2. Teil des Interviews mit Dr. Manfred Gerstenfeld: Die nicht erzählte Wahrheit - 150 Millionen Europäer hassen Israel

2. Teil des Interviews mit Dr. Manfred Gerstenfeld:

Die nicht erzählte Wahrheit - 150 Millionen Europäer hassen Israel




Im ersten Teil unseres Exklusiv-Interviews postulierte Dr. Manfred Gerstenfeld, dass deutlich mehr als 150 Millionen Europäer glauben, Israel lösche die Palästinenser aus. Seit das Interview veröffentlicht wurde, sind Gerstenfelds Ansichten in der Times of Israel vorgestellt worden und es ist eine Debatte darüber entstanden, ob es wirklich 150 Millionen europäische Antisemiten gibt oder ob die Mehrheit dieser Menschen, wie Professor Robert Wistrich es formuliert, schlicht „Idioten“ sind.

Im zweiten Teil unseres Interviews spricht Dr. Gerstenfeld nochmals über den Inhalt seines neuen Buchs Demonizing Israel and the Jews (bei Amazon erhältlich).

HR: Der Schwerpunkt der Einleitung in „Demonizing Israel and the Jews“, die Europas massiv kriminelle Weltsicht zu Israel offenlegt, überschattet in gewissem Maße die 57 Interviews, die den Hauptteil des Buches bilden. Was haben Sie mit diesen Interviews erreichen wollen?

MG: Es handelt sich um die Sammlung von Interviews mit jüdischen Führungspersönlichkeiten, Forschern, Experten, Politikern, Journalisten, wichtigen Personen in jüdischen Organisationen und ähnliche. Zusammen illustrieren sie, wie weit gestreut, intensiv und facettenreich das Schüren des Hasses gegen Israel und die Juden ist. Das Buch befasst sich mit vielen Ländern und Disziplinen. Wer diese Interviews gelesen hat, versteht besser, wie die dämonische Weltsicht Israels in Europa geschaffen worden ist. Das Buch ist unterteilt in einen Abschnitt mit Interviews, die sich in erster Linie auf Israel konzentrieren und einen zweiten, der hauptsächlich den klassischen Antisemitismus thematisiert.

HR: Welche Länder werden von den Interviewten am stärksten abgedeckt?

MG: Die Interviews beschäftigen sich mit mehr als zehn europäischen Ländern. Es gibt daneben Interviews mit Gustavo Perednik zu Argentinien, Rifat Bali zur ungewissen Zukunft der türkischen jüdischen Gemeinden, Maurice Roumani zu den Einstellungen in Libyen bezüglich seiner ehemaligen jüdischen Gemeinschaft, Zvi Mazel zum ägyptischen Antisemitismus von Mubarak bis Morsi sowie mit Mitchell Bard zur mächtigen saudischen Lobby in den Vereinigten Staaten. Es gibt außerdem ein Interview mit Justus Weiner, der diskutiert, wie Muslime die Christen aus den Palästinensergebieten vertreiben.

HR: Viele Ihrer Interviews sprechen verschiedene Tätergruppen des Antisemitismus und Antiisraelismus an. Was sind die wichtigsten?

MG: Der bei weitem größte Hass gegen Israel kommt aus Teilen der muslimischen Welt. Damit wären leicht mehrere Bücher mit Interviews zu füllen. In Demonizing Israel and the Jews führen die Interviewpartner einige seiner Aspekte aus. Richard Landes erklärt, wie muslimische Verschwörungstheorien Juden betreffen; Günther Jikeli spricht über muslimischen Antisemitismus bei europäischen Jugendlichen; der ehemalige Vorsitzende der französischen Dachorganisation CRIF, Richard Prasquier, diskutiert muslimischen Antisemitismus in Frankreich.

HR: Wir bei HonestReporting sind natürlich sehr an Einseitigkeit der Medien interessiert.

MG: Auch das ist, wie so viele andere Themen in Demonizing Israel and the Jews, ein eigenes Buch wert. Dazu gibt es ein Interview mit Simon Plosker, dem Redaktionsleiter von HonestReporting. Es gibt ein weiteres mit Andrea Levi von CAMERA. In einem dritten nimmt der Rechtsanwalt Trevor Asserson die Einseitigkeit der BBC – soweit es die Berichterstattung über Israel angeht – kräftig auseinander. In einem anderen Bereich erzählt die Filmemacherin Gloria Greenfield von ihrem Dokumentarfilm Unmasked Judeophobia und Reaktionen darauf.

HR: Eine weitere wichtige Quelle des Hasses auf Israel ist die extreme Linke.

MG: In der Tat wird das zum Beispiel von Angelo Pezzana angesprochen, der erklärt, wie antiisraelische Italiener, hauptsächlich Linksextreme, das Gedenken an den Holocaust missbrauchen. Simon Epstein diskutiert 60 Jahre französischer intellektueller Einseitigkeit gegen Israel, wobei er den Kommunisten viel Aufmerksamkeit widmet. Ken Sikorski analysiert die finnische Szene, einschließlich der Sozialisten.

