Russengold - Wahnsinn mit intelligenter Methode,

Russengold - Wahnsinn mit intelligenter Methode,


Der TE-Autor Tomas Spahn schrieb gerade über die Gefahr für deutsches Gold und Trumps mögliche amerikanische Ambitionen, es mit gewissen Tricks eventuell zu behalten wollen. Wir haben noch etwas anderes herausbekommen.

Russengold - Wahnsinn mit intelligenter Methode,

von Tom Kursius

 

Das war ein Best of Intelligence! Viele mögen ja noch nicht daran glauben, was hier mit Währungseinlagen passiert; das wird sich aber zeigen. Aufmerksam sind wir darauf geworden, da wir uns wunderten, wo die Russen bei ihrer prekären Finanzlage das Geld her hatten, um jüngst 199 t Gold zu kaufen. Damit haben sie Ihre Reserven auf 1.614 Tonnen auf ca. 59,7 Mrd. € erhöht. Auch in diesem Jahr hat die Russische Zentralbank Bank Rossii vor, weitere 200 Tonnen Gold anzukaufen. Nach dem heutigen Goldpreis belaufen sich die 199 Tonnen auf einen Wert von etwa 7,363 Mrd. Euro und etwas mehr in Dollar.

 

Doch es geht, denn die Russen verkaufen ebenso wie die Chinesen und Japaner seit Jahren massiv amerikanische Staatsanleihen. Mit diesen Dollars können sie dann zuhause billig Gold erwerben, das sie aus eigener Urproduktion schöpfen, selbst dann, wenn sie US- und britisch-kanadische Konsortien brauchen, um es aus dem Boden zu holen. Das schadet den USA in jeder Weise.

 

Damit versucht Russland, den Dollar als Leitwährung unter Druck zu setzen. Eine Währung muss um Leitwährung sein zu können, nicht nur über eine adäquate Golddeckung verfügen, es muss auch auf einer stabilen Produktivität der Wirtschaft und konservativen Geldpolitik stehen, die das in sie gesetzte Vertrauen rechtfertigt. Dieses Vertrauen haben diese Länder in den Dollar ohnehin nicht mehr und nicht nur aus politischen Gründen. So gesehen handeln die Russen strikt logisch. Putin und seine Nationalbank Chefin Elvira Nabiullina haben einen Plan. Sie wissen um ihre eigene Unproduktivität auf den Gütermärkten, und es ist kein Ende in Sicht, dass sich das ändern könnte. Sie spekulieren auf einen Zusammenbruch des Dollars mit einer neuen künftigen Weltwährungskrise, der sie so mit eigenen Mitteln smart begegnen können. Die damit verbundene Abwertung des Dollars könnte auch die Russen entschulden und würde den Dollar als Leitwährung unmöglich machen. Dafür wäre der Euro schon wahrscheinlich, gleich wie er heute da steht. Für Putin und Nabiullina wäre das allemal besser als ein sich international stärkender Renmin-bi Chinas, das statt als Freund als immer härter werdender Konkurrent in Moskau erlebt wird. Währenddessen scheinen Trump und seine Banker tatsächlich zu glauben, sie könnten die Weltmärkte mit ihren Dollars fluten. So viel Naivität ist unwahrscheinlich, passt aber zu Trump, während man sich in Moskau wohl auf dem Boden der Realität befindet.

 

Aber auch Trump will mehr. Er will noch billigere Dollars drucken und damit teure deutsche Autos und Maschinen, in die USA importiert, bezahlen lassen.

 

Statt darüber nachzudenken, wie die USA ihre Produktivität für Alltags- und Konsumgüter erhöhen können, denkt man im Weißen Haus offen über Protektionismus nach. Falls er doch Schutzzölle errichtet, bedeutet das, er will damit europäische Hersteller in ein Preisdumping zwingen und amerikanische Konsumenten dazu, oft billigere oder kritische amerikanische Qualitäten zu akzeptieren. Beispiel ist etwa die Grüne Gentechnik, also das sogenannten Genfood. Das gleiche erwartet er vom europäischen Verbraucher, völlig im Unklaren über unser Befinden, das er nicht verstehen kann und akzeptieren will.

 

Ich bin fest davon überzeugt, dass Trump diese Krise, auf die Putin spekuliert, längst, wie unten noch steht, in seine Inflationspolitik eingepreist hat, denn er und seine Milliardärsfreunde, die nun in vielen wichtigen Ämtern sitzen, werden in jedem Falle profitieren – und sie werden Trump lenken, in die Richtung ihres Profits. Das klappt, da Trump bereits offenbar nachgewiesen hat, dass er weder etwas von Wirtschaft, noch von Politik, und von Volkswirtschaft sowieso nichts versteht. Also braucht er ihren Rat, Beispiel ist die Bildungsministerin Betsy DeVos. Die mehr als 5 fache Milliardärin tritt vehement für Private und gegen öffentliche Schulen ein. Trump folgt ihr.

 

Die Dealer-Mentalität Trumps und seiner Gesellen macht ja auch vor astronomischen Gegen- und Aufrechnungen, vor Pfändungen von geglaubten oder gebeugtem Recht und Trump-spezifischen Weltbildern keinen Halt, wie gerade nach Merkels USA-Besuch zu sehen war. Und der Ruf der Amerikaner hatte sie selbst vor der Wahrung eigener Interessen noch nie interessiert. Die Probleme um den Dollar als Leitwährung sollte sie aber interessieren, ebenso wie die kontinuierliche Demontage dieser durch starke Staaten.

