Kommentar eines christlichen Priesters aus Israel: Armeedienst als Integration

Kommentar eines christlichen Priesters aus Israel:

Armeedienst als Integration




In seinem Kommentar ruft der Priester Gavriel Nadaf die christlichen Staatsbürger Israels dazu auf, der Armee beizutreten. Zugleich warnt er vor Gewalt gegen Integrationswillige und bittet die Mehrheitsgesellschaft und den Staat Israel um Schutz.

Kommentar von Vater Gavriel Nadaf

„Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen. Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden.“ (Evangelium nach Matthäus, Kap. 5, 10-11)

Vor etwa einer Woche wurde mein 17-jähriger Sohn von einem linken Aktivisten angegriffen und brutal geschlagen. Sein einziges Vergehen war, sich als Angehöriger der christlichen Minderheit zum Militärdienst zu melden. Für uns war klar, warum: damit der Staat Israel als jüdisch-demokratischer Staat in einer feindlichen Umgebung weiter existieren kann, muss jeder einen Beitrag leisten.

Unter den israelischen Minderheiten lassen sich zwei Tendenzen feststellen. Zum einen gibt es jene, die lautstark, gewaltsam und mit nationalistischer Grundhaltung eine Ablösung vom Staat anstreben und die letztlich die Schaffung eines weiteren arabischen Staates anstreben. Zum anderen gibt es die, die sich integrieren und ein echter Teil der Gesellschaft sein wollen, die das Verbindende und nicht das Trennende sehen und die bereit sind, ihr Schicksal an das des jüdischen Staates zu binden.

Die Trennung zwischen diesen beiden Gruppen zeigt sich natürlicherweise am stärksten in ihrem jeweiligen Verhältnis zum Militärdienst: während sich die pro-palästinensische Minderheit weigert, mit dem „zionistischen Feind“ zu kooperieren, schickt die pro-israelische Gruppe ihre Kinder oft gerade in die Elitekampftruppen der Armee.

Ich bin überzeugt, dass sich die christliche Öffentlichkeit in die israelische Gesellschaft integrieren sollte. Ich bin überzeugt, dass die christliche Gemeinde mit dem jüdischen Volk zusammen leben kann und ihr Schicksal an dieses Volk binden sollte. Und ich bin überzeugt, dass es in unserer Kraft steht, in diesem Staat einen echten Beitrag zu leisten. Daum rufe ich die jungen Christen offen dazu auf: meldet euch zum Armeedienst – helft mit, den Staat zu schützen.

Mein Ruf erreicht offene Ohren. Seitdem vor etwa einem Jahr ein Forum zur Einberufung christlicher Staatsbürger eingerichtet wurde, gelang es mit der großen Unterstützung der Bewegung „im tirtzu“ („wenn ihr wollt“), des Amtes des Ministerpräsidenten und des Sicherheitsministeriums, die Zahl der christlichen Wehrdienstleistenden in der Armee zu verdoppeln. Unter den separatistischen und extremistischen Aktivisten blieb unsere Initiative nicht unbeantwortet. Die Gewalt und die Aufwiegelung gegen Christen, die sich zum Militär melden, sind grenzenlos. Sie zeigt sich auf der Straße, auf Facebook, in den arabischen Medien und sogar in den Schulen. Selbst in der Knesset fand sich einer, der mich als „Volksfeind“ bezeichnete.

Was mit einem blutgetränkten Lappen vor meiner Haustür begann, setzte sich fort mit einem YouTube-Video, in dem ich als „Verräter, dessen Schicksal es sein wird, sein Leben zu beenden“ bezeichnet wurde und es fand seinen traurigen Höhepunkt im Angriff gegen meinen Sohn. Doch im Kern geht es hier nicht um meine persönlichen Erfahrungen. Das Problem liegt darin, dass sich die Aufwiegelung ausbreitet und eine negative und aggressive Grundstimmung gegenüber tausenden Angehöriger von Minderheiten erzeugt, die sich in der israelischen Gesellschaft integrieren wollen.

Israel ist ein sehr vielfältiges Land. Mit Erstaunen sehe ich, wie Gruppen, die mit dem Ziel der Integrationshilfe gegründet wurden, ausgerechnet jenen separatistischen und extremistischen Kräften zur Hilfe eilen. Unglücklicherweise verstummen auch die Vertreter des Gesetzes und des Bildungssystems angesichts der Gewalt und der Aufwiegelung. Wir, die wir uns integrieren wollen, werden nicht vor den aufwieglerischen Separatisten geschützt.

Als christlicher Priester im Nahen Osten verstehe ich sehr gut, dass die Menschenrechte nicht selbstverständlich sind. Darum bin ich so stolz darauf, im Staat Israel zu leben. Für mich besteht kein Zweifel, dass Israel ein strahlendes Licht für die Menschenrechte im Nahen Osten ist. Gerade das Judentum sorgt dafür, dass der Staat Israel die Rechte seiner Minderheiten schützt – dafür sind wir dem israelischen Volk dankbar und darum bitten wir um gesellschaftliche Teilhabe. Bitte streckt auch ihr eure Hand aus und helft jenen, die sich in die Gesellschaft integrieren wollen und nicht jenen, die sich ihr entziehen.

 

Ynet, 16.12.13

 

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Autor: fischerde
Bild Quelle:


Dienstag, 17 Dezember 2013






"Ich bin überzeugt, dass die christliche Gemeinde mit dem jüdischen Volk zusammen leben kann und ihr Schicksal an dieses Volk binden sollte."

Gut erkannt! Die beiden haben auch einen gemeinsamen Stamm -nämlich Isaak. Jesus war Jude und wurde aus dem Stamm Isaak geboren und deswegen sind wir uns auch ähnlich. Und Gott machte seinen Bund mit Isaak und dessen Nachkommen.

Die Moslems stammen vom Stamm Ismael ab. Eine Wurzel haben wir allle gemeinsam -Abraham.