„Energiewende“: EEG: € = m x c x c

„Energiewende“:

EEG: € = m x c x c




von Dr. Nathan Warszawski

Das deutsche Gesetz für den Vorrang erneuerbarer Energien (Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG) regelt die bevorzugte Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Quellen ins Stromnetz und subventioniert deren Erzeuger mit nicht marktgerechten, also überhöhten Einspeisevergütungen, die Subventionen sind. Nun rät eine vom Bundestag eingesetzte Expertenkommission, das EEG komplett abzuschaffen. Das EEG belaste finanziell die Bürger, das Ziel, die CO2-Emmission zu reduzieren, werde verfehlt, es sei im Gegenteil ein CO2-Anstieg zu verzeichnen, und schließlich entfalte das Gesetzt keine messbare Innovationswirkung, wie sie bei der Abfassung des EEG vorgeschwebt hat.

Ein vernichtendes Urteil, welches zur sofortigen Aussetzung des EEG führen wird? Nein!

Es stellen sich so viele Fragen, dass die Probleme von der Wurzel an analysiert werden müssen.

Als Erstes: Was sind erneuerbare Energien? Welche werden nach dem EEG gefördert?

Wasserkraft, Windenergie, solarer Strahlungsenergie (Photovoltaik), Geothermie, Energie aus Biomasse, Grubengas.

Die gesetzliche Definition von erneuerbaren Energien stimmt nicht mit der wissenschaftlichen überein. Auch wenn die Bundeskanzlerin eine promovierte Naturwissenschaftlerin ist, setzen sich unwissenschaftliche Vorstellungen von Juristen durch, die bei jeder Gesetzesabfassung das letzte Wort haben. Wer in der Schule aufgepasst hat, weiß, dass mit Ausnahme des Kernenergie-Erzeugers Uran alle heute weltweit verwendeten Energien erneuerbar sind. Etwas Wissenschaft hat im EEG dennoch überlebt: Grubengas ist ein fossile Energie, die politisch eigentlich nicht zu den erneuerbaren Energien zählt.

Das EEG versteht unter „Erneuerbare Energie" nur die sofortige erneuerbare Energie. Diese Art der Energie muss wie alle anderen Energien sofort verbraucht werden, wenn sie nicht gespeichert wird. Im Gegensatz zu den sofortigen erneuerbaren Energien wie Wind- und Sonnenenergie sind die fossilen Energien (Kohle, Öl, Gas) ihre eigenen Speicher. Diese Stoffe können bei Bedarf verbrannt werden. Ohne momentan wehenden Wind und scheinende Sonne hingegen wird keine Energie aus Wind oder Sonne gewonnen!

Weshalb werden keine Batterien entwickelt, die sofortige erneuerbare Energien speichern können? Diese Frage wird später unter Innovation beantwortet werden.

As Nächstes: Warum veröffentlichen die vom Steuerzahler gut bezahlten Experten ihre Ergebnisse nach Eintritt der Katastrophe? Ist es nicht möglich gewesen, die Probleme vor der Verabschiedung des EEG zu erkennen und das Gesetzt von Anfang an zu verhindern?

Ohne Analyse liegt der Verdacht nahe, dass die Verhinderung des EEG politisch nicht gewünscht gewesen ist. Die Experten werden bezahlt, um das EEG zu verteidigen. Nach Jahren des Schweigens drückt die Realität derart, dass die Wahrheit trotz hoher Gagen ans Licht kommt. Sicherlich hat es vor und während der Gesetzgebung genügend seriöse Wissenschaftler gegeben, die vor dem unnützen Gesetzt gewarnt haben. Ihre Stimmen sind ungehört geblieben, da sie weder für ihre Meinung bezahlt worden, noch die Medien an dieser Wahrheit interessiert gewesen sind. Der Mainstream hat das Gesetzt gewollt. Alles andere hat sich dem unterordnen müssen.

Deshalb werden die Gründe des Scheiterns des EEG à posteriori (im Nachhinein) analysiert. Erst danach kann bestimmt werden, ob das Scheitern des EEG auch à priori (von Vornherein) hätten erkannt werden können.

Drei Dinge sind anzugehen:
der hohe Energiepreis, die Zunahme der CO2-Emission und die fehlende Innovation.

Der hohe Energiepries, den der Verbraucher zahlen muss, hängt von der Höhe der Subvention ab, die auf die Verbraucher umgelegt wird. Dabei spielt es keine Rolle, wenn große, Energie intensive und reiche Betriebe von der Umlage befreit sind. Die gesamte Subvention erhält immer der Energie-Erzeuger. Der Gesamtpreis bleibt unverändert, lediglich die Bezahlung der Subvention wird umverteilt, und zwar von oben nach unten.
Als Konsequenz aus den hohen Energiepreisen hätten Energie intensive Betriebe, wie Aluminium-Hersteller, geschlossen oder ins Ausland verlagert werden müssen. Doch daran sind weder die Besitzer der Industrien, noch die Gewerkschaften mit ihren dazugehörigen Parteien interessiert.

Doch nicht nur mit dem Ausland in Konkurrenz stehende Industrien profitieren von der EEG-Umlage-Befreiung, auch Monopolisten, wie Bahn und Busse. Würden die Monopolunternehmen ihren Anteil an der Umlage zahlen müssen, so würden die Fahrpreise steigen, für die der Fahrgast dann aufkommen muss. Diesmal findet eine Umverteilung von unten nach oben statt.

