Ein Linker erkennt den linken Antisemitismus: Ein israelischer Soldat an die amerikanischen Juden: Wann wacht ihr endlich auf?

Ein Linker erkennt den linken Antisemitismus:

Ein israelischer Soldat an die amerikanischen Juden: Wann wacht ihr endlich auf?




von Hen Mazzig. Interessanter Wandel eines israelischen Linken, der nichts ahnend die haessliche Fratze des Antisemitismus im Ausland kennenlernte.- The Times of Israel

Als junger Israeli hatte ich mich nach fünf Dienstjahren in der IDF auf meinen neuen Job gefreut. Ich sollte die Menschen im amerikanischen pazifischen Nordwesten über Israel informieren. Aber der anti-israelische engstirnige Fanatismus und Hass, dem ich besonders im Bereich von Seattle, Oregon und Berkeley begegnet bin, war erschreckend. Zuvor war ich sehr liberal eingestellt, ein Mitglied der linken zionistischen Partei Meretz, aber der Antisemitismus und der Hass gegen Israel, den ich in den Vereinigten Staaten gesehen habe, hat meine Sichtweise in persönlicher wie politischer Hinsicht verändert.

Von Januar bis Mai dieses Jahres war ich in Colleges, Schulen und Kirchen unterwegs, um über die Geschichte des modernen Israel zu sprechen, um davon zu berichten, wie ich im jüdischen Staat aufgewachsen bin und um von meiner Familie zu erzählen. Ich sprach auch immer über meinen Militärdienst als Offizier einer IDF COGAT Einheit, die die palästinensische Zivilgesellschaft fördert und unterstützt und sich um die Bedürfnisse am Konflikt unbeteiligter palästinensischer Zivilisten kümmert. Bei jeder Veranstaltung redete ich eine Stunde oder länger und nahm Fragen entgegen.

Ich habe meine Geschichte über 16.000 Menschen an vielen, vielen Colleges und Schulen mitgeteilt, einschließlich dem Universitäts-Campus von Berkeley, Stanford, der University of Washington, der Seattle University und an vielen anderen Orten. Viele Menschen, zu denen ich gesprochen habe, haben mich unterstützt, waren freundlich und interessiert, meinen Bericht über Israel zu hören. Aber viel zu viele waren das leider nicht.

Als ich in der West Bank als Soldat diente, habe ich mich daran gewöhnt, dass ich mit hässlichen Worten beschimpft wurde. Aber auf das Ausmaß an Desinformation und Dämonisierung Israels sowie auf die anti-israelische, antisemitische Feindschaft, die sich bei vielen Studenten, Professoren, Kirchenmitgliedern hier im pazifischen Nordwesten Amerikas manifestiert, war ich nicht vorbereitet.

Darüber hinaus war ich schockiert, wie wenig sich die organisierte jüdische Gemeinschaft dessen bewusst ist und wie wenig sie tatsächlich unternimmt, um diesem ansteigenden Antisemitismus entgegen zu treten, der mich dazu veranlasst hat, diesen Artikel zu schreiben.

Diese neue Form des mit Hass und Lügen erfüllten engstirnigen Fanatismus gegen Israel wird der “neue Antisemitismus” genannt, wobei “Israel” an die Stelle von “Jude” getreten ist – in der traditionellen antisemitischen Vorstellung, in der Pressehetze, in der einseitigen Falschdarstellung und Diskriminierung gegen den jüdischen Staat. Von allen Völkern der Erde wird allein dem jüdischen Volk das Recht auf Selbstbestimmung verweigert.

Die Summe des neuen Antisemitismus ist die Kampagne, die für Boykott, Deinvestitionen (Kapitalabzug) und Sanktionen wirbt, kurz die BDS Kampagne. BDS behauptet von sich, Rechte von Palästinensern zu unterstützen; tatsächlich aber besteht ihr wahres Ziel darin, amerikanische Unterstützung für Israel zu unterminieren, Juden, die Israel unterstützen, zu diskreditieren und den Weg für die Eliminierung des jüdischen Staates vorzubereiten. Eine der zentralen Forderungen der BDS ist das “vollständige Rückkehrrecht” für sämtliche Nachfahren der ursprünglichen arabischen Flüchtlinge. Eine tückische Sprache, deren Ziel das Ende Israels als jüdischer Heimat ist, weil sie Israel in einen palästinensisch-arabischen Mehrheitsstaat umwandeln würde.

Es ist erstaunlich, dass eine extremistische Organisation wie die BDS überhaupt ernst genommen wird, aber Befürworter der BDS haben in einigen Kreisen eine empfängliche Zuhörerschaft vorgefunden. Ihre Kampagnen sind gut organisiert und – in vielen Fällen – gut finanziert. Sie haben an Universitäten, bei Vereinen, Nahrungsmittelketten, Kirchen, Künstlern, Gewerkschaften und anderen Organisationen Lobbyarbeit geleistet, damit Israel und jene Firmen, die mit Israel geschäftlich tätig sind, boykottiert werden. Aber selbst wenn diese Gruppen nicht damit übereinstimmen, Israel als Paria Staat zu behandeln, gelingt es den BDS Aktivisten, ihre anti-israelischen Lügen und Vorurteile zu verbreiten, indem sie eine Debatte erzwingen, die auf ihren falschen Behauptungen über Israel gründet.

