Eine echte Nahostexpertin aus Israel spricht unbequeme Wahrheiten aus: Wohin geht der ‘arabische Fruehling’?”

Eine echte Nahostexpertin aus Israel spricht unbequeme Wahrheiten aus:

Wohin geht der ‘arabische Fruehling’?”




Danke an Renate fuer diese Uebersetzung des Hauptteils eines Vortrags von Caroline Glick unter dem Originaltitel “Whither the ‘Arab Spring’?” am Center for Security Policy’s National Security Group auf dem Capitol Hill in Washington.

 

Befassen wir uns nun mit Ägypten. Das, was wir dort seit Januar gesehen haben, ist in strategischer Hinsicht wirklich mit einem Erdbeben zu vergleichen. Ein Erdbeben, das jeden in der Region betrifft und Israel zuallererst, weil wir an der Frontlinie sind.

 

Wir stehen 80 Millionen Ägyptern gegenüber, von denen zwei Millionen gemeinsam mit Yusuf al-Qaradawi auf dem Tahir Platz waren und ihm zugejubelt haben, als er sagte, dass sie nun gemeinsam gegen Jerusalem marschieren würden.

 

In Jerusalem hat die Erde gebebt, ich weiß das, denn ich war dort in meinem Haus.

 

Ich denke, es ist jetzt sehr wichtig, zu verstehen, was in Ägypten geschieht und was die Auswirkungen dieses Geschehens sind, sowohl für die israelische, als auch für die US-amerikanische Politik.

 

Also, Ende Dezember, als eine Folge dessen, was in Tunesien geschehen war, hatten wir in Ägypten etwas, das in der amerikanischen und der westlichen Presse als Facebook Revolution bezeichnet wurde. Der Kongressabgeordnete West beschreibt so, was dort ablief: Jede Menge sehr photogener, sehr gut Englisch sprechender Leute, junge Frauen mit viel Make-up und wenig Hijab, standen vor CNN-Kameras und sprachen darüber, wie sehr sie die Freiheit wollten. Und jeder, der das sah, war ganz hin und weg.

 

Und das nächste, was dann geschah, war, dass Obama vor die Fernsehkameras trat und dem wichtigsten arabischen Verbündeten der USA sagte, er solle gehen, und er ging.

 

Und nun sind er und seine Söhne unter Arrest und werden mit großer Wahrscheinlichkeit, für was auch immer, vor Gericht gestellt und dann am Tahir Platz gehängt. Sehr zum Jubel der photogenen Leute, die dazu hingeschafft werden, um vor CNN Kameras zu sagen, was für eine wundervolle Sache sich gerade ereignet.

 

Ich denke, die Kommunikationslücke in der Darstellungsweise der Ereignisse in Ägypten zwischen israelischen und amerikanischen Kommentatoren war sehr interessant. Offenbar betrachten die Israelis eine Herrschaft des Volkes in Ägypten mit weitaus ernsteren Augen, als die Amerikaner das tun.

 

Denn im Gegensatz zu dem, was uns im Fernsehen erzählt wird, ist das, was wir in Ägypten bekommen, keine liberale Demokratie, sondern Populismus. Und in Ägypten bedeutet ein populistisches Regierungssystem dreierlei: Islam, Armut und Antisemitismus. Wobei der Antiamerikanismus gratis dabei ist.

 

Unter Hosni Mubarak war Ägypten eine Diktatur. Aber dadurch, dass Hosni Mubarak wenigstens einen dieser drei Punkte bekämpft hat, und zwar den Islam, indem er Krieg gegen die moslemische Bruderschaft geführt hat, gab es gemeinsame Interessen mit Israel gegen die moslemische Bruderschaft und gegen Hamas, das eine Organisation der moslemischen Bruderschaft ist, die Gaza regiert. Außerdem gegen Al Kaida, als Ableger der moslemischen Bruderschaft, im Kontext des islamischen Jihad in Ägypten. Eine weitere Gemeinsamkeit war seine Betrachtungsweise der wachsenden Gefahr, die der Iran darstellt.

 

Und so hatte Hosni Mubarak bei drei sehr wichtigen strategischen Themen klare gemeinsame Interessen mit Israel und den Vereinigten Staaten. Keiner seiner möglichen Nachfolger vertritt vergleichbare gemeinsame Interessen. Die absehbare Folge wird sein, dass sich niemand durch die Verpflichtungen gebunden fühlt, die zuvor mit der Person von Mubarak selbst verbunden waren, um weiter für diese klaren gemeinsamen Interessen einzutreten.

