Mach mal Pause: Ein bisschen `Frieden´?

Mach mal Pause:

Ein bisschen `Frieden´?

Obwohl am Mittwoch letzter Woche neue Fahrt in den “Peace Process” gekommen ist, und zwar auf eine Art und Weise, die sich vielleicht als effektiver erweisen könnte, als “Oslo” und alles, was danach kam, gab sich die “Friedens”-Bewegung wenig erbaut von Pillar of Defence.

Sie hätte allen Grund dazu gehabt, denn wer an einem “dauerhaften Frieden” wirklich interessiert ist, kommt an einer Neutralisierung der Hamas nicht vorbei; das wird den Emir von Qatar nicht entzücken, der gerade erst 250 Millionen Dollar für neue Waffen spendiert hat, stimmt aber trotzdem.

Aber keine Sorge, lieber Wirtschaftsstandort Hamastan: Seine Exzellenz, der Emir, hat noch genug Gespartes auf dem Konto. Das kann er mit seinen schweren Terror-Jungs verknuspern, denn ihm gehört VW, zumindest zu 17%. ja, genau, dasselbe VW, das die Welt schon mit Wolfsburg beschenkt hat.
Es sieht nun aber so aus, als wäre der Ertrag aus dem Investment des qatarischen Volkswagen-Emirs nicht besonders gut: In vier Tagen haben die IDF fast die Hälfte davon zu Klump geschossen. Jaja, es gibt zuviel Geld auf der Welt, und zu wenig lukrative Anlagemöglichkeiten. Aber sagen Sie das mal der einen Milliarde Menschen, die nicht genug zu essen hat, lieber Herr Emir.

Natürlich kann seine Exzellenz mit seinem Geld anfangen, was er will. Und natürlich könnten die IDF mit dem Terrornest Hamastan anfangen, was sie wollen - wenn sie es denn wollen würden; es ist nach wie vor fraglich, ob die üblichen kriegsrechtlichen Gepflogenheiten für nicht-staatliche Kombatanten überhaupt gelten.

Die lokale Zivilbevölkerung hingegen scheint den IDF mehr am Herzen zu liegen, als ihrer eigenen Hamas (die sie ja immerhin mal “demokratisch” gewählt hat): Immerhin sieht es so aus, als würde die Hamas die Zivilisten bevorzugt so dirigieren, dass es möglichst große Opferzahlen gibt; und sei es auch nur, um den IDF ihren Job zu erschweren,weil die nämlich an den Zivilisten vorbeischießen muss. Asymetrische Kriegsführung nennt sich das, wenn Terroristen sich hinter Zivilisten verstecken.

Bemerkenswert ist nun folgendes: Die stark gestiegene Nachfrage nach Bio-Kraftstoffen (in jedem Liter Diesel sind inzwischen 12% Rohstoffe enthalten, die als Nahrungsmittel gebraucht werden) ist wesentlich verantwortlich für die Verdoppelung der Rohstoffpreise für Lebensmittel. So weit so schlecht - das ist allgemein bekannt und an sich nichts Neues.

Die Preissteigerung auf dem Weltmarkt für Lebensmittel ist eine der wesentlichen Triebfedern für die seit 2011 andauernden panarabischen Unruhen. Und hier ist der Clou: Da kommt so eine ökologisch uffjeklärte Person an die Tankstelle, tankt ihren VW-Caddy mit Bio-Diesel und schimpft wegen der “israelischen Aggression” gegen die “unschuldigen Palästinenser” wie ein Rohrspatz.

Nun, man könnte sagen, diese Person hat einfach nur Richard “Studio Tel Aviv” Schneiders letzten Blogeintrag gelesen. Da regt sich der Staatsblogger des BR darüber auf, dass seine Stars und Helden von der Hamas in der Realität nicht so sind, wie Herr Schneider sie in seinen “politischen” Träumen gerne hätte.

(Ich gehe jetzt nicht soweit, sie seine projektiven Stellverterter zu nennen, denn auf die Diagnose müsste sein Shrink – wenn er einen hat – schon selber kommen)

Haben die Terroristen ihm, und einigen weiteren Hofberichterstattern der Hamas, doch am sonntag einfach die Einreise nach Hamastan untersagt! Einfach so, als hätten die noch nie von Pressefreiheit gehört. Donnerlüttchen! “Ärgerlich” findet Herr Schneider das, und schuld daran ist selbstverständlich Israel, dass Herr schneider von der ARD, der sich schon die ganze Zeit als menschlicher Schutzschild der Hamas in Tel Aviv bereit gehalten hat, nicht nach Gaza-City reisen konnte.