Um einen Eindruck der Bösartigkeit der BDS Angriffe zu vermitteln, möchte ich nur einige der vielen schockierenden Erfahrungen mitteilen. Bei einer BDS Veranstaltung in Portland teilte eine Professorin einer Universität in Seattle der versammelten Menschenmenge mit, dass die Juden in Israel keine nationalen Rechte haben und aus dem Land heraus gezwungen werden sollten. Als ich daraufhin fragte: “Wohin möchten Sie denn, dass sie gehen sollen?”, erwiderte sie ruhig: “Das kümmert mich nicht. Es kümmert mich nicht, wenn sie überhaupt keinen anderen Platz haben, wohin sie gehen könnten. Sie sollten nicht da sein.” Als ich erwiderte, dass sie damit zu ethnischer Säuberung aufruft, leugneten sie und ihre Unterstützer dies. Während einer Rede in Seattle, sprach ich über meine Sehnsucht nach Frieden zwischen Israel und den Palästinensern. Nach dem Ende meiner Rede, stand eine Frau in ihren 60ern auf und schrie mir zu: “Sie sind schlimmer als die Nazis. Sie sind genau wie die Nazi-Jugend!” Bei anderen Gelegenheiten wurde ich wiederholt angeklagt, ein Killer zu sein, obwohl ich niemals irgendjemanden in meinem Leben verletzt habe. Bei anderen Gelegenheiten nannten anti-israelische Aktivisten mich einen Vergewaltiger. Die Behauptungen sind sogar jenseits des Absurden – in einem Fall fragte mich eine Professorin, ob ich wüsste, wie viele Palästinenserinnen von IDF Streitkräften vergewaltigt worden seien. Ich antwortete darauf, dass, so weit mir bekannt, dies niemals jemals geschehen sei. Darauf erwiderte sie triumphierend, dass das zutreffend sei, weil, so sagte sie: „Ihr IDF Soldaten vergewaltigt Palästinenser nicht, weil ihr Israelis so rassistisch seid und gegenüber ihnen Abscheu empfindet, so dass ihr sie nicht anrühren wollt.”

Solche aberwitzigen Anschuldigungen sind symptomatisch für einen sehr gefährlichen Antisemitismus. Trotz alledem sind – und das ist alarmierend – die meisten amerikanischen Juden vollkommen arglos gegenüber dieser hässlichen Entwicklung und gegenüber der Gefahr, die sie darstellt. Sie scheinen in Tiefschlaf versunken. Sie sind sich nicht bewusst, dass diese gegen Juden gerichtete bösartige Verlogenheit sich an Universitäten, Schulen, Kirchen und Gemeinden verbreitet und zur Täuschung oft mit Menschenrechts-Rhetorik getarnt wird.

Die amerikanische jüdische Gemeinschaft und ihre Leiter bilden keine einstimmige Front, um dieser jüngsten Bedrohung entgegen zu treten. Unglücklicherweise wiederholt sich damit das Muster, wonach jüdische Gruppen versäumen, sich rechtzeitig zusammenzuschließen, um Bedrohungen entgegenzutreten, die gegen uns individuell und als Gemeinschaft gerichtet sind.

Erschreckend ist, dass eine kleine, aber sehr laute Zahl von Juden die BDS Kampagnen aktiv unterstützt. Sie gehören oft zu Organisationen, die das Wort “Jüdisch“ an auffallender Stelle in ihrem Namen platziert haben, wie Jewish Voice for Peace (Jüdische Stimme für Frieden), um der BDS und ihrem Antisemitismus Rückendeckung zu geben. Wir als jüdische Gemeinschaft müssen uns fragen, ob es jemals angemessen und richtig sein kann, Juden zu akzeptieren und als zu uns gehörend zu betrachten, die die BDS Organisation unterstützen und damit direkt oder indirekt für die Vernichtung des jüdischen Staates Israel eintreten.

Ich denke nicht, dass dies richtig ist.

Meine Erfahrungen in Amerika haben mich verändert. Ich hätte niemals erwartet, solchem Hass und solchen Lügen zu begegnen. Ich hätte niemals für möglich gehalten, dass dieses Ausmaß an Antisemitismus noch existiert, und noch dazu in den Vereinigten Staaten. Ich habe niemals gewusst, dass das Schlachtfeld nicht nur Gaza, die West Bank und die feindlichen nahöstlichen Länder sind, die Israel zerstören und unsere Bürger und Soldaten töten möchten. Tatsächlich muss auch hier in Amerika gegen Vorurteile und Lügen eine geistige Schlacht geschlagen werden.

Ich rufe die amerikanischen Juden eindringlich auf: Unternehmt mehr dagegen!

Israel kann diese große Schlacht nicht alleine kämpfen. Wenn ihr Mitglied einer jüdischen Organisation seid, dann teilt dieser mit, dass ihr möchtet, dass sie aktiv, offen und unmissverständlich der BDS Kampagne und denjenigen, die sie unterstützen, entgegen tritt. Informiert euch, eure Freunde und Familien, indem ihr Webseiten von Organisationen wie StandWithUs, Jewish Virtual Library, AIPAC, AJC und anderen besucht, die euch auf dem neuesten Stand halten und Information über BDS und Antisemitismus bereitstellen. Ich möchte der organisierten jüdischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedern dringend ans Herz legen, aufzuwachen und für den jüdischen Staat Israel einzutreten, für seine Ziele und für alles, was er repräsentiert.

 

Übersetzt von Renate für unseren Partnerblog Aro1.com - Foto: Die Fratze des Antisemitismus bei der sogenannten "Occupy-Bewegung" (Foto: Screenshot)

 

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Donnerstag, 17 Oktober 2013