Das Pogrom von Paris: „Fast eine Kristallnacht“

Das Pogrom von Paris:

„Fast eine Kristallnacht“




von Gerrit Liskow

Bereits am Montagmorgen informierte Serge Ben Chaim von der jüdischen Gemeinde in Paris auf Galai Zahal über die genaueren Umstände der Attacke auf die Don Yitzchak Abarabel Synagoge am Sonntag in Paris. Die Übersetzung erschien heute Vormittag auf Arutz Sheva.

Ben Chaim sprach von einer „Wasserscheide“ und sagte wörtlich: „So kann es nicht weitergehen. Das wäre fast eine Kristallnacht geworden“; damit bezog er sich auf das infame Pogrom, bei dem 1938 in Deutschland und Österreich über 500 Juden ermordet wurden.

Das Pogrom von Paris begann gestern mit einer Pro-Hamas und Gaza Solidaritätskundgebung unter dem Motto „Totale Unterstützung für den Kampf des palästinensischen Volkes.“ Aufgerufen hatten „linke“ und islamistische/panarabistische Gruppen.

„Eine große Menge“, so Ben Chaim weiter, „bewegte sich auf die Synagoge zu und stieß dort auf unsere Freiwilligen, die versuchten, die Synagoge zu beschützen sowie auf die Polizei.“

Im Gegensatz zu den Freiwilligen waren die pro-palästinensischen „AktivistInnen“ allerdings bewaffnet: „Sie hatten Steine, Flaschen, Äxte und Messer dabei. Ich trug Sorge, dass niemand die Synagoge verlies und sein Leben verliert“.

Die Polizei hatte die Gewaltbereitschaft und den offenkundigen Vorsatz der pro-palästinensischen „AktivistInnen“ im Vorwege offensichtlich völlig falsch eingeschätzt und verlor schließlich die Kontrolle über die Demonstration.

„Das Ganze ging über drei Stunden. Sicherheitskräfte begleiteten die Kundgebung. Sie dachten vermutlich, sie hätten die Lage im Griff, aber die Gruppen setzten sich ab und einer von ihnen gelang es, die Synagoge zu erreichen.“

Wie bereits zuvor bekannt wurde, hatten sich an der Place de la Bastille zwei Gruppen abgesetzt, von denen sich eine links des Boulevard Richard Lenoir ins Marais zur Synagogue des Tournelles begab (und diese anscheinend nicht erreichte) während sie andere sich rechts des Boulevards in den 11. Bezirk begab und die Don Yitzchak Abarabel Synagoge schließlich erreichte.

Durch diese Art von koordiniertem Vorgehen gelang es den „AktivistInnen“ offenbar, die Sicherheitskräfte zu halbieren. Derlei geht natürlich am besten mit vorheriger und laufender Absprache in den gewaltbereiten Zusammenhängen. Auch die Bewaffnung der „AktivistInnen“ deutet auf Planung und gemeinschaftliche Umsetzung hin.

„Auf unserer Seite gab es fünf Verletzte“, so Ben Chaim auf Galai Zahal, „drei davon durch das Eingreifen der französischen Polizei. Wir sind nur knapp einer wirklichen Katastrophe entkommen. Wir müssen analysieren, was schief gelaufen ist – hier sind etliche Alarmlampen an.“

Über Festnahmen aus dem Kreis der Gewalttäter und ihres Umfelds ist weiterhin nichts bekannt.

Der Vorfall ist der bislang dramatischste in diesem Jahr in einem an antisemitischen Vorfällen nicht eben armen Frankreich.

Hierzu zählt der Überfall auf jüdische Studenten in einer Bücherhalle sowie die Vorgänge um den französischen „Komiker“ Dieudonné M’Bala M’Bala und seinen „umgedrehten“ Nazi-Gruß, die „Quenelle“, die in den uffjeklärten Milieus als „politisch korrekte“ Form der „Antizionismus“ gilt.

 

Foto: In London demonstrieren Antisemiten

 

Lesen Sie hierzu auch:

 

Gerrit Liskow bei haOlam.de (Auswahl):


Autor: liskowde
Bild Quelle:


Montag, 14 Juli 2014