 

Als Folge des Sturzes von Mubarak treten im gegenwärtigen Moment in Ägypten im wesentlichen zwei Kräfte auf:

 

Die erste politische Kraft ist die moslemische Bruderschaft, wie auch der Kongressabgeordnete West meint. Denn, wenn man sich diese arabischen Gesellschaften anschaut, dann stellt man fest, dass es neben den herrschenden Regimes nur eine einzige politisch organisierte Gruppe gibt, und das ist die moslemische Bruderschaft. Das gilt übrigens auch für Tunesien. Jeder sagt, Tunesien ist ein säkulares Land. Aber die einzige organisierte politische Macht, abgesehen vom herrschenden Regime, ist die moslemische Bruderschaft.

 

Und wir haben nun ja bereits erlebt, dass 78 Prozent der Ägypter zugunsten verfassungsmäßiger Änderungen abgestimmt haben, die für die moslemische Bruderschaft den Weg bereiten, das Land bei den Wahlen im September zu übernehmen.

 

Die andere politische Kraft, die in Ägypten zunehmend an Macht gewinnt, ist der Mob, d.h. Volksmassen, die sich vorwiegend aus jungen Menschen zusammensetzen. Diese selben Volksmassen haben, und dies darf nicht übersehen werden, im Jahr 1952 die Offiziersrevolution in Ägypten bewirkt, die Nasser an die Macht gebracht hat. Diese Volksmassen sind die jungen Menschen, die sich nun entgegen die Aufforderung der militärischen Junta weiterhin weigern, den Tahir Platz zu verlassen. Und dieser Mob ist es auch, der jetzt Mubaraks Kopf fordert.

 

Diese beiden Kräfte sind radikal antiamerikanisch und antisemitisch. Und sie haben keinerlei Problem damit, sich bei ihrem Kampf zusammenzuschließen und zusammenzuarbeiten.

 

Ein weiterer Irrtum der Amerikaner, und auch derjenigen Israelis, die sich der Realität verschließen, ist die Annahme, dass alles schon in Ordnung ist, weil das ägyptische Militär eine säkulare Institution ist.

 

Auch hier sollte beachtet werden, dass dasselbe “säkulare” Militär soeben seinen obersten Befehlshaber verhaftet und gefangen gesetzt hat – Hosni Mubarak. Was sagt uns das über die Gesinnung des ägyptischen Militärs und darüber, wessen Vorgaben es ausführt.

 

Die andere Sache, an die wir denken sollten, ist, dass der Attentäter, der Anwar el Sadat ermordet hat, ein Offizier aus dem Militär war. In Ägypten war der islamische Jihad vorwiegend und am stärksten im Militär vertreten. Und das ist bis zum heutigen Tag so geblieben. Die Vorstellung, dass, wenn jemand ein Nasser-Anhänger ist, er nicht gleichzeitig ein Islamist sein kann, ist einfach nicht wahr.

 

Das sehen wir auch sehr deutlich an der Person von Amre Moussa, der voraussichtlich der nächste ägyptische Präsident sein wird. Amre Moussa ist ein Nasser-Anhänger. Ein Nasser-Anhänger ist im Wesentlichen ein arabischer Nazi. Die Ideologie Nassers hat die Nazi-Ideologie gegenüber Juden, gegenüber Amerika und gegenüber der menschlichen Freiheit übernommen. Und sie haben kein Problem dabei, mit Islamisten aktiv zusammenzuarbeiten, wenn es darum geht, ihre Ziele, die primär Ziele der Vernichtung sind, zu erreichen.

 

Nun, Amre Moussa trägt kein arabisches Gewand, er trägt einen westlichen Anzug. Vor den CNN Fernsehkameras sagt er: “Natürlich werden wir unseren Friedensvertrag mit Israel respektieren” – aber er wird es nicht tun. Und soeben sahen wir genau das sogar bei Mohammed el-Baradei, dem Friedensnobelpreisträger, der erklärt hat, dass für den Fall, dass Israel etwas gegen die moslemische Bruderschaft in Gaza, das ist Hamas, unternehmen sollte, Ägypten “den Zionisten den Krieg erklären würde“. Das hat er vergangene Woche gesagt.

 

Das ist im Wesentlichen, womit wir es zu tun haben.

 

Nun, was bedeutet all dies aus israelischer Perspektive, sowie aus der Perspektive der Vereinigten Staaten? Aus israelischer Perspektive wäre es jetzt an der Zeit, unsere Zuflucht auf den Bergen und Hügeln zu suchen – nur dass Israel das nicht tun kann, denn Obama möchte, dass wir diese (d.h. die Berge Judäas und Samarias) der PLO überlassen.

