Afrika: Die „Pandemie“ findet nicht statt

Afrika: Die „Pandemie“ findet nicht statt


Aus Südafrika wird gemeldet, dass dem ersten afrikanischen Werk zur Herstellung eines Corona-Impfstoffs das Aus droht. Kein Wunder: Die „Pandemie“ findet in Afrika praktisch nicht statt.

Afrika: Die „Pandemie“ findet nicht statt

Von Claudio Casula

In den vergangenen Wochen hat der südafrikanische Pharmakonzern Aspen Pharmacare keine einzige Bestellung erhalten. Aspen hatte nach einer Lizenzvereinbarung mit dem Pharmariesen Johnson & Johnson dessen Corona-Impfstoff für den ganzen Kontinent abfüllen und unter dem eigenen Namen Aspenovax vertreiben sollen. Allein, die Nachfrage tendiert gegen Null, überhaupt sind die Impfkampagnen in den afrikanischen Ländern zum Erliegen gekommen. Insgesamt sind weniger als 19 Prozent aller Afrikaner gegen COVID-19 geimpft, nur gut zwölf Prozent zweimal. Weniger als drei Prozent sind „voll immunisiert“. In der Demokratischen Republik Kongo ist gerade einmal 0,1 Prozent der etwa 80 Millionen Einwohner geimpft. Im Südsudan sind es keine fünf, in Tansania sechs Prozent. Größter Impfmuffel ist Burundi, dort kommt gerade mal eine Impfdosis auf 1.000 Einwohner.

Im Schweizer Tagesanzeiger ist zu lesen, dass im Juni in Südafrika Millionen Dosen von BioNTech ablaufen und sich auch in anderen afrikanischen Ländern unbenutzte Dosen stapeln. Fast 40 Prozent der bisher an den Kontinent gelieferten Impfstoffdosen seien nicht verwendet worden. Die meisten Afrikaner zweifeln die Wirkung der Impfstoffe an und / oder fürchten sich vor den Nebenwirkungen. (Über die Impfskepsis der Afrikaner berichtete Volker Seitz etwa hier.)

Der Hauptgrund dürfte jedoch darin liegen, dass die 55 Länder Afrikas kaum von der „Pandemie“ betroffen waren und sind. Das liegt sicher daran, dass die Bevölkerung vorwiegend jung ist (Durchschnittsalter: 19 Jahre) und wohl auch am anders strukturierten Immunsystem der Menschen. In Malawi etwa berichtete ein Arzt

„Wir haben herausgefunden, dass eine Gruppe von Zellen, die so genannten Monozyten, für die Abwehr von Covid-Erregern ebenfalls wichtig sind. Wir haben Proben von Erwachsenen aus Malawi und aus Großbritannien miteinander verglichen. Die Bevölkerung in Malawi scheint Monozyten zu haben, die viel, viel schneller reagieren. Es gibt also Hinweise darauf, dass es Unterschiede in der Immunantwort gibt, abhängig davon, wo Menschen leben.“

Malaria, Polio, Hunger sind das Problem – Covid nicht

Jedenfalls sind die Gesundheitssysteme in den afrikanischen Ländern, allen düsteren Prophezeiungen zum Trotz, sind nicht zusammengebrochen, obwohl es auf dem gesamten Kontinent (1,2 Milliarden Einwohner) gerade mal 27.460 Intensivbetten gibt – in etwa so viele wie in Deutschland (83 Millionen Einwohner). An und mit dem Virus SARS-CoV-2 sollen etwa 220.000 Afrikaner gestorben sein.

Zum Vergleich: Allein 2020 fielen 627.000 Afrikaner der Malaria zum Opfer, davon 96 Prozent in Subsahara-Afrika. In jenem Jahr wurde sogar ein Anstieg der Malaria-Fälle verzeichnet. Anders als Corona ist Malaria, wie Masern oder Polio, eine echte Geißel für Afrika.

Und der Hunger. Dieses Problem hat sich sogar verschärft. In einem UNICEF-Bericht heißt es:

„Lockdowns und Quarantäne-Maßnahmen haben dazu geführt, dass viele Eltern ihre Jobs verloren und sich die wirtschaftlichen Verhältnisse in vielen Ländern insgesamt verschlechtert haben. Familien geraten in Armut, gleichzeitig steigen die Preise für Lebensmittel. So müssen immer mehr Familien auch am Essen sparen, was zu Mangelernährung bei den Kindern führen kann. Viele sind auf humanitäre Unterstützung angewiesen, um zu überleben.

Auch die durch Corona bedingten Schulschließungen spielen eine entscheidende Rolle. Denn viele Kinder bekommen in der Schule die einzige Mahlzeit am Tag. In Uganda waren die Schulen im weltweiten Vergleich am längsten geschlossen: 83 Wochen. Erst im Januar 2022 kehrten die Schülerinnen und Schüler in die Klassenräume zurück. 83 Wochen keine Schule – das bedeutet vor allem große Bildungslücken und Nachteile in Bezug auf Bildungschancen, aber eben auch 83 Wochen ohne Schulessen und damit ein erhöhtes Risiko von Hunger und Mangelernährung.“

Kollateralschäden fataler als im Rest der Welt

Wie überall sonst auch, ist also auch in Afrika weniger das Virus das Problem als vielmehr die verhängten Maßnahmen und deren mitunter verheerenden Folgen. Der Deutschlandfunk zitierte die kongolesische Mikrobiologin Francine Ntoumi mit den Worten:

„Die meisten afrikanischen Länder haben nach der ‚copy and paste‘ – Methode agiert, sie haben einfach übernommen, was im Norden beschlossen wurde. (…) Auf dem Papier waren die afrikanischen Wissenschaftler natürlich in die Entwicklung der nationalen Corona-Strategien eingebunden, aber in Wirklichkeit lief es bei uns so: Frankreich hat das und das beschlossen? Zwei Tage später machen wir das Gleiche und das war's.“

Keine gute Idee. Der hysterische Umgang des Westens mit einer Krise, die eigentlich keine war – und wenn, dann eine selbst verschuldete –, war kein gutes Vorbild für den gebeutelten Kontinent, die Kollateralschäden wirken sich dort noch fataler aus als in den wohlhabenden Industrieländern der Erde. Wenn die nächste „Pandemie“ ausgerufen wird, dürfte es nicht schaden, den drängenden Empfehlungen des Westens zur Krisenbewältigung made in China mehr Skepsis entgegenzubringen.


Autor: AchGut
Bild Quelle: Jason clendenen, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons


Dienstag, 03 Mai 2022

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