Sechs (42%) jüdische Opfer in der Terrorwelle in Paris… – Aber in deutschen Medien ist die jüdische Dimension Nebensache… – Aufruf zur Auswanderung

Sechs (42%) jüdische Opfer in der Terrorwelle in Paris… – Aber in deutschen Medien ist die jüdische Dimension Nebensache… – Aufruf zur Auswanderung




von Ulrich J. Becker

Die vier jüdischen Opfer des Anschlags auf den koscheren Supermarkt:

Yohan Cohen (22), Yoav Hattab (21), Philippe Braham (40s), Francois-Michel Saada (60s)

Yohan versuchte dem Terrorsiten eine der zwei Kalaschnikows zu entreissen, aber dieser war schneller und schoss ihn in den Kopf.

Auch bei dem Anschlag auf Charlie Hebdo waren zwei der ermordeten Mitarbeiter des Magazins Juden:

Karikaturist Georges Wolinski (80)
Pschoanalytikerin und Autorin Elsa Cayat (50s)
ie war die einzige Frau, die im Charlie Hebdo Anschlag ermordet wurde (waehrend die Terroristen der Karikaturistin im ersten Stock mit Kalaschnikow am Kopf erklaerten, dass sie keine Fraün töten), und die einzige Jüdin vor Ort. Elsa wurde auch in letzter Zeit von antisemitischen Telefonanrufen belaestigt (“Dreckige Jüdin, höre auf für Charlie Hebdo zu arbeiten“) wie ihre Cousine in einem CNN Interview erklaerte. Man muss davon ausgehen, dass sie nur wegen ihrem Judentum ermordet wurde.

Wenn man es genau bedenkt, waren 6 der 17 Terroropfer dieser Tage in Paris Juden, bzw. (die Polizisten nicht mitgezaehlt) 6 der 14 Zivilisten – über 40% der zivilen Opfer.

Der erklaerte IS Terrorist, der den koscheren Supermarkt in seine Macht brachte, rief eine Radiostation per Telefon an:

“BFMTV: Haben Sie das Geschäft aus einem bestimmten Grund ausgesucht?
Coulibaly: Ja. Die Juden. …”

In krassem Gegensatz zu diesem gezielt antisemitischen Hintergrund an beiden Anschlagsorten und von den Terroristen gewollten, hohen Prozentsatz von jüdischen Opfern, wird es von deutschen Medien meist nur nebenbei oder gar nicht erwaehnt.

Die 20.00 Uhr Tagesschau von heute, dem 10.01.2015 erwaehnte den Anschlag auf den koscheren Supermarkt ausschliesslich wie folgt:

“Bei der Geiselnahme hier im Südosten von Paris starben gestern vier Geiseln – wohl alle durch die Schüsse des spaeter getöteten Geiselnehmers.”

Der ARD-Zuschaür, der sonst keine weiteren Kenntnisse der Geschehnisse hat, kann hieraus unmöglich verstehen, dass es sich um ein jüdisches Ziel handelte bzw. es offenbar einen antisemitischen Tathintergrund gab. Auch sonst, ist die Interpretation der Ereignisse hier sehr frei gewaehlt:

Das Blutbad war keins, sondern eine “Geiselnahme“.

Es war auch nicht in einem koscheren Supermarkt, sondern einfach “hier“.

Es waren auch keine Juden, die hier ermordet wurden, sondern “Geiseln“.

Sie wurden auch nicht ermordet, sondern “starben“.

Sie wurden auch nicht sicher vom Mörder ermordet, sondern nur “wohl“.

Ihr Mörder war auch kein antisemitischer, muslimischer IS Terrorist, sondern ein “Geiselnehmer“.

Es lebe die öffentlich rechtliche Information.