 

Nun, was muss Israel jetzt tun?

 

Es gibt viele Dinge, die Israel tun muss, aber eine Sache insbesondere. Israel muss jetzt vor allem die Armee vergrößern. Wir müssen unsere militärischen Haushalt massiv vergrößern, wir müssen die Ausnahmen für die religiösen Studenten einschränken, wir müssen zwei weitere Divisionen aufstellen.

 

Warum muss all dies geschehen? Nun, während der vergangenen zwanzig Jahre war unsere südliche Front Gaza, und jetzt sind wir wieder da angelangt, wo wir schon einmal waren, und unsere südliche Front heißt wieder Ägypten. Wenn wir jetzt Frieden erhalten wollen, dann müssen wir uns auf Krieg vorbereiten.

 

Wir haben es jetzt mit einer sehr problematischen militärischen Situation zu tun.

 

Überall hört man jetzt in Hinblick auf Ägypten das Argument: Aber sie haben den Friedensvertrag ja nicht außer Kraft gesetzt, sie haben den Friedensvertrag ja nicht annulliert.

 

Doch lasst uns kurz einmal anschauen, was sie getan haben, denn es ist wichtig, sich das klar zu machen:

 

Zum ersten Mal in 30 Jahren hat Ägypten zwei iranischen Kriegsschiffen erlaubt, den Suez-Kanal zu durchqueren. Und sie fuhren nach Syrien und dockten im Hafen von Latakia an. Der Ort ist momentan unter Beschuss, weil die Bevölkerung gegen Assad rebelliert.

 

Jedenfalls fuhren diese Schiffe, die von den Ägyptern nicht inspiziert wurden, den Hafen von Latakia an. Tatsächlich gestatteten die Ägypter weder US-amerikanischer Marine noch israelischer Marine, die iranischen Schiffe zu inspizieren. Und dies, obwohl gemäß den Bestimmungen von UNO-Sanktionen diese Überprüfung der Schiffe verpflichtend gewesen wäre. Sie haben die Schiffe also keiner Überprüfung unterzogen.

 

Mindestens eines dieser Schiffe enthielt fortgeschrittene Waffensysteme für Hamas. Diese Waffen wurden im syrischen Hafen Latakia umgeladen auf ein türkisches, in Deutschland registriertes Schiff, das zunächst einen türkischen Hafen anfuhr, dann wieder Richtung Süden fuhr und dann in internationalen Gewässern von der israelischen Marine gestoppt wurde.

 

Das ist also die eine Sache, die Ägypten bereits getan hat.

 

Die zweite Sache ist die, dass Ägypten nicht mehr länger die Grenze zwischen dem Sinai und Gaza geschlossen hält. Wir reden jetzt alle über die angekündigten Gaza-Flotillen aus der Türkei, und das ist schlimm genug. Aber wir sollten uns auch klar machen, dass Hamas jetzt gemeinsam mit Ägypten eine internationale Grenze kontrolliert, und dass Ägypten mit Hamas beim Transfer von Waffen zusammenarbeitet.

 

So ist Israel jetzt also gezwungen, sein Militär zu vergrößern; wir sind gezwungen, unser militärisches Budget aufzustocken. In solch einem Moment ist es hilfreich, dass in Israel große natürliche Gasvorkommen gefunden wurden, was uns ermöglicht in etwa drei Jahren ein Energie-Exporteur zu werden, was wiederum die wirtschaftlichen Belastungen des Budgets etwas abfangen hilft.

 

Eine weitere Sache, die ich ansprechen will, ist ein Blick auf die Situation aus der Perspektive der Vereinigten Staaten. Ich spreche dabei als jemand, der aus Israel kommt. Und ich kann ich Ihnen nur raten: Wacht auf! Wacht auf! Wacht auf! Denn dies ist eine wirklich ungute Angelegenheit.

 

Und wenn ich nach einem historischen Vergleich suche, zu dem, was derzeit in Ägypten geschieht, dann ist das die Revolution im Iran im Jahr 1978. Meines Erachtens ist, was nun in Ägypten geschieht, sogar noch schlimmer, als die iranische Revolution 1978. Denn Ägypten war der wichtigste Verbündete der USA im Nahen Osten. Und nun begibt Ägypten sich bemerkenswert schnell in die Reihen der Feinde der USA. Das ist ein sehr großes Problem.

