Zu Martin Schulz´ Rede in der Knesset: Das Schweigen des Besserwissers

Zu Martin Schulz´ Rede in der Knesset:

Das Schweigen des Besserwissers




Mit seiner nach eigener Wertung “pro-israelischen” Rede im israelischen Parlament hat Martin Schulz als deutscher Sozialdemokrat und Präsident des Europäischen Parlaments versucht, den Eindruck zu erwecken, er habe ein Interesse an den Lebensumständen von “Palästinensern”.

“Die Palästinenser”, formulierte Martin Schulz, “haben genauso wie Israelis ein Recht auf Selbstbestimmung und Gerechtigkeit.” Das stimmt zweifellos. Und es stimmte sogar, hätte der Redner erklärt, “die Palästinenser haben ein Recht auf Selbstbestimmung und Gerechtigkeit”.

Und das hängt sicherlich nicht ausschließlich davon ab, ob einem “Palästinenser” 70 oder 100 Liter Wasser pro Tag zur Verfügung stehen. Martin Schulz freilich, Präsident eines Parlaments mit nur ungefähr 5.000 Mitarbeitern, konnte “die genauen Zahlen nicht nachschlage[n]“ und nannte falsche.

Selbstbestimmung zeigt sich gewiß auch darin, ob eine Bevölkerung sich ihre Repräsentanten wählen oder diese wieder abwählen kann. “Palästinenserpräsident” Abu Mazen hat vor wenigen Tagen das neunte von vier Amtsjahren beendet und “regiert” nun schon im zehnten.

Wie steht es aber um die Gerechtigkeit zu Beginn dieses neuen Amtsjahrs, soweit Abu Mazen sie zu verantworten hat? Die “palästinensische” Independent Commission for Human Rights (ICHR) hat in dieser Woche ihren Bericht für Januar vorgelegt, in dem es auszugsweise heißt:

“Cases of torture and ill treatment during detention continued. Furthermore, it increased in the centers of the Preventive Security Agency in the West Bank. [..]

ICHR received complaints of violations of the right to appropriate legal procedures during detention in breach of guarantees to a fair trial, which are enshrined in the basic law.

ICHR received complaints concerning expropriation of citizens’ property by security agencies in the West Bank without judicial order.

ICHR received a number of complaints of violations concerning the right to freedom of expression, press, peaceful assembly and academic freedoms.”

Nicht jedoch fortgesetzte Folter in Gefängnissen der “Regierung” in Ramallah, systematisches Fehlverhalten ihrer “Sicherheitskräfte” oder nicht seltene Einschränkungen bürgerlicher Freiheiten, bewegten Martin Schulz. Er meinte, ungeprüften Zahlen nennen und Abu Mazen loben zu müssen:

“In den vergangenen Jahren haben Mahmud Abbas und Salam Fayyad auf der Grundlage der beeindruckenden ‘No-violence’-Politik moderne Institutionen aufgebaut sowie für Ordnung und Sicherheit gesorgt.”

Salam Fayyad trat übrigens im Frühjahr 2013 als “Ministerpräsident” zurück und erklärte seine Entscheidung später so: “It is incredible that the fate of the Palestinian people has been in the hands of leaders so entirely casual, so guided by spur-of-the-moment decisions, without seriousness.”

Martin Schulz sind Selbstbestimmung und Gerechtigkeit für “Palästinenser” tatsächlich gleichgültig.

 

tw_24 - Foto: Schulz )Foto: von Martin_Schulz_2009.jpg: Mettmann derivative work: Daffy123 (Diskussion) (Martin_Schulz_2009.jpg) [CC-BY-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons)

 

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Samstag, 15 Februar 2014





Muss das sein, daß ich jeden Tag von haolam.de mit dem Antlitz Schulz´s "bereichert" werde? Irgendwann ist mal die Schmerzgrenze überschritten.;-(



Liebert Steve, man kann sich nicht von allem befreien, irgendetwas muss man akzeptieren.

Ich finde z. B. die Beiträge von Prof. Hornung richtig gut, das meine ich.

Als ich meinen ersten Israelbesuch machte lernte ich einen deutschen Juden kennen der so um 1930-1935 rum nach Israel gekommen war. Er erzählte mir wie er damals bei der Entwässerung des Sumpfgebietes gearbeitet hatte, jahrelang und mehrfach Malaria bekam.

Von ihm erhielt ich die ersten Informationen über Israel, wie ich als Tourist das Land kennenlernen konnte, was ich mir ansehen sollte und was ich mir sparen kann, war echt toll der Mann, denke gern an ihn zurück. Das war in der Nähe von Netanya und ein sehr informatives Erlebnis. Tut mir leid wenn Du wieder den Schulz sehen musst, hab doch einfach Mitleid mit ihm und seiner Dummheit.



@Ploppa,Peter:"Tut mir leid wenn Du wieder den Schulz sehen musst,..." Danke für Ihr Mitgefühl (schmunzel). Aber Mitleid???  Zitat (weiß nicht von wem): "Die Dummheit ist die sonderbarste aller Krankheiten. Der Kranke leidet niemals unter ihr. Aber die anderen leiden."



Da gibt es doch so ein nettes Sprichwort: Wenn Dummheit weh täte, müßte der jenige immerfort schreien. Mein Kommentar: ich höre Herrn Schulz gar nicht schreien!