Obama oder: Vorsicht „Frieden“!

Obama oder:

Vorsicht „Frieden“!




von Gerrit Liskow

Löst sich das Picknick mit Bibi, auch bekannt als Operation Schutzabstand, nach vier Tagen in Wohlgefallen auf?

Wenn es nach dem US-Präsidenten geht, schon: Mr. Obama hat sich bereits gestern angedient, einen Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas auszuhandeln; als ob sich da nichts reibt, wenn man beides in einem Atemzug spricht.

Mr. Obama wünscht sich eine Rückkehr zu dem Zustand, der schon zuvor viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, lang nicht funktioniert hat. Da drängt sich die Frage auf, ob er es nicht besser kann oder nicht besser will. Ist der wirklich so blöd oder vermittelt er nur sehr geschickt diesen Eindruck? Irgendwas muss er ja können…

Das Ganze geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem die Existenz der Hamas am Scheideweg steht: Bleibt sie eine schwartige Terrortruppe à la Hizballah, Islamic Jihad und ISIS oder gelingt es ihr, die Höhen quasi-staatlicher Legitimität zu erklimmen und sich in der Einheitsregierung mit der Fatah zu etablieren?

Inklusive dreizehntem Monatsgehalt, komfortabler Sozialleistungen und Pensionsansprüche, mit freundlicher Empfehlung der EU. Jaja, auch Terroristen werden älter. Und so sehr man sich anstrengt: Irgendwie erreichen sie das Rentenalter dann doch.

Dem ISIS ist es in letzter Minute gerade noch gelungen, in Hamastan ebenfalls ein paar Raketenwerfer in Stellung zu bringen. Weniger um der Hamas zu helfen, sondern um ihr eigenes antisemitisches, pardon: antizionistisches, Image in der pan-arabischen Welt zwischen Bradford und Bangladesch wieder in Ordnung zu bringen.

Die Interessenten in den ISIS-Rekrutierungscentern fingen schon an, lange Gesichter zu machen, weil der „Islamische Staat“ in Gaza nicht mitmischt...

Die Konkurrenz schläft nie, auch nicht die der Hamas. Was liegt also näher, als die Treppe rauf zu fallen und sich ein schattiges Fensterplätzchen als „palästinensischer“ Frühstückdirektor à la Abu Mazzen zu suchen?

Die „Linke“-Fanszene im Westen müsste sich dann natürlich ein paar neue Posterboys suchen, aber ich wäre zuversichtlich, dass die das packen: Die Auswahl ist nach wie vor groß, wenn es um nachhaltige „Israel-Kritik“ geht. Wo ist eigentlich Inge Höger, liebe "Links"-Partei? Im Frauenkeller bei Abu „Yussuf“ Fritzl steckt sie nicht.

Es kommt also keineswegs zur Unzeit, dass Mr. Obama der Hamas beim Langen Marsch durch die Institutionen (klingt vertraut, liebe Grüne?) nur zu gerne behilflich werden möchte und sich für jene Terrortruppe diplomatisch verwendet, die die ägyptische Militärregierung von General al-Sissi nicht mal mit der Feuerzange anfassen will.

Denken Sie jetzt bitte nicht an Einhörner, die im Sonnenaufgang auf einer taubenetzten Wiese tanzen, während Kinderchöre „Friedens“-Lieder singen, liebe Leserinnen und Leser.

Der Vorschlag von Mr. Obama zeigt wieder einmal, dass die „Politik“ der USA für deren Freunde viel gefährlicher geworden ist, als für ihre Feinde. Denn wenn zwei Leute um den letzten Platz in einem Rettungsboot kämpfen, wird entweder einer von beiden sich retten oder beide werden ertrinken. Mediation ist in diesem Sonderfall nicht nur sinnlos, sondern sogar gleich doppelt so tödlich.

Den Preis für diesen „Frieden“ nach Mr. Obama werden wieder die Menschen in jenem „Süden“ zahlen, der nun offensichtlich bis in die Vororte von Haifa reicht. Denn üblicherweise heißt Waffenstillstand, dass Israel sich nicht verteidigt, während die Gegenseite weitermachen darf.

Oder ist es vielleicht so, dass Bibi wieder als Tiger gesprungen und als Bettvorleger gelandet ist, so ähnlich wie 2012 während Pillar of Defence? Dann wäre es dem „politischen“ Überleben sicher förderlich, wenn man die Angst vorm eigenen Mut einem andern in die Schuhe schieben kann. Man wird sehen.

 

Gerrit Liskow bei haOlam.de (Auswahl):


Autor: fischerde
Bild Quelle:


Sonntag, 13 Juli 2014