HR: Europäische Sozialisten und Sozialdemokraten haben auch starke antiisraelische Einstellungen offenbart.

MG: Die führende norwegische Sachbuch-Autorin Hanne Nabintu Herland erzählt, wie der „politisch korrekte“ Hass auf Israel gefördert wird. Sie sagte, dass die Arbeitspartei eine wichtige Rolle dabei spielt aus Norwegen das antisemitischste Land des Westens zu machen. Ilya Meyer diskutiert, wie Schwedens drittgrößte Stadt, Malmø zu einer international bekannten Brutstätte des Antisemitismus geworden ist. Teilweise ist das dem früheren Bürgermeister Ilmar Reepalu von der Arbeitspartei geschuldet, der sich regelmäßig antisemitisch äußerte. Jehudi Kinar, der ehemalige israelische Botschafter in Belgien, beschreibt ausführlich den Antiisraelismus in den belgischen sozialistischen Parteien.

HR: Noch eine weitere Quelle des Hasses gegen Israel kommt aus christlichen Kreisen.

MG: Dem wird viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Dieses Thema verdient ein Sonderbuch mit Interviews. Der niederländische Forscher Hans Jansen erzählt von den tiefen Wurzeln des Antisemitismus im Protestantismus seit dessen Gründung. Er konzentriert sich hauptsächlich auf den Reformator Martin Luther. Außerdem diskutiert er das von Hass erfüllte Kairos-Dokument, das aus der palästinensisch-christlichen Gemeinschaft kommt. David Parsons erklärt, wie man zwischen theologisch proisraelischen und antiisraelischen Theologen unterscheiden kann. Dexter van Zile deckt die antiisraelische Politik des Ökumenischen Rats der Kirchen auf.

HR: Was ist mit dem Terrorismus?

MG: Die Psychiaterin Daphne Burdman analysiert, wie palästinensische Kinder mit völkermörderischem Hass indoktriniert werden. Michael Whine gibt einen Überblick darüber, wie jüdische Gemeinden und Israelis im Ausland zu Zielen von Terroristen geworden sind.

HR: Was ist mit selbsthassenden Israelis und Juden? Es gibt nicht allzu viele, aber sie verursachen Schaden.

MG: Der Philosophie-Professor Elhanan Yakira von der Hebräischen Universität stellt die Ähnlichkeiten zwischen israelischen und jüdischen Postzionisten und Holocaustleugnern heraus. Der Psychologe Ken Levin aus Harvard diagnostiziert die Juden und Israelis, die Kritik von extremen Antisemiten und Antiisraelis begrüßen. Er sagt, dass dieses Phänomen große Ähnlichkeit zu den Reaktionen von Kindern offenbart, die chronischem Missbrauch unterworfen sind.

HR: Was ist mit NGOS, Hass im Internet usw.?

MG: Gerald Steinberg diskutiert NGO-Einseitigkeit gegen Israel; Rabbi Abraham Cooper erklärt die Gefahren des Antisemitismus und Terrorismus im Internet, während Ronald Eissens zu den Problemen Internethass auf Facebook, Twitter und YouTube wachruft.

HR: Diskutieren Sie auch einige der Mittel der Vermittlung von Hass im zeitgenössischen Antisemitismus und Antiisraelismus?

MG: Gewisse Medien begehen Antisemitismus und Antiisraelismus durch Editorials und ihre Auswahl der Nachrichten. Über die Veröffentlichung antiisraelischer Op-Eds sind sie Werkzeuge der Voreingenommenheit. Gleichermaßen sind die Vereinten Nationen sowohl Täter als auch Werkzeug, was den Hass gegen Israel angeht. Letzteres wird durch ein Interview mit Yohanan Manor über die Resolution „Zionismus ist Rassismus“ illustriert. Ein sehr effektives Mittel zur Förderung und Vermittlung von Hass sind Karikaturen, wie Joel Kotek demonstriert. Ein weiteres Mittel der Vermittlung von Hass ist bei vielen der Sprachgebrauch. Georges-Elia Sarfati betont, dass Worte nicht neutral sind, sondern dazu dienen eine gewisse Vision einer angesprochenen Sache einzubringen.

HR: Gibt es auch Interviews dazu, wie Antisemitismus und Antiisraelismus bekämpft werden können?

MG: Ein wichtiges Interview ist das mit dem ehemaligen kanadischen Justizminister Irwin Cotler. Er führt vorhandene politische, diplomatische, wirtschaftliche und juristische Mittel an, mit denen man der iranischen Bedrohung entgegenwirken kann. Cotler sagt, es gibt ausreichend Beweise, den Iran vor den Internationalen Gerichtshof zu bringen.

HR: Noch mehr?

MG: Wir müssten noch viele weitere Unterhaltungen wie diese führen, um all die wichtigen Themen des Buches abzudecken.//

 

Übersetzung unseres Partnerblogs Heplev

 

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Autor: fischerde
Bild Quelle:


Samstag, 10 August 2013