Mailaktion an deutsche Bundestagsabgeordnete: Wie halten Sie es mit den jüdischen Siedlungen?

Mailaktion an deutsche Bundestagsabgeordnete:

Wie halten Sie es mit den jüdischen Siedlungen?




Tapfer im Nirgendwo lädt zu einer Aktion ein:

Bitte senden Sie die folgende kurze Anfrage mit der Bitte um Beantwortung an Abgeordnete Ihrer Wahl und senden die Antworten dann mir zu, damit ich sie veröffentlichen kann. Bitte senden Sie mir auch eine Information, wenn ein Abgeordneter nicht geantwortet hat. Auch Schweigen ist eine Haltung. Es wird Zeit, dass die politischen Entscheidungsträger erklären, wo sie stehen und warum. Meine Anschrift lautet: gerdbuurmann@hotmail.de

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Sehr geehrte Abgeordnete,

am 7. Februar 2014 hieß es in einem Bericht des ZDF Heute Journals:

“Denn die Welt verliert allmählich die Geduld mit Israel, vor allem wegen seiner Siedlungspolitik.”

Mich beunruhigt diese Wortwahl ein bißchen. Daher stelle ich Ihnen nun eine schlichte Frage mit der Bitte um Beantwortung:

Sind jüdische Siedlungen außerhalb Israels für Sie ein Hindernis für den Frieden im Nahen Osten, und wenn Ja: Warum?

Überall auf der Welt gibt es in diversen Ländern jüdische Siedlungen und Viertel. In Deutschland gibt es jüdisch, muslimisch und christlich geprägte Viertel. Nur wenige sehen in ihnen ein Friedenshindernis. Sie werden vielmehr als eine kulturelle Bereicherung verstanden und gelten als Unterstützung für ein friedliches Miteinander, da sie Vielfalt, Toleranz und Akzeptanz zu fördern vermögen. In Köln flaniere ich gerne auf der überwiegend muslimisch geprägten Keupstraße und in Paris besuche ich gerne den Marais im dritten und vierten Arrondissement, eine überwiegend jüdisch geprägte Siedlung der Stadt. In Israel wiederum gibt es eine Menge muslimische Viertel und Siedlungen. Fast zwanzig Prozent aller Israelis sind Muslime. Für Israel sind muslimische Siedlungen innerhalb und außerhalb Israels kein Friedenshindernis, sondern gelebte Demokratie. In der israelischen Unabhängigkeitserklärung heißt es:

„Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“

In der Charta der Hamas, die zur Zeit im Gaza-Streifen regiert, wo alle Juden vertrieben wurden, findet sich Artikel 7 mit diesem Wortlaut:

„Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn!“

Ich kann sehr gut verstehen, warum für diese Menschen jüdische Siedlungen ein Friedenshindernis darstellen. Sie verlangen schließlich ein “judenfreies” Palästina und da stören jüdische Siedlungen. Auch innerhalb der Fatah, die in den “autonomen Palästinensergebieten” regiert, findet sich diese Ideologie. Am Tag der 47-Jahr-Feier der Fatah sprach Mufti Muhammad Hussein, der von Mahmud Abbas persönlich zum “geistigen Führer der palästinensischen Autonomie” ernannt wurde, die exakt selben Worte und erntete dafür tosenden Applaus. Am 28. Februar 2010 wurde der stellvertretende Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, noch deutlicher und sprach:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Diese Worte erinnern mich unweigerlich an Joseph Goebbels, der einst diese Worte sprach:

“Einmal wird unsere Geduld zu Ende sein, und dann wird dem Juden das freche Lügenmaul gestopft werden.”

Dieser Satz wiederum erinnert mich daran, was vor Kurzem im ZDF zu hören war:

“Denn die Welt verliert allmählich die Geduld mit Israel, vor allem wegen seiner Siedlungspolitik.”

Wie steht es mit Ihrer Geduld? Was soll mit den jüdischen Siedlungen geschehen, die sich in dem bis heute umstrittenen Gebiet befinden, in dem vielleicht bald ein unabhängiger Staat mit den Namen Palästina existieren wird? Erwarten Sie, dass dieses Palästina Juden als Bürgerinnen und Bürger aufnimmt und anerkennt, so wie Muslime gleichberechtigte Bürgerinnen und Bürger des 1948 in die Existenz getretenen Staates Israel sind? Oder sind Sie der Meinung, Palästina hat ein Recht darauf, die Juden in diesen Siedlungen zu vertreiben, auf das der Staat frei von ihnen ist? Stellen jüdische Siedlungen für Sie ein Hindernis für den Frieden dar oder erwarten Sie von einem unabhängigen Staat, jüdische Siedlungen und Viertel so zu akzeptieren, wie es alle aufgeklärten Staaten tun, die sich der Einhaltung der Menschenrechte verpflichtet haben?

Mit freundlichen Grüßen,

Gerd Buurmann - Tapfer im Nirgendwo

 

 

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Autor: fischerde
Bild Quelle:


Samstag, 22 Februar 2014






Es gehört doch zum Allgemeinwissen, dass das ZDF es mit Menschenrechten und Demokratie nie so ganz ernst nimmt. Dieser Satz ist nur wieder ein Beweis dafür, dass diese Aussage von mir stimmt.