Vorsicht - Satire! Was Martin Schulz wirklich in Jerusalem gesagt hat

Vorsicht - Satire!

Was Martin Schulz wirklich in Jerusalem gesagt hat




von Claudia Casula

Liebe Schutzbefohlene,

bevor ich als Erziehungsberechtigter an dieser Stelle einige Ratschläge erteile, wie Sie mit Ihrer möglicherweise nicht ganz unkomplizierten Nachbarschaft umzugehen haben, eines vorweg: Ich muss das tun. Erstens, weil ich die Europäische Union vertrete, die eine klare Haltung zu Ihrem Land hat; eine Institution, die den Holocaust nachweislich für eine schlimme Sache hält, ohne jetzt im Einzelnen erwähnen zu müssen, wer genau davon betroffen war. Zweitens, weil ich demnächst EU-Kommissionspräsident werden möchte und mir dabei ein bisschen Israel-Bashing sicher nicht schaden wird. Vor allem aber, weil ich – gerade als Deutscher – am besten wissen muss, was gut für den jüdischen Staat ist.

Ich spreche zu Ihnen in der Sprache Goethes und Schillers und Heines. Die Hardliner unter Ihnen werden jetzt sagen: auch in der Sprache Goebbels’ und Kaltenbrunners, aber über diesen Verdacht bin ich erhaben. Ich bin u.a. Vizepräsident der Sozialistischen Internationale und würde heute, wie mich die FAZ im April vergangenen Jahres zitierte, in vergleichbarer Lage gegen die Nazis zur Waffe greifen. Jawohl, ich mag zwar aussehen wie ein Sparkassenfilialleiter aus Bad Oeynhausen oder wie der Ex-Bürgermeister von Würselen, aber innerlich bin ich ein ganz harter Hund. Und gerade als Deutscher fühle ich mich berufen, Ihnen hier mal so richtig die Leviten zu lesen, und zwar – ich betone das – als Freund. Nur für den Fall, dass Sie aus meinen Worten etwas anderes heraushören sollten.

Wissen Sie, gestern war ich bei Palästinenserpräsident Abbas. Einem Mann, dem mitunter aus Ihren Reihen vorgeworfen wird, er habe keine demokratische Legitimation, nur weil er seit fünf Jahren, äh, über seine Amtszeit hinaus regiert. Aber wer wäre ich, würfe ich ihm ausgerechnet den Umstand vor, nicht von den Menschen da draußen gewählt worden zu sein?

Nein, auf irgendwelche Dinge, die da drüben nicht in Ordnung sein könnten, bin ich jetzt nicht extra eingegangen, das war in der Kürze der Zeit auch gar nicht möglich. Aber lassen Sie mich sagen: Herr Abbas muss ja auch gar nicht Ihr Freund sein, Frieden schließt man ja mit seinen Feinden. Also möglicherweise auch mit solchen, die sich weiterhin vornehmen, Sie zu bekämpfen. Das mag ein Risiko sein, aber bedenken Sie das Schicksal des Warschauer Ghettos: Gerade weil die militanten Zionisten dort zur Gewalt griffen, wurde das Ghetto am Ende total zerstört. Wollen Sie es so weit kommen lassen? Oder sind Sie bereit, für den Frieden auch ein Risiko einzugehen?

Vielleicht sind hier und da beunruhigende Töne von Hisbollah-, Fatah- oder Hamas-Aktivisten zu vernehmen, aber das muss nichts bedeuten. Lassen Sie mich das ruhig so deutlich sagen: Als Bürgermeister von Würselen habe ich auch keine übertriebenen Ängste vor unseren niederländischen Nachbarn geschürt!