Doch zurück zu meiner Bekanntschaft von der Tankstelle. Besagte Person, VW-Caddy, Bio-Diesel, fährt also zur Zapfsäule und macht, weil das Radio gerade läuft und der NDR die übliche “Friedens”-Propaganda bringt, ein Gespräch mit mir.

Dass es ja einfach furchtbar wäre, wie die Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Ich stimme ihm zu, obwohl ich mir eigentlich schon denken kann, was er meint. Und dann kommt er auch ganz schnell zur Sache: Die Pallis würden doch nur ihr Land verteidigen, gegen eine Aggression aus dem Ausland mit internationalen “Verbindungen”.

Ein ganz typischer Vertreter des neuen Deutschlands: Silbergrauer VW-Caddy mit Bio-Diesel, Brille, Funktionsjacke, gepflegter Vollbart, Kindersitz und Anti-Atom-Aufkleber. Einer, der sonntagsabends tanken geht, weil der Sprit dann meist am billigsten ist. Einer von ein paar Zig-Millionen aufrechten “Europäern”; er könnte gut Lehrer sein oder sonst irgendwo beim Staat.

Und eine “politische” Wahrnehmung, fast wie die Deutschen im totalen Krieg. Der war ja bekanntlich ach nichts anderes als “verzweifelter Widerstand” gegen “die Plutokratien des Westens”, insbesondere aber ein “Feldzug”, a.k.a. Vernichtungskrieg, gegen das “weltweit operierende Finanzjudentum” - zumindest, wenn man der Nazi-Propaganda glaubt, und das taten damals sicherlich die meisten.
Da gibt es also eine völlig ungebrochene Traditionslinie in der Mentalität, die glaubt, man könnte (und würde!) nicht nur in Herne oder Bielfeld, sondern in Gaza-City und Ramallah ebenfalls “eine Sache um ihrer Selbstwillen tun”. Mag sein, dass die Deutschinnen und Deutschen das so tun, oder es so machen würden, und tatsächlich ohne Bezahlung arbeiten gehen; “am deutschen Wesen soll die Welt genesen”, heißt es ja. Aber ich hoffe, so blöd ist außer ihnen niemand auf der Welt.

Denn selbstverständlich geht diese Ideologie davon aus, die armen kleinen Pallis, die Hamas, würden den ganzen Terror gegen den Westen, insbesondere Israel, aus völlig altruistischen, “idealistischen” Motiven tun – und nicht etwa für Geld, und weil es im Laufe der Jahrzehnte ihr Job geworden ist.
Das sagt natürlich eine Menge über diesen Lehrer-Typ an der Tankstelle, dass er sich das so denkt, aber es ist natürlich nicht als Selbstauskunft gemeint. Denn wie käme ich nur dazu, mir so etwas zu denken, schnaubt der Mann in der Funktionsjacke mich an: Hätte ich überhaupt keine Ahnung, unter welchen armseligen Bedingungen diese Menschen in Gaza leben? Von wegen die bekämen Geld dafür!
Armselig in der Tat, sage ich, und nehme ihn beim Wort. Wie könne er mit seinem Einkommen denn von so einem aufrechten “palästinensischen Widerstandskämpfer” (die Anführungsstriche lasse ich beim Sprechen weg) verlangen, dass er seine “Arbeit” gratis macht? So ein Terrorist muss sich doch auch ernähren, der braucht zu essen und zu trinken, muss sich kleiden, hat Frau und Kinder, und will ab und zu zum Arzt.

Der möchte auch mal in den Urlaub fahren, und wie sieht es überhaupt mit seiner Rente aus? Was ist bei einem Arbeitsunfall, wer kommt dann für seine Familie auf? Kurz gesagt: Leben kostet Geld, auch wenn es nur aus Terror besteht und in Hamastan geschieht.

Gerade dann kostet das Leben Geld – ab und zu ist vielleicht auch mal ein neues Sturmgewehr fällig, oder eine neue Berufskleidung. Der Mann mit der Brille und dem Vollbart sieht mich wutschnaubend an und dreht sich dann um; wenigstens ist er ehrlich, denke ich, und dazu auch ein bißchen langsam im Kopf.

Ob die Kohle nun über die Hisb´allah fließt, die bei der EU noch immer als Wohltätigkeitsverein firmiert, oder über Ramallah, oder über die UN, oder aus den USA ihren Umweg über Kairo macht, oder irgendwo in den Golf-Staaten der Emir von Qatar einen Scheck ausstellt und ein paar seiner VW-Millionen nach Gaza-City überweist: An Geld besteht kein Mangel in Hamastan (umso pathetischer die Sperrmüllsammlungen jener Palästinasolidarität, die sich vor sich selbst blamiert).

