Entente Infernale: Last Exit Mutti

Entente Infernale:

Last Exit Mutti




von Gerrit Liskow

Mit der handelsüblichen Süffisanz weiß die Presse in der britischen Hauptstadt derzeit davon zu berichten, dass Mr Cameron seine Ansprechpartnerin aus dem Bundeskanzlerinnenamt bei ihrem Staatsbesuch im UK mit deutlich mehr Dekor begrüßen wird, als den Mössjöh aus dem Elysée; der bekam sein rosbif bekanntlich vor kurzem ohne Garnitur serviert, was irgendwie so aussah, als würde das Protokoll in ostentativer Rücksichtnahme auf Mr Hollandes pauperistisch-egalitären sozialistischen Instinkte ignoriert.

Andererseits ist der Président nun mal kein klebriger Camembert aus dem Supermarkt (das ist ein anderer Präsident), sondern seit der brüsken Trennung von der première amie vor allem auch protokollarisch nur noch eine halbe Portion; wer soll denn mit dem Kulturattaché jetzt das Damenprogramm machen? Das könnte der Quay d’Orsay vielleicht mal unseren alten Freund Guido „18%“ Westerwelle fragen.

Dass die Chefin der deutschen Sozialkleptokratie (christlicher Flügel) nun bald mit mehr Pracht als unbedingt sein müsste in London begrüßt werden wird, ist vor dem Hintergrund die Rede wert, dass Deutschinnen und Deutsche, die in irgendeiner offiziell anmutenden Funktion Whitehall hinuntermarschieren, dort in den letzten, sagen wir mal rund einhundert Jahren nicht unbedingt gerne gesehen worden wären.

Und nun also das ganz große Buffta-buffta-bufftata für die Kanzlerine - toll, oder?

Diese Form von Entente Infernale kann nicht mal Mr Hollande übersehen, auch wenn der in seiner Funktion als enfant terrible tatsächlich so blöd und borniert sein sollte, wie fast alle Sozialisten und die Grünen noch dazu (was ich nicht mal meinem ärgsten Feind wünschen würde).

Die Imprägnierung der reinen Lehre gegen jede Anfechtung durch die realexistierende Wirklichkeit lässt es nebenbei so gut wie sicher erscheinen, dass im Zentralkomitee der KPdEU, also jenem Ministerrat, der sich in Brüssel zusammenrottet, sowie im Politbüro der EUdSSR, also der sogenannten Kommission, noch immer kein Eurocent gefallen ist von wegen sich abzeichnender Änderungen in den Finanzbeziehungen dieses gescheiterten Freilandversuchs namens „mehr Eurozone“.

Immerhin gehört die Franco-Allemande eher zu den Ausnahmeerscheinungen der diversen euro-politischen Bündniskoalitionen der letzten Jahrhunderte, und nicht eben zu den erfolgreichen. Das offenbart ein Blick auf die Wirtschaftsstatistik einer Eurozone, die in allen einschlägigen Rankings inzwischen darum kämpfen muss, in der Wirtschaftsleistung nicht von Cuba, Zimbabwe oder Nord-Korea überholt zu werden.

Denn den Anschluss an Vietnam, Argentinien oder Süd-Afrika hat jene Weltgegend bereits verpasst, die bis 2020 auf Beschluss der oben erwähnten KPdEU und ihres Politbüros zur „dynamischsten Volkswirtschaft der Erde“ mutieren sollte und nun wie die mumifizierte Hülle eines absterbenden Halb-Kontinents wirkt; nun ja, wenn Abwärtsmobilität ein Maßstab ist, hat „Europa“ sein Ziel auf jeden Fall erreicht.

Im UK sind übrigens der landläufig verblödeten Annahme zum Trotz erstens keineswegs irgendwelche Euros gesetzliche Zahlungsmittel, sondern die Scheinchen mit dem Porträt einer jugendlichen Queen. Und zweitens wächst das britische BIP in 2014 voraussichtlich um über 2 Prozent, also fünfmal so schnell wie das deutsche; und circa zwanzigmal schneller, als das spanische.