Müssen Sie wirklich derart militant ausgerechnet in dieser Weltregion auftreten, wo schon ein kleiner Funke genügt, um einen Flächenbrand auszulösen? Es mag ja sein, dass manche Gruppierungen es nicht gut mit Ihrem Staat meinen, aber in Europa macht Ihre fortdauernde Demonstration der Stärke, das muss ich leider sagen, einen ganz schlechten Eindruck. Wir haben ein Herz für die Schwachen! Dieses Zurückfeuern bringt nur Ärger und macht Ihre Gegner erst recht aggressiv. Hingegen: Wenn Sie sich – wie damals, 1991 – dazu entschließen könnten, sich mal einige Wochen ohne reflexhafte Reaktion mit Raketen beschießen zu lassen, brächte Ihnen das einen ungeheuren Sympathiebonus in Europa ein. Darauf gebe ich Ihnen hier und heute mein Wort! Ja, ich selbst wäre dann der Erste, der eine wohlwollende Geste der Israel-Solidarität anregen und eine geharnischte Protestnote an die Adresse der Störenfriede aufsetzen würde!

Es wäre wirklich wünschenswert, wenn das Prinzip „Ich bin okay, du bist okay“ sich auch hier langsam mal durchsetzen würde, denn kein Mensch ist durch und durch schlecht. Selbst der Führer hat den Juden damals eine Stadt gebaut, aber Ihr Zionisten musstet ja unbedingt in Jerusalem und Hebron wohnen. Ganz ehrlich: Ich traue auch Scheich Nasrallah, Ayatollah Khamenei oder Khalad Meschaal zu, ihre harte Haltung zu lockern, wenn Sie endlich mal mit gutem Beispiel vorangehen. Insofern tut mir das sehr weh, wenn ich von einem palästinensischen Jugendlichen erfahren muss, dass Sie offenbar weiterhin in der Westbank Brunnen vergiften. Ich habe das jetzt nicht im Detail nachgeprüft, aber trotzdem: Das ist furchtbar – so wie das Apartheid-Regime, das mein Parteifreund Sigmar Gabriel in Hebron erlebt hat.

Ich freue mich, dass die arabischen Abgeordneten an dieser Stelle so ausdauernd Beifall geklatscht haben. Danke sehr.

Dank an Sie alle, dass Sie – von einer ganz kleinen Clique von ultrarechtsnationalreligösextremistischen Hardlinern abgesehen – bereit sind, mir zuzuhören. Ich mag zwar mit dem Bau des Spaßbades den Stadtsäckel von Würselen überstrapaziert haben, aber Lokalpolitik war mir eh immer drei Nummern zu klein; wirklich berufen bin ich zum Weltpolitiker. Wenn Sie jetzt nicht den auserwählten shlomo sapiens spielen, der bockbeinig seinen eigenen Weg geht, sondern im Gegenteil umsetzen, was ich Ihnen rate, wird es mir eine Ehre sein, zur Endlösung der Judenfrage in Nahost beigetragen zu haben.

 

Die Achse des Guten - Foto: von User:Mattes (Eigenes Werk) [Public domain], via Wikimedia Commons

 

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Autor: fischerde
Bild Quelle:


Donnerstag, 20 Februar 2014






Sehr geehrter Hirte,

als Regenwurm des "Nahen Ostens" möchte ich mich bei Ihnen über die jahrelange Unterversorgung mit Nährstoffen in meiner Erde beschweren. Vor ca. 100 Jahren war der Nahrungsgehalt der israelischen Erde sehr dürftig und ich hatte Überlebensschwierigkeiten.

Durch jahrelange "Wühlarbeit" ist der Gehalt der Erde inzwischen wesentlich verbesseert und ich habe eine (wieder) stattliche Figur. Bitte setzen Sie sich dafür ein, dass die Umstände so bleiben und nicht wieder diese trockene Ernährungserde wie in den Nachbarländern meinen Speiseplan ausfüllen muss.



"....aber Lokalpolitik war mir eh immer drei Nummern zu klein; wirklich berufen bin ich zum Weltpolitiker."  Klasse!!! Der Spruch hängt bestimmt bei "Macher-Martin" á la "K***-Schulz" am Spiegel. PS:@1P.P. Nicht schlecht.....:-)