Euro-Maidan: Jede Woche ein neues Gemetzel

Euro-Maidan:

Jede Woche ein neues Gemetzel




von Gerrit Liskow

Am Freitag, den 9. Mai, ließ das Kiever Regime seine Sturmtruppen auf die Zivilbevölkerung einer weiteren Großstadt los und hat ein Massaker angerichtet. Vorläufige Bilanz: über zwanzig Tote und zahllose Verletzte in Mariupol.

Das Timing hätte nicht unmissverständlicher sein können: Pünktlich zum Sieg über den vorläufig letzten europäischen Faschismus schickte die maßgeblich von „Europa unter deutscher Führung“ gesponserte Kiever Junta ihre Panzer los um eine Polizeiwache samt Personal abzufackeln und die Zivilbevölkerung in Angst und Schrecken zu versetzen.

Ob der deutsche Staat genauso wenig Skrupel hätte, sich von missliebigen Kollegen zu trennen, wie seine Erfüllungsgehilfen in Kiev, liebe Polizeigewerkschaft?

Es sollte sich inzwischen in der allgemeinen Öffentlichkeit herumgesprochen haben, aus welchen gesellschaftlichen Kräften sich die von der EU- und US-Regierung an die Macht geputschte Yatsu-Junta rekrutiert: zur einen Hälfte aus waschechten Faschisten und zur anderen Hälfte aus aufrechten Neo-Nazis.

Dass die in Kiev jetzt an der Macht sind, will in Germany wieder keiner gewesen sein.

Das sind dieselben Leuten, mit denen die uffjeklärten Milieus anscheinend am liebsten ins Bett gehen: Zwischen „Zeit“ und „Spiegel“ plappert der autochthone Meinungsmob beim Thema Kiev so fröhlich von „Aufbau der Zivilgesellschaft“ und „Pflege demokratischer Institutionen“, als würde es sich beim Kiever Regime um ein paar jugendliche Schwerenöter handeln, die nichts weiter ausfressen, als alten Damen die Handtasche zu stehlen und bei der Mülltrennung nicht besonders gründlich zu sein.

Die deutschen „Grünen“ werden sich stellvertretend für ihre zivilgesellschaftlichen NGOs auf diesem Gebiet sicher bald in Stellung bringen; ihre Nachwuchskader und Kaderinnen müssen schließlich bis zur nächsten „Energiewende“ durch schwierige Zeiten alimentiert werden. Ein Kinderspiel, wenn die Fördergelder der EU üppig in Richtung Kiev fließen.

Und das werden sie, denn die Ukraine verspricht, Fracking sei Dank, Unabhängigkeit vom russischen Erdgas – vor allem laufen einem da nicht dauernd diese durchgedrehten Töpferlehrerinnen vor die Flinte, wenn man grade mal das Bruttosozialprodukt steigern will, nicht wahr, liebe deutsche Industrie?

Nun unsere Preisfrage für Heinrich-Böll- und Friedrich-Ebert-Stiftung: War das, was gestern in Mariupol und vor einer Woche in Odessa passiert ist, nun praktizierter Anti-Antifaschismus aus der Mitte der „Zivilgesellschaft“? Ging es dabei um den „Aufbau demokratischer Strukturen“? Oder war das vielleicht doch klassischer Staatsterrorismus durch ein faschistisches Regime? Oder womöglich alles drei zusammen? Nicht auszudenken!

Antworten bitte auf einer Postkarte. Unter besonderer Berücksichtigung der Tatsache, dass die Machtübertragung an die Yatsu-Junta auf angeblich verfassungsrechtlich legalem Weg zustande kam – aber das gilt bekanntlich erst recht für jene Regierung, die ab dem 30. Januar 1933 die souveränen Interessen der ideellen Gesamtdeutschen vertrat.

Inzwischen ist nicht mehr ganz klar, was am Geschehen der letzten Wochen erschreckender ist: Das, was in vielen Gegenden der östlichen Ukraine geschieht. Oder die Vehemenz, mit der es von einem willfährigen deutschen Staatsfunk und der halbamtlichen Soraya-Presse von FAZ bis taz verschwiegen wird.

Auffallend ist nur, dass das Kiever Regime zusammen mit seinen eigenen Interessen (Brechung des Widerstandes und Durchsetzung seiner Macht) auch deutsche, pardon: „europäische“ Interessen in der Region verfolgt. Und das auf überaus mörderische Art und Weise.

Hat Youroop nicht den Friedensnobelpreis gekriegt, weil es so schön friedlich ist?