Also halt ‘nur’ so eine Geiselnahme. Na dann. Der muslimische Mörder im koscheren Supermarkt, erwaehnte übrigens auch ‘Palaestina’ in seiner Tatmotivbeschreibung – etwas was auch viele Antiisraelis in Deutschland umtreibt…

Der Exodus hat begonnen – Französische Juden fliehen (vor etwas, das die Europaer nicht wahrhaben wollen)

Vor allem haben diesen Anschlaege in den jüdischen Gemeinde Frankreichs eine besondere Bedeutung, die auch praktisch nirgends erwaehnt wird:

Die letzten Jahre haben einen immer mehr zunehmenden Antisemitismus ans Licht gebracht, dessen Taeter immer gewalttaetiger und mörderischer wurden. Der Anschlag und Mord an vier Juden 2012 an der Or HaTorah Schule in Toulouse durch einen muslimischen Terroristen war nur die mörderische Spitze des Eisbergs.

Staendig gab es vereinzelte Morde und Mordversuche, Verprügeln von Juden auf offener Strasse, Vergewaltigungen mit erklaert antisemitischen Hintergrund, Brandanschlaege gegen Synagogen und andere jüdische Ziele, Belaestigungen, Drohungen etc.. Die jüdische Einwanderung (Flucht) aus Frankreich nach Israel hatte 2014 eine Rekordhöhe erreicht (soviel, wie noch nie seit Staatsgründung – aro1 berichtete) und waechst rasant weiter an.

Die Interviews, die das israelische Fernsehen gerade vor Ort führte, u.a. mit überlebenden des Anschlags auf den koscheren Supermarkt, ergaben in überwaeltigender Mehrheit, dass es jetzt den meisten reicht und sie alle nach Israel auswandern wollen.

Francois Hollande gab sich gerade betont das Judentum in Frankreich beschützend, waehrend er mal wieder den Islam erklaeren musste (der ja natürlich überhaupt nichts mit Terrorismus zu tun hat – “…fanatics who have nothing to do with the Islamic religion”).

Netanjahu widersprach ihm ganz klar:

Erstens haben diese Terrorangriffe sehr wohl etwas mit dem Islam zu tun:

“These attacks in Paris are the continuation of extremist Islam’s war against our free civilization.“

Und (u.a. die europaeische Ignoranz kritisierend):

“But if we ignore the trü root of the problem, if we ignore the fact that extremist Islamic terrorism seeks to exterminate Western civilization as a whole, including the Jewish People, if we ignore this – what we are now seeing in Paris will be only the beginning. These are not frightening words or prophecies of rage, this is the simple reality and the time has come to recognize it.”

Und zweitens, scheint er nicht viel von den Beschützungsbeteürungen Hollands zu halten – zu Recht, wenn man zurücksieht, wie viele Jahre diese Versprechungen schon gemacht werden, waehrend der antijüdische Terror nur zunimmt und nicht gestoppt wird -, denn er ruft die Juden in Frankreich auf, “nach Hause“, nach Israel zu kommen:

“The State of Israel is not just the place to which you turn in prayer. The State of Israel is also your home. This week, a special team of ministers will convene to advance steps to increase immigration from France and other countries in Europe that are suffering from terrible anti-Semitism.
All Jews who want to immigrate to Israel will be welcomed here warmly and with open arms. We will help you in your absorption here in our state that is also your state.”

Und das sehe ich genauso. Gerade an der prinzipiellen Verschweigung der antisemitischen Dimensionen dieser Anschlagswelle wird klar, dass Juden sich auch in Deuschland nicht auf den Staat zu ihrem Schutze verlassen können, wenn er schon das Problem nicht erkennen möchte.

Und noch abtruser wird es, wenn man sie, wie in Deutschland (auch prominent von Politik vertreten) an den meisten Stellen auf ein islamisches Terrormassaker reagiert wird: Mit tiefer Sorgen um die Toleranz gegenüber Muslimen.

Das ist jetzt das Wichtigste?

Wie waere es mit tiefer Sorgen gegenüber Anschlaegen und tatsaechlichen Opfern?

Juden in Deutschland sollten sich am Exodus in Frankreich ein Beispiel nehmen, auch wenn Deutschland noch nicht ins volle Terrorkreuz der Terroristen gekommen ist.

 

Erstveröffentlicht bei unserem Partnerblog Aro1.com

 

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Sonntag, 11 Januar 2015