Nir Barkat, Jerusalem:

Ein besonderer Bürgermeister

Ein besonderer Bürgermeister

Es ist eine Szene wie in einem Actionfilm: An einer belebten Straßenkreuzung schleicht sich ein Mann an einen anderen heran und sticht auf einmal unvermittelt mit einem Messer auf ihn ein. Dem Angegriffenen gelingt es gerade so, den Angreifer von einer Fortführung seiner Attacke abzuhalten und ihn ein wenig auf Distanz zu bringen, doch der Täter will nachsetzen. Einige der Passanten, die sich in der Nähe aufhalten, ergreifen die Flucht. Plötzlich springen drei Männer aus einem Auto und steuern gemessenen Schrittes auf den Messerstecher zu, der inzwischen auf einem Zebrastreifen steht. Einer der drei zieht eine Pistole und richtet sie auf den Angreifer, der daraufhin sein Messer fallen lässt. Ein zweiter ringt ihn erst zu Boden und kümmert sich anschließend sofort um das Opfer, während die anderen beiden den Täter an den [ weiterlesen ]




Nach dem Anschlag auf die Synagoge:

Der tragische Held von Kopenhagen

Der tragische Held von Kopenhagen

Es ist Sonntag, kurz nach Mitternacht, als vor der Großen Synagoge in der Kopenhagener Krystalgade plötzlich Schüsse fallen. Dan Uzan (Foto), der Sicherheitsmann im jüdischen Gotteshaus, zögert keinen Moment. Nachdem wenige Stunden zuvor in einem Kulturcafé in der dänischen Hauptstadt ein Mann während einer Veranstaltung zum Thema Meinungsfreiheit ermordet worden ist, ahnt er sofort, dass ernste Gefahr im Verzug ist. Der 37-Jährige eilt in die Synagoge, wo 80 Menschen die Bat Mitzwa eines zwölfjährigen Mädchens feiern, und hält die Feiergesellschaft energisch dazu an, die Musik auszustellen und sich unverzüglich in den Keller zu begeben. Zwei Stunden lang verstecken sich die Gäste dort anschließend, dann werden sie von der Polizei durch einen Notausgang zu Bussen geleitet und zu einer Polizeistation [ weiterlesen ]




Europäischer Antisemitismus:

Normale Absurdität, absurde Normalität

Normale Absurdität, absurde Normalität

Von Woody Allen stammt der berühmte Witz über die beiden New Yorker Intellektuellen, die sich auf einer Party unterhalten, als plötzlich der eine zum anderen sagt: »Du, ich habe einen Essay geschrieben, gegen den Antisemitismus.« Darauf der andere zum einen: »So? Wie schön! Ich bevorzuge Baseballschläger.« Der Witz ist deshalb so gut, weil er radikal wahr ist. Über den Hass auf die Juden ist bereits unendlich viel zu Papier gebracht worden, ohne dass er dadurch verschwunden wäre oder auch nur signifikant nachgelassen hätte – weshalb es zuvorderst darum gehen müsste, die Antisemiten daran zu hindern, das zu tun, was sie tun, wenn man sie nicht daran hindert. Doch das ist die Sache der Politik nicht, wo man Handlungsdruck gerne in Absichtserklärungen verpuffen lässt und ansonsten getreu dem Motto [ weiterlesen ]




Deutsche Justiz:

Ein Brandanschlag als »Israelkritik«

Ein Brandanschlag als »Israelkritik«

Es ist Montag und ein lauer Sommerabend, als sich Ende Juli 2014 der 24-jährige Mohamad E. und der sechs Jahre jüngere Mohammad A. in der nordrhein-westfälischen Stadt Wuppertal zusammenfinden, um gemeinsam das islamische Zuckerfest zu feiern, das im Anschluss an den Fastenmonat Ramadan stattfindet. Die beiden aus dem Westjordanland stammenden Palästinenser rauchen Joints und nehmen große Mengen Bier und Wodka zu sich, bevor sie beschließen, den 29 Jahre alten, in Gaza geborenen Ismail A. zu treffen, der ebenfalls bereits alkoholisiert ist. Gemeinsam trinken sie weiter und schmieden einen Plan. Zu vorgerückter Stunde suchen die drei eine Tankstelle auf, um Benzin zu kaufen, und gehen anschließend in die Wohnung von Mohammad A. Dort bauen sie insgesamt sechs Brandsätze und ziehen damit zur Wuppertaler Synagoge (Foto), auf die [ weiterlesen ]