Es drängt sich der Verdacht auf, das der siegreiche Sozialismus nicht eben unbeteiligt ist am Status Quo von in der Spitze knapp 60% Arbeitslosigkeit in den Territorien der Euro-Zone. Das noch niemand verhungert ist, liegt nicht an der EU, sondern vor allem daran, dass bezahlte Tätigkeiten zunehmend aus den offiziellen in die sogenannten inoffiziellen Verwertungszusammenhänge gerettet werden - und mit ihnen Millionen Beschäftigte, die sonst tatsächlich nichts zu essen hätten.

Vulgo: Es wird schwarzgearbeitet, bis das Blut unter den Nägeln hervorspritzt, zwischen Dublin und Palermo, Athen und Lissabon. Auf dem Papier ist man natürlich bitter arm, sonst würde man sich ja nicht für die Hilfe aus Brüssel qualifizieren (mit der dann die Bilanzen deutscher und französischer Banken gerettet werden). UNd das geht dem Prinzip nach im Inland genauso, nur da muss man sich nicht an die KPdEU, sondern ans zuständige Sozialamt wenden (anscheinend auch dann, wenn man eigentlich nicht in diesem, unseren Schlaraffenland lebt).

Was läge angesichts dieses Befundes für die offizielle Politik also näher, als sich nach Alternativen zur Grande Nation umzublicken, wenn’s sein muss, sogar in Groß Britannien.

Zwar drängt sich angesichts der deutschen Verhältnisse der Verdacht auf, dass der säkulare Arm der deutschen Sozialkleptokratie (SPD + DGB) erst dann seine Erpressungsversuche unterlässt, wenn nichts mehr zu holen ist. Wenn also der letzte Steuergroschen und die letzte Sozialabgabe aus dem letzten Hausmeister herausgepresst wurde, der dann in der VEB Deutschland AG noch schnell das Licht ausknipsen darf, bevor finaler Feierabend ist.

Frank-Walter Steinmeier hingegen ist immer noch das beste Argument, das sich gegen einen überraschenden Personalengpass an der Spitze der einheimischen Beamtendiktatur vorbringen lässt. Der würde nämlich in diesem Fall Regierungschef. Ich weiß auch nicht, wie ich jetzt darauf komme.

Aber auch in Groß Britannien hat man seine liebe Not mit dem Sozialismus, der dort nach einem durchaus absehbaren Wahlerfolg von Red Eds bunter Labour-Truppe wie eine fulminante Erdnussallergie ausbrechen wird.

Mr Militant, äh Miliband hat auf seinem letzten Parteitag bereits angekündigt, dass es ihm too much wäre, wenn „Spitzenverdiener“ mehr als die Hälfte ihres Einkommens für sich behalten dürften, zumal doch Eigentum auch so belastet. Ed meint es nur gut, vor allem mit sich. Und: Er muss es wissen. Als tüchtiger Champagner-Sozialist wohnt er in einer Hütte, die rund anderthalb Millionen Euro kostet, schwadroniert aber von „Krieg den Palästen“, als wäre er in einer Sozialwohnung einquartiert.

Eds Kumpels von der U-Bahn-Gewerkschaft sorgten in dieser Woche dafür, dass man jede Menge Bewegung an frischer Luft bekam, wenn man in London mit der tube unterwegs sein wollte. Das Pikante daran ist, dass so ein tüchtiger Londoner U-Bahn Chauffeur umgerechnet 60.000 Euro pro Jahr als Grundgehalt erhält (also zuzüglich diverser Schicht- und Sozialzulagen, versteht sich). Tja, liebe StudentInnen jederlei Geschlechts: dumm gelaufen! So viel werden die meisten von euch im Leben nicht mit ehrlicher Arbeit verdienen.

Der oberste Streik-Boss war unlängst mit einem deutlichen Sonnenbrand zu sehen, den er sich keineswegs im britischen Untergrund, sondern an einem Strand in Brasilien zugezogen hat. Dort hat er nämlich seinen Urlaub verbracht; selbstverständlich auf Kosten von Leuten, die blöd genug sind, ihre Interessen gewerkschaftlich vertreten zu lassen und Mr Crow die kostbarsten Wochen des Jahres spendieren, auch wenn’s bei ihnen zuhause nur für Porridge reicht (und zwar ohne Zucker und Zimt).