Und natürlich will die Weltöffentlichkeit einen Return-on-investment sehen. Der Emir von Qatar darf, als privater Chef-Sponsor der Hamas, inzwischen am selben Konferenztisch seine Kekschen essen, an dem auch diverse Non-gouvernement-organisations (UNO, EU) sowie die staatlichen Akteure sitzen.
Und Mr Obama wurde nicht zuletzt deshalb gewählt, weil er so “solidarisch” mit Israel ist (da lachen nicht nur die Hühner); man hat ein “politisches” Interesse an diesem Konflikt – vor allem daran, dass er bestehen bleibt. “Politische” Existenzen hängen davon ab und es nimmt von daher nicht Wunder, dass auch Mr Obama tatkräftig eskaliert und in seiner Funktion als Speerspritze des pazifistischen Volkssturms schon mal angedroht hat, demnächst alle US-Bürger aus Israel evakuieren zu lassen.
Gut, die 250 Millionen Dollar, die der Emir von Qatar gerade erst in Terror investiert hat, sind zur Hälfte futsch, aber das wird ihn nicht davon abhalten, den nächsten Scheck auszustellen. Und Mr Obama wird nicht seine Wirtschaftshilfe an Kairo canceln oder die EU ihre Wirtschaftshilfe an Ramallah (die dann auf gar nicht mal so verschlungenen Pfaden in Gaza-City landet).

Alles nur, damit so ein Lehrer-Typ an der Tankstelle denkt, die Hamas macht den Terror aus reiner Menschenfreundlichkeit und weil sie es so gut mit “ihrer” eigenen Bevölkerung meint; nicht nur in Deutschland glaubt man solchen Quatsch, aber dort glaubt man ihn mit besonderer Inbrunst.

Und nun das: Seit am Mittwoch letzter Woche endlich wieder Bewegung in den Friedensprozess gekommen ist, ist man im Westen alarmiert. Mr Hague aus Whitehall warnt seine EU-Kollegen vor einer Bodeninvasion, als wäre Gaza-City die Grafschaft Kent, und Mr Obama hat “politisches” Asyl bei Herrn Mursi und Herrn Erdogan beantragt und bildet nun deren diplomatische Nachhut im “Friedens”-Prozess.

(Nachhut, liebe Leserinnen und Leser, ist nicht das Gegenteil von Vorhaut!)
Und kommandiert eine Flotte von Amphibienfahrzeugen zur Evakuierung seiner Staatsbürger aus Israel ab – als wäre das die Landung in der Normandie, nur umgekehrt.

Diese bösen, bösen Israelis! Müssen wieder alles durcheinanderbringen und sich dem “Frieden” in den Weg stellen. Dabei war doch alles so schön organisiert: Sie lassen sich im Süden alle paar Tage mit ein paar Raketen beschießen, leben im Norden mit dem Druck einer ähnlichen Situation, und haben auf der sogenannten West Bank, Juda und Shomron, auch nichts zu lachen.

Den Osten aber, also das Meer, halten wir ihnen frei, sonst haben sie gar keinen Rückzugsraum – das hat sich die internationale Gemeinschaft aber fein ausgedacht, bravo!

Alles nur, weil der Westen sich im Laufe der letzten dreißig, vierzig Jahre daran gewöhnt hat, dass er diejenigen Kräfte ideologisch und ökonomisch allimentieren muss, die der festen Überzeugung sind, sie dürften alles für die Abschaffung Israels tun. Dies einen Verrat am Gattungswesen zu nennen, ist wahrlich diplomatisch ausgedrückt.

Und nun das: In Kairo treffen sich gestern Vertreter aller Seiten (der Terror-Novak aus Qatar war ebenfalls angereist) zu einer Art “Friedens”-Prozess innerhalb jenes Friedensprozesses, der sich auf Hebräisch “Amud Anan”, also “Staubsäule”, nennt.

Dieser Mini-”Friedens”-Prozess verlief genauso erfolglos und ergebnislos wie jedes andere “Peace”- Meeting seit Oslo. Zu den Forderungen der Hamas gehört, dass sie in Zukunft in und um Gaza völlig ungehindert machen darf, was sie machen soll und will – vor allem Raketen auf Israel schießen.
Israel verlangt eine vollständige Entwaffnung und eine Feuerpause von 15 Jahren; dabei ist die Hamas schon überfordert, wenn sie nur mal fünfzehn Tage ihre Füße stillhalten soll. Was nach Ablauf dieser 15 Jahre passiert, ist noch nicht ganz klar, aber Bibi ist dann ja auf keinen Fall noch im Amt.