Die Zunahme des CO2-Ausstoßes ist weniger einfach zu verstehen. Zunächst ist es irrelevant, ob mehr Menschen gemachtes CO2 in der Atmosphäre dem Klima und der Menschheit abträglich ist oder nicht. Vorstellbar, dass wir einer Eiszeit entgegen marschieren, die wir nur mit mehr CO2 in der Atmosphäre bekämpfen können. Sollte dies zutreffen, so wäre unsere Bundeskanzlerin eine Visionärin, die mehr als den Friedensnobelpreis verdient hätte. Im Alltag sollte die Konzentration von CO2 in der Atemluft einen gewissen Wert nicht übersteigen. China sei ein warnendes Beispiel!

Da die sofortigen erneuerbaren Energien nicht ständig verfügbar sind, müssen herkömmliche fossile Energieerzeuger allzeit bereit sein. Deutschland ist ein höchst komplexes hochentwickeltes Land, das einen Energieausfall nicht so gut wegsteckt wie ein Schwellenland. Schon die Erwartungen des Bürgers zwingen zu einer ständigen Verfügbarkeit von Energie. Es ist nur die halbe Wahrheit, dass die herkömmlichen fossilen Energieerzeuger lediglich beim Wegbleiben von Sonne und Wind einspringen müssen. Da die Wissenschaft nicht ausreichend genau weiß, wann und wo die Sonne schein und der Wind wehen wird, müssen die herkömmlichen Energieerzeuger ständig bereit sein. Zusätzlich müsse sie den politisch gewollten Ausfall der Kernenergie kompensieren. Kernenergie ist zwar nicht umsonst, jedoch zwischenzeitlich äußerst billig, da sich die Anlagen seit langem amortisiert haben. Die Schließung der AKWs ist eine wirtschaftliche Dummheit. Auch wird vergessen, dass Kernenergie kein CO2 erzeugt.

Da die fossilen Energieerzeuger kaum noch subventioniert werden - irgendwann geht der reichsten Gesellschaft das Geld aus - wird auch nicht in effiziente Kraftwerke investiert, die den CO2-Ausstoß verringern würden.

Allein das Wenige, was hier beschrieben wird, lässt erahnen, wie viel unnötiges CO2 erzeugt wird.

Kommen wir zur fehlenden Innovation: Subventionen machen faul! Warum soll sich jemand anstrengen und Geld investieren, welches er verlieren kann, wenn der Staat ihn für sein Nichtstun bezahlt? Einmal aufgestellt sind Windräder eine Gelddruckmaschine! So kommt es, dass sich nur das Ausland um Innovationen bemüht, wo gerne gearbeitet und getüftelt wird, um dass EEG-Geld entgegen zu nehmen. Finanziell am meisten hat China vom EEG profitiert.

Batterien für die sofortigen erneuerbaren Energien werden nicht entwickelt. Pumpspeicherkraftwerke sind sehr teuer. Ihre Herstellung und ihr Erhalt verschlingt einen bedeutenden Teil der Energie, welches sie speichern sollen. Bürgerinitiativen wehren sich gegen die Verwüstung ihrer Heimat, insbesondere dann, wenn die Pumpspeicherkraftwerke in Naturschutzgebiete gebaut werden sollen, wie im Rursee der Nordeifel.

Die günstigsten Energiespeicher sind Autobatterien. Die Energie könnte den Autobesitzern sogar geschenkt werden, was immer noch billiger ist, als die Bezahlung an Nachbarländern, damit sie überschüssigen (überflüssigen) Strom annehmen. Doch der Widerstand bestimmter Organisationen ist unüberwindbar.

Zurück zur Frage, ob diese Folgen nicht vor der Erlassung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes erkennbar gewesen wären. Die Antwort ist nach dem Geschriebenen ein klares „Ja". Die logische Folge daraus ist, dass kein politisches Interesse vorgelegen ist, die Konsequenzen zu erkennen.

Das EEG hat nämlich politische Folgen, die gewollt und angenehm sind. Neben der Umverteilung des Reichtums von unten nach oben ist dem Wunsch des deutschen Mainstreams entsprochen worden, was die Regierung stärkt. Im postdemokratischen Europa, wo Verbindungen mehr zählen als Wahlstimmen, ist das EEG ein Geschenk des Himmels.

Und somit wird klar, dass, auch wenn das EEG für die Gesellschaft und für den Umweltschutz schädlich ist, das Erneuerbare-Energien-Gesetz aus politischen Gründen erhalten werden muss und wird.

 

Erstveröffentlicht in The Huffington Post Deutschland - Zweitveröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors / / Foto: von AnRo0002 (Eigenes Werk) [CC0], via Wikimedia Commons

 

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Autor: fischerde
Bild Quelle:


Samstag, 01 Mrz 2014






EEG müsste richtigerweise VEG heißen: Verteuerbare-Energien-Gesetz. Hier noch ein lustiges Beispiel aus Brandenburg, was dieser Schwachsinn für Blüten treiben kann.                                  "Skurriler Einblick in den öffentlichen Dienst: Wer sich als Beamter in Brandenburg eine Fotovoltaik-Anlage aufs Dach baut, muss das dem Arbeitgeber melden. Sie könnte ihn von Dienstpflichten  abhalten."                                                                                                                      http://www.welt.de/politik/deutschland/article125322290/Warum-Beamte-bei-Oekostrom-Anlage-aufpassen-muessen.html   ...na denne...Sonne lacht, Blende Acht..:-D