendwo beginnen. Wenn es nicht bei den Vorfahren angefangen hat, dann soll ein Mensch jede Anstrengung unternehmen, um dafür zu sorgen, dass bei ihm eine bedeutende Abstammung beginnt.

Über den Maggid von Mezritsch wird folgende chassidische Geschichte erzählt: Als der Maggid von Mezritsch fünf Jahre alt war, wurde sein Haus ein Raub der Flammen. Seine Mutter sass weinend vor den Trümmern. Sie erklärte ihrem Sohn, dass sie nicht weine, weil sie ihr Haus verloren habe. Der Grund ihres grossen Kummers war ein Familienstammbaum („Schtar Juchsin“), der viele Generationen zurückging, und nun dem Feuer zum Opfer gefallen war. Die Tradition lehrt uns, dass der fünfjährige, zukünftige Maggid von Mezritsch sie mit den Worten tröstete: „Mache dir keine Sorgen, Mami. Ich werde einen neuen Jichus beginnen.“

Er wurde wirklich der Ahne einer bedeutenden Reihe von chassidischen Führern. Wenn heutzutage jemand seine Vorfahren auf den Maggid von Mezritsch zurückführen kann, wird er als Person mit bedeutender Abstammung betrachtet. Jede Person hat die Fähigkeit, das „Haupt der Ahnenlinie seiner Familie“ zu werden. Einige Personen haben das Schicksal, das „Ende in der Linie“ des Familien-Jichus zu sein. Andere sind fähig, eine neue Linie von Jichus mit sich selbst zu beginnen, mit Auswirkungen auf die folgenden Generationen.

 

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Autor: Raw Frand
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Freitag, 22 Mai 2020

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