Hamas gang gaga: Monty Python auf dem Tempelberg

Hamas gang gaga:

Monty Python auf dem Tempelberg

Von Tim Marshall

Einmal mehr hat die Hamas sich selbst übertroffen. Selbst gemessen an den üblichen Standards der blumigen Rhetorik ihrer empörten Ausbrüche waren die Aussagen zu der Holzrampe, die vom Vorplatz der Klagemauer zum Tempelberg hinaufführt, besonders eindrucksvoll.

Hamas-Sprecher Fawzi Barhum erklärte, die vorrübergehende Schließung der Rampe sei ein "gewalttätiger Akt, der einer Kriegserklärung gegen die Heiligen Stätten der Muslime gleichkommt." Er fuhr fort: "Dies ist ein schwerwiegender Schritt, der zeigt, wie aggressiv die Zionisten gegen die Al-Aqsa-Moschee vorgehen".

Ein anderer Sprecher bezeichnete die Schließung des Aufganges als einen "kriminellen Akt, eine schamlose Verletzung der Heiligkeit der Al-Aqsa-Moschee und eine Provokation der Gefühle von Millionen Muslimen".

Tatsächlich befindet sich die Al-Aqsa-Moschee auf dem Hügel, der Juden als Tempelberg und Muslimen als Haram al-Sharif bekannt ist. Doch die Reaktion der Hamas erinnert ein bisschen an die Sprechweise der "Volksfront von Judäa" aus Monty Pythons "Das Leben des Brian".

Der Aufgang wurde übergangsweise gebaut, um einen Zugang zum Bereich der Al-Aqsa-Moschee zu schaffen, dem drittheiligsten Ort des Islam. Es handelt sich um eine äußerst wackelige Konstruktion, die Stadt Jerusalem betrachtet sie sowohl als brand- als auch als einsturzgefährdet. Eigentlich müsste die Rampe abgerissen und an ihrer Stelle ein dauerhafter Aufgang gebaut werden, wie er auch früher schon existiert hat. Doch die Regierung Netanyahu ist dazu zu nervös. Sie sorgt sich vor muslimischen Protesten und Unruhen, die ein Abriss der Rampe nach sich ziehen könnte.

Die Ironie: Der Aufgang wird beinahe ausschließlich von jüdischen und anderen nicht-muslimischen Touristen genutzt. Muslime betreten den Haram al-Sharif in der Regel über einen der anderen zehn Aufgänge, die zurzeit geöffnet sind. Eine weitere Kuriosität: Als die Rampe gebaut wurde, um einen bröckeligen Aufgang aus Erde zu ersetzen, waren die muslimischen Autoritäten gegen diese neue Konstruktion.

Für mich ist unverständlich, warum die Schließung dieser Rampe eine "Kriegserklärung gegen die muslimischen heiligen Stätten" sein könnte – nicht so für den palästinensischen Unterhändler Saeb Erekat. Seiner Meinung nach, "zeigt das ihre Entschlossenheit, Jerusalem zu judaisieren und die heiligen muslimischen Stätten der Stadt zu übernehmen."

Tatsächlich hindert die Entscheidung, die Rampe vorrübergehend zu schließen, Muslime in keiner Weise daran, den Haram al-Sharif zu betreten.

Es gibt Gelegenheiten, bei denen die israelische Polizei genau das tut, wenn sie das Areal schließt, um, wie sie sagt, Gewalt zu verhindern. Manchmal ist der Zutritt ganz verboten, manchmal auf Frauen, Kinder und ältere Männer beschränkt, doch eine Brücke zu schließen, die von Muslimen überhaupt nicht genutzt wird, kann nur schwer als ein Akt der Unterdrückung interpretiert werden. Die Schließung wird einige Touristen enttäuschen und den Tourismus geringfügig treffen, von dem in der Stadt so viele abhängig sind.

Das jüdische Religionsgesetz verbietet es Juden, auf dem Tempelberg zu beten, da dort der von König Herodes erbaute Tempel stand, den die Römerim Jahr 70 n.d.Z. zerstört haben. Und aus Gründen der öffentlichen Ordnung verbietet es das israelische Gesetz Nicht-Muslimen unter Androhung von Gefängnisstrafen, auf dem Berg zu beten.

Die palästinensischen religiösen Autoritäten wachen darüber, dass Christen keine religiösen Objekte mit auf das Areal bringen. Nicht-Muslime müssen auch um Erlaubnis bitten, wenn sie den Felsendom und die Al-Aqsa-Moschee betreten wollen. Ich war viele Male auf dem Tempelberg und habe drei Mal darum gebeten, die Moscheen betreten zu dürfen. Drei Mal wurde es mir verweigert. Eines Tages würde ich gerne an der Schönheit und Heiligkeit eines solchen Ortes teilhaben. Wohlgemerkt würde ich auch gerne eines Tages als geeignet dafür angesehen werden, Mekka zu sehen, doch auch das ist Nicht-Muslimen verboten. (Aber das ist eine andere Geschichte.)