Aber mal im Ernst: Eine vernünftige Forderung wäre gewesen, dass die Hamas ihre Sachen packt und sich irgendwo anders eine Bleibe sucht; die deutsche Palästinasolidarität wird sicher gern behilflich sein, und überall in Deutschland stehn dann in Gastfamilien Betten zur Aufnahme von Terroristen bereit.
(Mit “Vertriebenen” kennt man sich schließlich aus, und wer weiß: Vielleicht will man Schlesien irgendwann doch noch mal zurückerobern? Da hätte man dann schon mal ein paar Leute, “die die Drecksarbeit machen”; aus der Rubrik “Deutsche Kontinuitäten”.)

Frieden ist natürlich eine super Sache, denn keiner macht gern Krieg. Nur: Krieg macht man in der Regel auch nicht, weil man ihn gern hat (von historischen Ausnahmen, wiederum in Deutschland, einmal abgesehen) sondern Krieg macht man dann, wenn es sein muss, weil es anders nicht geht.
Der derzeitige Verzicht auf eine weitere Eskalation ist bereits die De-Eskalation, die eigentlich erst das Ergebnis eines Waffenstillstands sein sollte. Je mehr die Truppen im Süden als Drohkulisse erscheinen, desto zäher wird der “Widerstand”. Damit wächst die Notwendigkeit, die IDF tatsächlich einzusetzen.
Wir sind, daran sei noch mal erinnert, hier nicht beim Turnen, Dressurreiten oder Eiskunstlauf. Will sagen: Es geht hier nicht um Schönheitsnoten. Niemand hat die Absicht, sich zum Beliebtheitskönig wählen zu lassen, schon gar nicht von jener berühmt-berüchtigten Weltöffentlichkeit, die sich hinter den üblichen Lippenbekenntnissen und jenem Ruf nach “Frieden” verschanzt, über den Paul Spiegel bereits alles Wesentlich gesagt hat: Dass sich hinter ihm die Mörder verstecken.

Es ist so, dass “Land for Peace”, abgesehen von den Hamas-Terroristen, niemanden weiter gebracht hat. Sondern vielmehr hat diese “idealistische” Maxime vielen Menschen das Leben erschwert, wenn nicht sogar unmöglich gemacht; Menschen, die nämlich vom Terror ermordet wurden. Ähnliches wird man in ein paar Jahren sicherlich vom “kritischen Dialog” behaupten können.

Und das meint nicht allein die israelische Seite. Wenn die Pallis in Hamastan sich einem friedlicheren Wirtschaftszweig als dem internationalen Terrorismus widmen würden, sagen wir mal: Schnittblumen, kann die EU in Zukunft gerne beim Export in die Eurozone behilflich werden.

Es ist schon lange Zeit für einen Paradigmenwechsel: “Peace for Peace” klingt nicht erst seit gestern wie in Motto, dass der Summe der letzten zehn Jahre besser entspricht, als “Land for Peace”.

Die “Operation Wolkensäule” soll nun jene praktischen Bedingungen und Vorausstzungen für einen dauerhaften Frieden auf dem Boden herstellen, die weder die Pallis noch deren ideologischen und/oder ökomischen Sponsoren herstellen konnten und/oder nicht herstellen wollten - durch Neutralisierung der Hamas.

Für diese militärische Form angewandter Friedensarbeit muss sich Israel dann auch noch neunmalklug “kritisieren” lassen, bezeichnender Weise von denselben Leuten, die ihm den ganzen Mist überhaupt erst eingebrockt haben – das ist das Subtile an der “Friedens”-”Politik”, und in Mr Obama ist es prototypisch repräsentiert.

Die Notwendigkeit zu einer Militärintervention hätte sich durch eine funktionierende Finanzkontrolle wenn schon nicht vermeiden, so doch erschweren lassen. Dass es überhaupt soweit kommen konnte, ist nicht zuletzt dem Umstand geschuldet, dass es in Deutschland und der EU funktionierende Kontrollen des Zahlungsverkehrs nach US-Vorbild nicht gibt (stattdessen geilt sich eine bestimmte “politische” Klientel lieber an “Steuersünder-CDs” auf – viele Grüße an Eure Steinlaus, liebe SPD!).

Um den Terror trocken zu legen, hätte man auch von Deutschland aus viele Möglichkeiten. Stattdessen bemüht sich die berühmt-berüchtigte internationale Gemeinschaft derzeit vor allem darum, den Status-quo so zu verpacken, dass er auch in den nächsten Jahren mit wesentlichen Traditionslinien kompatibel bleibt – man soll eben keine Krise ungenutzt verstreichen lassen.

 

Gerrit Liskow - Foto: Schule in Ashkelon nach einem Raketeneinschlag )Foto: Arutz Sheva)

 

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20.11.2012