Archäologen finden neue Qumran-Höhle

Archäologen finden neue Qumran-Höhle


Die Suche trägt Früchte: Eine Höhle mit antiken Gefäßen begeistert Archäologen. Sie soll Lagerort für alte Schriftrollen gewesen sein.

Eine Höhle nordwestlich des Toten Meeres hat Schriftrollen aus der Zeit des Zweiten Tempels enthalten. Das sagen Archäologen der Hebräischen Universität Jerusalem nach Ausgrabungen. Beduinen haben die Höhle demnach Mitte des vergangenen Jahrhunderts geplündert. Die Wissenschaftler schlagen vor, der Höhle entsprechend der Zählung der bislang bekannten Qumran-Höhlen die Nummer 12 zu geben.

 

Der Fund ist ein Meilenstein in der Qumran-Forschung. Erstmals seit 60 Jahren erkunden Forscher eine neue Höhle. In ihr fanden sie zahlreiche zerbrochene Lagergefäße ohne Inhalt. Zudem lagen dort eiserne Spitzhacken aus den 1950er Jahren. Das nehmen die Forscher als Beleg für die Plünderung.

 

Der Leiter der Ausgrabung, Oren Gutfeld, schwärmte von dem Fund. „Bislang dachten wir, dass es elf Höhlen in Qumran gibt. Doch zweifellos ist dies die zwölfte Höhle. Es habe zwar keine Schriftrollen mehr gegeben, jedoch zahlreiche andere Dinge: Ein Pergament zum Beschreiben; Lederstreifen, um die Rollen zusammenzubinden; ein Tuch zum Schutz der Rollen sowie Sehnen und Hautteile, um die Rollenteile zu verbinden.

 

Wettlauf gegen die Zeit

 

Der Leiter der israelischen Altertumsbehörde Israel Hasson sieht in dem Höhlenfund Anlass für weitere Forschungen. „Wir befinden uns in einem Wetltlauf gegen die Zeit, da Antiquitätenräuber wertvolles Erbe stehlen, um daraus Profit zu schlagen.“ Der Staat Israel müsse daher alle Mittel mobilisieren, um alle Höhlen in der Jüdäischen Wüste zu untersuchen.

 

Erst im Dezember hatte Israel erstmals nach mehr als 20 Jahren eine großangelegte Suche nach weiteren Schriftrollen gestartet. Zwischen den Jahren 1947 und 1956 wurden in der Gegend die ältesten bekannten Abschriften der Bibel, die sogenannten „Qumran-Rollen“, gefunden.

 

 

 

Von: df - israelnetz / Foto: 

Dieses Stück Pergament war zum Beschreiben gedacht

Foto: Casey L. Olson & Oren Gutfeld, Hebrew University


Donnerstag, 09 Februar 2017