Nun zurück zu dieser armen Holzkonstruktion. Vor der Schließung hat die jordanische Regierung Israel vor allen "Drohungen und Aggressionen" gewarnt, die zu "endloser Gewalt im Nahen Osten" führen würden.

Hinter der künstlichen Aufregung über das, was aussieht wie ein Sicherheitsthema, versteckt sich der wahre Grund für diese kindischen Ausbrüche – jeder Stein, jedes Grab, jedes Tor und jede liebgewonnene Erinnerung werden als politisches Dynamit betrachtet und als Schlacht, für die zu kämpfen lohnt, sogar wenn es Tote gibt. Daher fühlen die üblichen Verdächtigen auf der palästinensischen Seite (und sie haben ihre Gegenparts auf der israelischen Seite) sich aufgefordert, sogar die kleinsten Vorfälle zu einer Sache von Leben, Tod, Krieg, Aggression und "endloser Gewalt" zu machen.

Wäre es ihnen lieber, wenn die Rampe unter dem Gewicht hunderter Touristen zusammenbräche? Dass sie im Sommer Feuer fängt und das dann auf den Haram al-Sharif übergreift?

Viele Muslime in der Welt betrachten diese Empörung mit einem Schulterzucken. Es gibt andere, echte Themen, um die man sich Sorgen machen sollte, einschließlich einiger, die sich in diesem kleinen Teil der Welt namens Israel/Palästina ereignen. Doch wenn die Hamas die ständige Empörung will, was hat sie, wenn sie sich nicht empören kann?

 

skyNews, 12.12.11 - Quelle: Newsletter der Botschaft des Staates Israel in Berlin / Foto: Die Rampe zum Tempelberg (Foto: Haaretz)


14.12.2011




1 willow willow

Datum: 14.12.2011 - 19:09

Nun, der Bau dieser neuen massiven Brücke ist ja nicht das Problem – das Problem besteht darin, daß Israel (wie es auch jeder andere zivilisierte Staat tun würde) natürlich vor den Baggern und Bulldozern zunächst Archäologen auf den Baugrund loslassen würde – zumal an solch einer Stelle!
 
Aus Sicht der gemäßigten und weniger gemäßigten “Palästinenser” ein schlimmer Frevel, denn mit ziemlicher Sicherheit würden diese Archäologen historische Artefakte finden und -entgegen der guten palästinensischen Praxis- nicht zerstören sondern womoglich wissenschaftlich untersuchen, vielleicht gar ausstellen …

2 j.z. j.z.

Datum: 14.12.2011 - 19:30

Es könnte sich um

handeln

Schizophrenie

 

Stand: 21. September 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Schizophrenie ist eine psychische Erkrankung. Sie beeinflusst die gesamte Persönlichkeit in unterschiedlicher Weise und äußert sich auf verschiedenen Ebenen. Oft zeigen die Betroffenen ein gestörtes Verhältnis zur Realität. Dies äußert sich zum Beispiel in Halluzinationen und Wahnvorstellungen.

 

Auch Symptome, die eventuell weniger auffallen, sind Kennzeichen einer Schizophrenie – zum Beispiel:

 

  • Das Denken der Betroffenen ist beeinflusst: Ihr Gedankenfluss bricht manchmal ab oder ist verlangsamt.
  • Ihre Gefühle verflachen, sie wirken abwesend und gefühlsarm.
  • Ihre Bewegungen sind beeinträchtig: Die Betroffenen können zum Beispiel völlig erstarren (sog. katatoner Stupor) oder sich nur noch eingeschränkt bewegen.

 

Fachärzte für Psychiatrie (Psychiater) unterscheiden verschiedene Formen der Schizophrenie. Sie orientieren sich an den Symptomen, die am deutlichsten auftreten. Herrschen zum Beispiel Wahn und Halluzination vor, sprechen sie von einer paranoid-halluzinatorischen Schizophrenie.

 

Die Ursachen einer Schizophrenie sind bis heute noch nicht genau erforscht – allerdings spricht vieles dafür, dass mehrere Umstände eine Schizophrenie begünstigen. Man vermutet, dass sowohl genetische Vorbelastungen in der Familie, biologische Störungen als auch die Lebensgeschichte und Persönlichkeit der Betroffenen eine große Rolle spielen (sog. multifaktorielles Entstehungsmodell).

 

Bei der Diagnose von Schizophrenie befragt der Arzt den Betroffenen nach seinen Beschwerden und ob eventuell andere Familienmitglieder an Schizophrenie erkrankt sind. Anschließend schließt er Erkrankungen aus, die mit ähnlichen Beschwerden wie die Schizophrenie einhergehen, zum Beispiel Entzündungen im Gehirn oder Vergiftungen. Dazu können unter anderem Blutuntersuchungen und bildgebende Verfahren wie eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) sinnvoll sein.

 

Die Therapie der Schizophrenie erfolgt in erster Linie mit sogenannten Psychopharmaka. Dies sind Medikamente, die die Psyche des Menschen beeinflussen. Außerdem unterstützt eine Psychotherapie die Betroffenen darin, mit ihrer Krankheit umzugehen und ihren Alltag zu bewältigen.