Raw Frand zu Parschat Mikez: Mein Vaterhaus vergessen

Raw Frand zu Parschat Mikez:

Mein Vaterhaus vergessen

Mein Vaterhaus vergessen


An diesem Shabbat lesen wir die Parascha Mikez aus der Torah. Raw Frand erläutert Aspekte dieser Parascha und ihrer Bedeutung. Heute lesen Sie einen Kommentar zur Parascha.

Mein Vaterhaus vergessen

Josef hatte zwei Kinder, die er Menasche und Efrajim nannte. Bezüglich der Namensgebung von Menasche, sagt der Passuk [Bereschit 41:51]: "Haschem hat mich vergessen lassen (naschani Elokim) all meine Schwierigkeiten und mein Vaterhaus." Dieser Vers sollte uns sofort zu einer Frage veranlassen: Wie konnte Josef sein Kind Menasche nennen und voller Stolz verkünden, dass Haschem ihm geholfen habe, das Haus unseres Patriarchen Ja’akow zu vergessen?

Raw Simcha Sissel in seinem Werk "Som Derech" erklärt dies, indem er eine Stelle des Talmud zitiert [Baba Mezia 85a]: Als Raw Sejra von Bawel nach Erez Israel kam, fastete er zuerst einhundert Fasttage – um den babylonischen Talmud zu vergessen, den er in Bawel studiert hatte. Er wollte den Talmud Jeruschalmi studieren, ohne vom dem früher in babylonischen Jeschiwot Gelernten abgelenkt zu werden. Raschi erklärt, dass die talmudische Methodik in Eretz Jisrael sich von jener in Bawel unterschied. Um sich den neuen Stil des israelischen Talmuds anzueignen, war es für Raw Sejra das Beste, die Methodik, an die er bisher gewohnt war, zu vergessen.

Dies ist vielleicht mit der Situation eines jungen Mannes zu vergleichen, der bisher in Amerika gelernt hatte und nun in einer Jeschiwa in Erez Jisrael mit einem anderen Stil, lernen will. Ein solcher Mann muss beten, dass er nicht von seinen früheren Lernmethoden abgelenkt wird, um für die Methoden die in den Jeschiwot im Heiligen Land benutzt werden, offen zu sein.

Raw Simcha Sissel sagte, dass Josef HaZaddik im Haus von Ja’akow Awinu lernte und die Torah von Ja‘akow Awinu lernte. Er lernte seinen Lebensweg und seine Lebenswerte. Doch Josef wusste, dass die Einstellung, die im Haus von Ja’akow funktionierte, in Ägypten nicht ebenso funktionieren könne. Wenn er mit dieser Einstellung in einem fremden Land vorginge, wäre er dem Untergang geweiht.

Ja’akows Heim war voller Heiligkeit und Reinheit. Die Einstellung, die dort funktionierte war richtig für eine Umgebung, wo man von Brüdern umgeben war, die alle Söhne des gleichen Vaters waren – die Stämme von G’tt. Doch nun – sagte Josef – bin ich in einer feindseligen Umgebung. Ich befinde mich im entarteten Land Ägypten. Wenn ich versuche, dieselbe Einstellung und denselben Lebensstil beizubehalten, die in meinem Vaterhaus funktioniert haben, so wird dies schlimme Folgen für mich und meine Familie haben.

Also betete Josef zu Haschem für die Einsicht und Weisheit, sich seiner neuen Umgebung mit einer neuen Einstellung anpassen zu können. Um dies tun zu können, musste er "all meine Schwierigkeiten und mein Vaterhaus" vergessen. Josef verkündete nicht, dass er seinen Sohn Menasche nannte, um Haschem zu danken, dass er Ja’akows Haushalt vergessen hatte, weil er chas weSchalom (G“tt behüte) sein Vaterhaus heruntermachte, sondern weil er nun einen andere Einstellung brauchte. Er benötigte eine neue Einstellung, die es ihm ermöglichen würde, in Ägypten zu überleben und Erfolg zu haben.

 

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Autor: Raw Frand
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Freitag, 07 Dezember 2018







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