Tun wir doch mal was sehr altmodisches: Sehen wir uns den empirischen Befund an. Da ist zu sehen, wie das Kiever Militär eine Polizeistation samt Personal abfackelt, weil die lokale Kommandantur sich den Befehlen des ukrainischen Innenministers widersetzt. Das Ganze mit freundlicher Empfehlung von Premierminister Yatsenyuk.

Ja, liebe Leserinnen und Leser, das ist derselbe Yatsu, den uns der deutsche Staatsfunk am liebsten dann präsentiert, wenn er mal wieder vor laufenden Fernsehkameras das Unschuldslamm und Opfer mimt, als wäre er tatsächlich jenes leibhaftige Ecce Homo, für das er sich vermutlich gerade dann hält, wenn sein Innenminister den politischen Gegnern der Kiever Junta mit "Vernichtung" droht (O-Ton Arsen Avakov).

Im Rundfunk, vor allem auf Englisch, macht Yatsu das genauso, und klingt wie ein sprechender Waschlappen. Keine Ahnung, in wessen Papageienschule er diesen Trick gelernt hat, aber er funktioniert: Die allgemeine Öffentlichkeit hält ihn für das „Opfer“ und nicht für die verfolgende Unschuld, die er ohne Zweifel ist.

Denn weiter mit dem empirischen Befund: Wie gesagt hätte das Timing nicht unmissverständlicher sein können, denn zum 9. Mai, dem Sieg über den vorläufig letzten „europäischen“ Faschismus (unter deutscher Führung, versteht sich) feiert vor allem die russische Bevölkerung auf öffentlichen Plätzen.

Und es ist anzunehmen, dass es ganz gewiss kein Zufall war, dass die Yatsu-Junta ihr Gewaltmonopol ausgerechnet zu diesem Datum auf Zivilisten losgelassen und in Stellung gebracht hat.

Ein Staat, der seine eigene Bevölkerung abmurkst, verliert auch noch den letzten Rest von Legitimität. Ein Staat, der dies zudem am Tag des Sieges über den Faschismus tut, um die Siegesfeier zum 9. Mai platt zu machen, stellt sich ein geradezu überdeutliches Selbstzeugnis aus.

Es wäre schon besser, wenn man den Eindruck bekommen hätte, dass die politische Führung des sogenannten Westens wenigstens ein klein wenig überrascht gewesen wäre von dem, was sie da von der Leine gelassen hat: einen fulminanten Neofaschismus. Aber sie hat womöglich zu Recht wenig Vertrauen in ihr schauspielerisches Talent.

Die fortgesetzte Kollaboration mit diesen Kräften und ihre Instrumentalisierung zur Durchsetzung eigener Interessen (vor allem durch die EU unter deutscher Führung) bringt den sogenannten Westen aber bei seinen Klienten, also seiner Öffentlichkeit, keineswegs argumentativ in die Zwickmühle. Das wäre in einer funktionierenden Zivilgesellschaft nicht passiert.

Und dieser Befund ist fast noch erschreckender als alles, was sich nicht zuletzt im Namen deutscher Interessen in Odessa, Mariupol und anderswo abspielt.

 

Foto: Maidan in Kiew (Foto: von Norbert Aepli, Switzerland (User:Noebu) (Норберт Епли, Швейцария) (Eigenes Werk) [CC-BY-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons)

 

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Autor: fischerde
Bild Quelle:


Samstag, 10 Mai 2014






"Ein Staat, der seine eigene Bevölkerung abmurkst, verliert auch noch den letzten Rest von Legitimität." Durchaus korrekt - aber wenn ich dann an Tschetschenien denke, müsste man das Gleiche vom Russland des Wladimir Putin sagen...



Die russische Propagenda reicht jetzt auch in jüdische Hirne? Ich bin enttäuscht. Den ukrainischen Strumbannführer Rabinowitsch gibt es nicht!  



Die ukrainischen Juden wandern alle nach Israel aus,hat nix mit russische Propagenda zu tunen. Diese Neofaschos schiessen zugar auf das eigene Volk,hat auch nix mit russische Propagenda zutunen. Heißt ja nix,bin nur ein dummer Putinversteher.

 



Die Juden die ich kenne sitzen auf gepackten Koffer für den Fall dass die Russen kommen. Wie unterschiedlich doch die Wahrnemung ist. Kolomoyski ist meiner Meinung nach kein Nazi. Genausowenig wie Gurwiz kein Fastist ist.