 

Fazit: Das deutsche Gold in den USA, ist, wie Spahn schreibt, hoch gefährdet. Zu willkürlich sind die Auffassungen der Trump-Administration über Recht, Unrecht und Macht und deren Erhalt. Nach internen Meldungen musste Angela Merkel bei ihrer Reise Trump in fortgesetztem Maße darauf hinweisen, dass die USA keinen Außenhandelsvertrag mit Deutschland abschließen können, weil das ein exklusives EU-Recht ist. Das sagt wieder viel über die politische Intelligenz im gegenwärtigen Weißen Haus aus. Und das eh nicht justitiable Völkerrecht wäre ein schlechter Nothelfer vor amerikanischen Gerichten, wie vor internationalen Gerichtshöfen. Das erklärte auch die Vehemenz, mit der noch die Obama-Regierung die TTIP-Verhandlungen mit ihren dubiosen, den ordentlichen Rechtsweg ausschließenden, privaten Schiedsgerichten versuchte durchzusetzen.

 

Warum beunruhigt die Politik der amerikanischen Notenbank der Federal Reserve Bank oder kurz FED die amerikanischen Vermögenden nicht? Das ist einfach: Die Umorganisierung des amerikanischen Kapitals von unten nach oben ist simpel: auch die zerberstende Mittelklasse benötigt billiges Papiergeld, um damit seinen Lebensunterhalt und bescheidene Renten und die Studien der Kinder zu finanzieren. Währenddessen kaufen Bessergestellte mit eben diesem Papiergeld Unternehmens- und Industriewerte. Die halten im Wesentlichen auch große Krisen und eine seit 30 Jahren überfällige Währungsreform aus.

 

Und die machen die die USA einfach, wenn es ihnen passt. Und dann sind ihre horrenden Staatsschulden einfach wie weggeblasen.

 

Das würde dann Russen wie Amerikanern passen. Mich erinnert es an die Zeit als sich der noch neue chinesische Präsident Xi über die horrenden Rüstungsausgaben der USA beschwerte, weil diese, den der Rüstungsbedingten Inflation wegen, den Dollarkurs schon damals gewaltig drückten und ihm die lapidare Aussage zu Ohren kam „Warum kaufen denn die dummen Chinesen so viele unserer Obligationen?“ Vielleicht denkt man in Washington DC immer noch, die anderen wären alle doof. Die Chinesen und Japaner sind es jedenfalls nicht. Auch Indien schließt sich dieser „Gier nach Gold“, von der Spahn schreibt, an. Nachdem Indien im letzten Jahr massiv den Bargeldverkehr beschränkte, flüchtete v.a. der Mittelstand in privates Gold, das nun findige Finanzermittler aufspüren sollen und nun baut der Subkontinentalstaat seine Goldreserven auch weiter aus (558 t = 8,4% der Währungsreserven aus) und hat vor, massiv amerikanische Staatsanleihen abzustoßen. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann andere Staaten folgen werden. Und im 2016 drohten schon die Saudis den USA alle Staatsanleihen in Höhe von 750 $ auf den Markt zu werfen, wenn die USA dem Regime eine Mitschuld an 9/11 geben würden. Das das nicht passiert ist, zeigt, dass auch die Wahabiten logisch agieren aber diese Drohung steht unverhohlen im Raum und zeigt a) dass es im FED-Gebälk gewaltig knirscht und b) dass andere Staaten wie Russland zunehmend nervös werden.

 

Im Kreml hat man offensichtlich mehr verstanden, als im The Department of the Treasury bei Peter Mnuchin, der auch bisher weder eine Strategie noch eine Lage vorgelegt hat. Darin gleicht er Trump.

Nun wäre auch Deutschland gut beraten, sich ein Krisenszenario zuzulegen und noch besser es sofort zu executieren. Warum scheint Deutschland das Problem nicht anzufassen?

 

Die Begründung ist auch einfach aber wenig schmeichelhaft. Die in den USA noch verbleibenden 1.236 t sind immerhin fast 48 Mrd. Euro. Es ist davon auszugehen, dass diese hier vorgestellte Problematik der Deutschen Bundesbank, die der Eigner der in den USA liegenden Währungsreserven ist vollständig bekannt ist.

Denkbar wäre, dass weder die Bundesbank noch die Bundesregierung die Frage anfassen wollen, weil sie diese gar nicht lösen können. Wenn also die Bundesrepublik versuchen würde, diese Menge zurückzubringen und die USA plötzlich Einwendungen hätten oder Hürden bauen würden, wäre ein Kollaps die unmittelbare Folge.

 

Und dann würden im Kreml die Krimsektkorken richtig knallen. Die Frage wird sein, wie lange sich der amerikanische Normalbürger und unsere Politik diesen Wahnsinn noch gefallen lassen.
Die Russen werden jedenfalls nicht nachlassen.

 

 

Öink zum Thema

 

Foto: Goldbarren (Foto: von Szaaman (Eigenes Werk) [Public domain], via Wikimedia Commons)

 


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Samstag, 22 April 2017

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