Unterdrückte Palästinenser oder unterdrückerische Terroristen?

Unterdrückte Palästinenser oder unterdrückerische Terroristen?


Warum rühmen die Palästinenser, die sich als Opfer der landraubenden israelischen Unterdrücker vorstellen, die landraubenden Unterdrücker der Geschichte und finden sie inspirierend?

Unterdrückte Palästinenser oder unterdrückerische Terroristen?

Am 16. April 2021 veröffentlichte Al-Jazira einen Artikel von Adnan Abu ’Amar, dem „Leiter der Fakultät für Politikwissenschaften an der Universität der Ummah in Gaza“, zum Thema des Jihad während des Monats Ramadan. Darin erklärt er, dass Palästinenser in verschiedenen Jihaden die islamische Geschichte hindurch „Inspiration“ finden; zu den „bekannten gehören der Überfall von Badr, die Öffnung Mekkas, die Öffnung von Al-Andalus und die Schlacht der Pflasterung der Märtyrer [Die  Schlacht von Tours]“.

Interessanterweise waren in all diesen Schlachten die Muslime die Aggressoren. Sie drangen in nichtmuslimisches Territorium ein, schlachten dessen Einwohner ab und versklavten sie und nahmen das Land in Besitz – und aus keinem anderen Grund, als dass sie „Ungläubige“, Nichtmuslime waren.

Die Schlacht von Badr (oben dargestellt) war durch Mohammeds Überfälle auf nichtmuslimische Karawanen verursacht worden; die „Öffnung“ von Mekka – in muslimischer Geschichtsschreibung wird das euphemistische Wort „Öffnung [für das Licht des Islam]“ immer anstelle von „Eroberung“ verwendet – war schlicht das: die Eroberung einer nichtmuslimischen Stadt; die Öffnung/Eroberung von Al-Andalus ist eine Bezugnahme auf die Jahre 711 bis 716, als Muslime nach Spanien eindrangen und zahllose tausende Christen abschlachteten und ihre Kirchen niederbrannten; und die Schlacht von Tours ist natürlich die, wo die muslimischen Invasionen ins Herz Europas 732 schließlich gestoppt wurden.

Tatsächlich rühmen Elemente der Palästinenser die ungerechtfertigten Eroberungen anderer. Am 29. Mai veranstaltet Hizb ut-Tahrir – die „Befreiungspartei“ – oft große Freiluft-Ereignisse nahe der Al-Aqsa-Moschee, um das Jubiläum der islamischen Eroberung Konstantinopels zu feiern (29. Mai 1453). Während einer davon sprach der palästinensische Kleriker Nidhal Siam, nachdem all die takbirs („Allahu Akbar“-Sprechchöre) abgeklungen waren:

Oh Muslime, der Jahrestag der Öffnung [das heißt: Eroberung] Konstantinopels bringt Neuigkeiten dessen, was noch kommen wird. Er bringt Botschaft, dass in der nahen Zukunft Rom erobert werden wird, so Allah will… [Außerdem] wird der Islam seine Nachbarn niederwerfen und seine Einflussbereich wird sich über den Osten und den Westen dieser Erde erstrecken. Das ist Allahs Versprechen und Allah bricht seine Versprechen nicht.

Er und die versammelte Menschenmenge skandierten dann wiederholt: „Durch das Kalifat und die Festigung der Macht besiegte Mehmed der Eroberer Konstantinopel!“ und „Deine Eroberung, oh Rom, ist gewiss!“

Wieder muss die Frage betont werden: Warum finden die Palästinenser – die sich, wenn sie mit der internationalen Gemeinschaft sprechen und bei ihr Mitgefühl suchen, als unterdrücktes Volk darstellen, dessen Land unrechtmäßig besetzt wird – Inspiration bei denen, die andere  unterdrücken und ihr Land stehlen und wollen diesen nacheifern?

Wenn überhaupt, sollten die Palästinenser dann nicht mit, sagen wir, den Christen Spaniens mitfühlen, deren Land besetzt war und die von den Besatzern brutal behandelt wurden, nämlich den muslimischen Invasoren aus Nordafrika?

Gleichermaßen gilt, wenn die Palästinenser, wie sie behaupten, ein unterdrücktes Volk sind, dem sein Land gestohlen wurde, sollten sie dann nicht mit den Christen von Konstantinopel mitfühlen, statt mit Mehmet dem Eroberer, einem widerlichen Pädophilen, der in die uralte christliche Stadt eindrang und sie eroberte und dabei ihre indigenen Einwohner allen möglichen Arten von unaussprechlichen Gräueln unterwarf?

Was Rom angeht: Was hat das mit dem arabisch-israelischen Konflikt zu tun, dass auch es verdient erobert zu werden? Absolut nichts – außer dass der Islam Rom seit der Eroberung Konstantinopels als den symbolischen Kopf der christlichen Welt betrachtet hat und daher das dringende Bedürfnis verspürt es zu unterwerfen; oder, um den Islamischen Staat zu zitieren: „Mit Allahs Erlaubnis werden wir euer Rom erobern, eure Kreuze zerbrechen und eure Frauen versklaven… Wir werden Angst in die Herzen der Kreuzesanbeter gießen.“

Am vielsagendsten ist vielleicht die Behauptung des palästinensischen Klerikers Siam (zu donnerndem Applaus gesagt), „dass der Islam seine Nachbarn zu Boden werfen wird und dass sein Einflussbereich von Osten bis zum Westen dieser Erde reichen wird“. Mit anderen Worten: Kein Nichtmuslim ist sicher vor dem Schwert des Jihad – einschließlich derer, die unzählige Meilen weit weg von ihm leben und nichts mit dem arabisch-israelischen Konflikt zu tun haben.

Muss das nicht mit Sicherheit alles surreal erscheinen, wenn es in Kontext gesetzt wird? Wie können Palästinenser sich als erobertes und unterdrücktes Volk darstellen, dessen Land gestohlen wurde – während sie im selben Atemzug ehemalige Eroberungen rühmen und auf zukünftige hoffen, die voller Unterdrückungen und Landraub bei anderen Völkern sind, nur weil sie Nichtmuslime waren bzw. sind?

Und das ist die große Lektion: Schließlich und endlich gründen islamische Vorstellungen von „Gerechtigkeit“ auf einer einfachen Zweiteilung: Wann immer Muslime erobern, abschlachten, unterjochen und Land stehlen, ist das gerecht; wann immer sie unter einer „ungläubigen“ Obrigkeit leben, ist das auf nicht hinnehmbare Weise ungerecht. Daher der aggressive Hass auf Israel.

übersetzt von heplev


Autor: Raymond Ibrahim
Bild Quelle: Archiv


Samstag, 26 Juni 2021

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