 

Was in den USA nun geschehen muss, ist dass die wahren Zusammenhänge bekannt gemacht werden. Wie der Abgeordnete West sagte, nutzt die Möglichkeit, sorgt dafür, dass es Anhörungen im Kongress zu diesem Thema gibt. Macht dies den Menschen bekannt, damit sie wissen, was vor sich geht. Es wäre ausgesprochen wichtig, dass die USA so rasch wie möglich aufhören, das ägyptische Militär weiter zu finanzieren.

 

Und schließlich, es ist wichtig, folgendes zu begreifen: Wenn man mit Ländern wie der Türkei, und jetzt Ägypten, zu tun hat, die sich vom früheren Verbündeten zum Gegner wandeln, ist es wichtig, dass man eine Politik des Multipolar-Containment, d.h. des In-Schach-Haltens-mehrerer-Gegner-gleichzeitig entwickelt. In den 80ern bestand die Strategie der USA im Persischen Golf in einer Politik des zweifachen Containment, und zwar hinsichtlich Iran und Irak.

 

Die Notwendigkeit für die USA, nun wieder eine solche Politik zu entwickeln, bringt mich zu meinem letzten Punkt: Ich denke, all dies zeigt sehr deutlich, was für ein unentbehrlicher Verbündeter Israel für die Vereinigten Staaten im Nahen Osten ist. Israel ist nicht nur ein Freund, nicht nur ein Land, das Werte hat. Sondern Israel ist das einzige Land in Nahen Osten, dem die USA unter allen Umständen vertrauen kann. Bei uns droht kein Umsturz, den wir haben eine Demokratie. Daher bin ich froh, dass gute Freunde im Repräsentantenhaus auf unserer Seite sind.

 

Erstveröffentlicht bei aro1.com

 

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Autor: haolam.de
Bild Quelle:


Freitag, 22 April 2011






schalom ,der umsturz in Ägypten wird für Israel sehr gefährlich. da ist zum einem die moslem-bruderschaft und die grosse mehrheit der Ägypter <<die nach jerusalem wollen.<<also 80 Millionen islame die gegen  das kleine Israel antreten. ich frage mich<<was wird kommen?? auf Obama ist kein verlass. auch frau merkel ist wankelmütig<<heute so-morgen so.wenn Frankreich im Herbst einen Palistaat zustimmt ,wird Frau Merkel das auch machen ohne mit Israel zu reden.<< es werden schlimme Zeiten auf Israel zu kommen. seit langer zeit reagiert Israel auf nichts. nur ab und zu einen luftangriff auf Gaza. das reicht aber nicht.



Tja, Schalomkarl.

Eure Luft wird dünner.

Tja...



nehme an, es ist gerade werbeunterbrechung bei mel gibson? da läßt freunderl mal kurz a weng haß ab. andere leute gehen dann aufs örtel. is eh das gleiche ergebnis beim gasterle. nix als braune sauce.



sorry, die anrede sollte oben natürlich "freunderl" und net gasterle sein. aber ihr seids euch halt so ähnlich, ihr zwei beiden. no, gebts zu, ihr teilt euch eine hirnzelle, gell?



Israelfreund schreibt<<für euch wird die luft nun dünner.<<die frage ist <für die Muslime oder für die Israelis. mein tipp ist <<für die Mulime.<<



karl schrieb<<Israelfreund schreibt<<für euch wird die luft nun dünner.<<die frage ist <für die Muslime oder für die Israelis. mein tipp ist <<für die Mulime.<<

 

ich würde ehr sagen auf lange sicht für die zionisten in israel wenn erstmal der endgültige fall von den "Imperialismus und Kapitalismus" in den USA sichtbar ist, dann ist auch die unterstützung für den ungerechtenstaat israel erstmal dahin, sowohl militärisch als auch wirtschaftlich, die uSA kann nicht auf ewig die schutzmacht sein für den staat israel und seine verprechen gegen die menchlichkeit.



gastritis, wieder keine eier gefunden? mal abgesehen von körperlichen defiziten  - warum lernen sie nicht endlich einmal korrektes deutsch in wort und schrift? die zeit, während der sie uns hier mit ihren ein- und ausfällen amüsieren, könnten sie doch wahrhaftig besser investieren. deutschkurse für migranten werden zumeist kostenlos angeboten.  regelmäßige teilnahme vorausgesetzt.

und übrigens: seit "the life of brian" hat mich kein "verPrechen" mehr so erheitert.

na dann, always look at the bright side of death.