Wenn Mr Cameron also das Jahr vor den nächsten Parlamentswahlen politisch überleben möchte, dann muss er jetzt schleunigst ein paar Erfolge produzieren. In seiner Partei hat sich bereits herumgesprochen, dass ihre parlamentarisch besoldeten Mitglieder auf jeden Fall damit rechnen müssen, von der UK Independence Party in kippeligen Wahlkreisen einen Strich durch ihre Gehaltsabrechnung aus Westminster gemacht zu bekommen (kipper sind Leute, die immer gleich so zynisch werden, wenn es um „youroop“ geht).

Nicht, dass es Mr Farages Euro-Trutzburg tatsächlich gelingen würde, Abgeordnete im Parlament zu platzieren – zumindest solange nicht, wie der erwartete Swing von frustrierten Labour-Wählern den Newcomern im Demokratiebetrieb keine Wahlergebnisse um die 30% beschert; was in einigen Nachwahlen bereits geschehen ist, aber in der Tendenz unwahrscheinlicher wird, je mehr auch Labour (und nicht nur UKIP) nach Reformen in der Einwanderungspolitik schreit.

Jedes der beiden letzten verbliebenen konservativen Häupter, die ein halbwegs ernst gemeintes öffentliches Regierungs-Amt bekleiden, hat also derzeit seine liebe Mühe mit dem Volk. Es ist so schwer, an gute Wahlergebnisse zu kommen, in Zeiten wie diesen! Wie Sie sehen, liebe Leserinnen und Leser: Beide hätten was davon, wenn sie sich ein wenig arrangieren, die Mutti und der Cameron.

Mutti hätte mit Mr Cameron jemanden an der Hand, mit dem sie den Mössjöh aus dem Elysée dazu zwingen kann, endlich mit diesem blöden Sozialismus aufzuhören und sich stattdessen lieber ein paar Reformen zu überlegen (und vielleicht auch eine neue Freundin?).

Und Mr Cameron hätte endlich einen Freund, auch wenn es ein „Freund in Europa“ wäre, oder vielmehr eine Freundin. Mit der könnte er ein paar von den symbolpolitischen EU-Reformen anstoßen, ohne die er sich gar nicht erst um eine Verlängerung seines Arbeitsvertrags, schlimmstenfalls nicht mal für eine Kandidatur, bei den Allgemeinen Wahlen 2015 zu bemühen braucht.

 

Foto: Merkel bei einer Wahlkampfveranstaltung 2013 (Foto: von Alexander.kurz (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons)

 

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Autor: fischerde
Bild Quelle:


Samstag, 08 Februar 2014






Welch herrlich böser Kommentar! 

Daß der DGB 16% mehr Lohn im "Billiglohnland" D möchte, um Frankreich und Italien zu entlasten , paßt doch .

Stimmt leider auch , die informelle Wirtschaft ernährt Europa , der sozialversicherungspflichtige deutsche Arbeitnehmer in D wird verarscht . Dank der - öffentlich rechtlichen Propaganda Anstalt- lebt die Bevölkerung im Wahn. "Neues aus der Anstalt"  erfährt der Zuschauer aus "Lindenstraße" & Co.

Es gibt keinerlei -Marschall Plan für die Nehmer Länder. Die Subventionen  der EU versickern, werden systematisch hintertrieben. Wettbewerb mit Subventionen ?? 

Die Außenpolitik (Ashton) ist vom missionarischen Größenwahn geprägt. (Israel,Ukraine)

Leider kriegen die Deutschen dies erst mit , wenn sich die formelle Wirtschaft ins Ausland geflüchtet hat , restlos.

Dann kann Pastor Gauk mit Frau v.d.Leyen in den Krieg ziehen. Waffen gibts bei ebay aus China , Söldner kommen von den Wahhabiten (gehört zu Mercedes B) 

Scheiße