Kultureller Sondermüll: Richard Wagner - Pseudogermanische Ausschließlichkeit und 1000jährigerMief

Kultureller Sondermüll:

Richard Wagner - Pseudogermanische Ausschließlichkeit und 1000jährigerMief




von C. S. Oppenheimer

Zugegeben, ich kann Richard Wagner nicht ausstehen: weder seine Musik, noch seine Weltanschauung, noch die Wertschätzung, die diesem antisemitischen Troll entgegengebracht wird.
Seiner Musik fehlt die Spiritualität, die Leidenschaft und die menschliche Wärme eines Mozarts, eines Bachs, eines Beethovens und eines Händels.

Dafür wartet Wagner mit nordischen Kitsch und bombastischen Klängen auf; wahnwitziger Teutonenkult untermalt von pompösen Melodien.
Er produzierte Massenware für bare Münze.
Sein Werk ist gänzlich durchdrungen von pseudogermanischer Ausschließlichkeit und antisemitischen Vorurteilen.
Wagner war nicht nur Komponist, sondern auch Verfasser judenfeindlicher Schriften, wie „Judenthum in der Musik“, dass er unter dem Namen K. Freigedank aufs Papier brachte. Juden, das waren seiner Meinung nach, die Anstifter des Weltenbrandes.
Sein Pamphlet war es, dass zur Geringachtung des Werkes von Mendelssohn-Bartholdy beitrug. Auch verhöhnte er Giacomo Meyerbeer, obwohl Meyerbeer es gewesen war, der ihn bei der Entstehung der Oper „Rienzi“ unterstützt hatte.
Kein Wunder, dass er auch Hitlers Lieblingskomponist war.

Dass seine Kompositionen nicht mit ihm in der Versenkung verschwanden, konnte er einem glücklichen Zufall verdanken. 1864 begegnete er dem jungen bayerischen König Ludwig II. Fortan lebte er bis zu seinem Lebensende auf Kosten Ihrer Majestät. Wagner schwang sich zu seinem Freund und Berater auf, mischte sich sogar in Regierungsangelegenheiten ein bis ihm die Bayern einen Strich durch die Rechnung machten. Wegen heftiger Proteste seitens des Volkes und der Regierung verließ er anderthalb Jahre später das Königreich. Er blieb weiterhin freundschaftlich und finanziell mit Ludwig II., dem Erbauer der Märchenschlösser verbunden. Trotzdem ließ sich der Märchenkönig nicht von Wagners geifernden Judenhass infizieren. Der Monarch verwehrte sich dagegen, gab später sogar zu verstehen, wie abstoßend er Antisemitismus empfand.
Es wurde für Richard Wagner eigens ein Schauspielhaus in Bayreuth errichtet – eine Ehre, die sonst keinem deutschen Komponisten zuteil wurde.

Der Pilgerstrom zu den Festspielen nach Bayreuth hält unvermindert an, trotz der düsteren Machwerke Wagners, trotz der Verstrickungen seiner Erben mit den Machthabern des NS-Regimes. Götterdämmerung und 1000jähriger Mief.
Nach über 130 Jahren, die seit dem Ableben des Musikers vergangen sind, wäre es nicht an der Zeit, das Schaffen und die Person des Richard Wagners zu entzaubern?
Offensichtlich nicht, wenn man einen Blick auf die Internetseite des Goethe-Instituts in Tel Aviv wirft. Man hat wohl ein paar Israelis gefunden, die Wagner läutern, aus welchen Beweggründen auch immer. Wagner hat sich nie antisemitisch verhalten, heißt es da, und man möge doch in Israel den Boykott gegen Wagner aufheben. Von Missverständnissen und ungerechtfertigten Ressentiments ist die Rede, die eine öffentliche Aufführung von Wagners Werken im Judenstaat praktisch unmöglich machen.

Was bleibt mir da noch zu sagen? Träumt weiter – die Erde ist eine Scheibe!

 

 

Foto: Wahn im "Wahnfried"? (Foto: von Schubbay (Selbst fotografiert) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons)

 

Lesen Sie hierzu auch:

 

haOlam.de - Interaktiv und zum mitgestalten

haOlam.de - die `Gefällt mir´-Seite bei Facebook - immer ich Echtzeit informiert werden, wenn neue Artikel und Meldungen bei haOlam.de online erscheinen

haOlam.de - Dein Magazin - die Facebook-Gruppe zum diskutieren der Artikel und zum vorschlagen von Themen und Artikeln für haOlam.de - und zum diskutieren rund um haOlam.de und die Themengebiete des Magazins.


Autor: fischerde
Bild Quelle:


Donnerstag, 17 April 2014






Geschätzter Herr Oppenheimer,

ich umarme Sie in Gedanken, zehnmal, hundertmal, noch nie hat mir ein Mensch über viele Jahre hinweg so aus dem Herzen gesprochen/geschrieben wie Sie.

Ich danke Ihnen.

Lisa Setz, Graz