Warum das Pariser Massaker nur begrenzten Einfluss haben wird

Warum das Pariser Massaker nur begrenzten Einfluss haben wird


Der Mord an rund 127 Unschuldigen in Paris durch eine Jihadistenbande am Freitag hat die Franzosen geschockt und zu einer weiteren Runde der Solidarität, des Insichgehens und der Wut geführt. Am Ende wird sich jedoch die islamistische Gewalt gegen Westler auf zwei Fragen reduzieren:

von Prof. Dr. Daniel Pipes, Philadelphia Inquirer

Um wie viel wird diese jüngste Gräueltat die öffentliche Meinung drehen? Und wie viel wird sie weiter das Establishment anspornen die Realität zu leugnen?

Wie diese Fragen nahelegen, bewegen sich das Volk und die Professionellen in entgegengesetzte Richtungen, erstere nach rechts, letztere nach links. Am Ende verringert dieser Konflikt die Auswirkungen solcher Ereignisse auf die Politik stark.

Die öffentliche Meinung wird gegen Islamisten im Besonderen und den Islam im Allgemeinen aktiv, wenn die Zahl der Toten groß genug ist. Amerikas dreitausend Tote am 9/11 stechen als die bei weitem größte Zahl der Toten heraus, aber viele andere Länder haben ihr Pendant - Australien die Bombenanschläge von Bali, Spanien die Eisenbahnbomben, Russland das Massaker in der Schule von Beslan, Großbritannien die Bomben im öffentlichen Nahverkehr.

Blanke Zahlen sind nicht die einzige Überlegung hierzu. Weitere Faktoren können die Auswirkungen eines Angriffs vervielfachen, ihn fast zum politischen Äquivalent von Massenmord machen: (1) Das Ansehen der Angegriffenen wie Theo van Gogh in den Niederlanden und das Büro von Charlie Hebdo in Frankreich. (2) Der berufliche Status des Opfers wie Soldaten oder Polizisten. (3) Große Beachtung in den Medien findende Umstände wie der Bombenanschlag beim Boston Marathon.

Zusätzlich zu den mehr als 27.000 Anschlägen, die weltweit seit dem 9/11 mit dem Islam in Verbindung stehen - oder mehr als 5 pro Tag (wie TheReligoinOfPeace.com zählt) - verschärfte eine gewaltige Zunahme der illegalen Einwanderung aus dem Nahen Osten vor kurzem das Gefühl der Verletzbarkeit und der Angst. Das ist eine Einbahnstraße, in der nicht ein einziger Mensch jemals hörte, dass verkündet wurde: "Ich habe mir immer Sorgen wegen des Islamismus gemacht, aber die habe ich nicht mehr."

Diese Fälle lassen mehr Westler sich Sorgen wegen des Islam und damit zusammenhängenden Themen machen, vom Bau von Minaretten bis zum Zunähen der Vulva bei Frauen. Meinungsumfragen zu europäischen Einstellungen zeigen, dass 60 bis 70 Prozent der Wähler diese Sorgen äußern. Populistische Einzelpersonen wie Geert Wilders in den Niederlanden und Parteien wie die Schweden-Demokraten legen in Wahlumfragen stark zu.

Aber beim Establishment - Politikern, Polizei, Presse und Professoren - hat die unerbittliche Gewalt einen gegenteiligen Effekt. Diejenigen, die die Anschläge live interpretieren sollen, leben in einer Blase der öffentlichen Leugnung (was sie privat sagen, ist etwas ganz anderes), in der sie sich veranlasst sehen vorzugeben, der Islam habe keine Rolle bei der Gewalt, weil sie sich sorgen das anzuerkennen würde nur noch mehr Probleme schaffen.

Diese 4-P-Professionellen geben ungerührt vor an einen mysteriösen Virus des "gewalttätigen Extremismus" zu glauben, der nur Muslime zu befallen scheint und diese dazu veranlasst willkürliche Akte barbarischer Gewalt zu begehen. Unter den vielen absurden Äußerungen von Politikern ist mein Allzeit-Lieblingsausspruch der von Howard Dean, dem ehemaligen Gouverneur von Vermont, als er über die Charlie Hebdo-Jihadisten sagte: "Sie sind ungefähr so muslimisch wie ich."

Diese Missachtung des gesunden Menschenverstandes hat jede Gräueltat überlebt und ich sage voraus, dass sie auch das Massaker von Paris überdauern wird. Nur ein wirklich massiver Verlust an Leben, vielleicht im Ausmaß von Hunderttausenden, wird die Professionellen dazu zwingen von ihrem tief eingefleischten Muster der Leugnung einer islamischen Komponente bei der Flut der Anschläge abzulassen.

Das Muster hat den sehr folgenreichen Effekt die Ängste der einfachen Wähler auszusperren, deren Ansichten folglich einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Politik haben. Sorgen wegen Scharia, Massenvergewaltigungen, exotischen Krankheiten und Blutbädern werden mit Vorwürfen des "Rassismus" und der "Islamophobie" abqualifiziert, als würden Beschimpfungen die wahren Probleme in Angriff nehmen.

Noch überraschender ist, dass die Professionellen auf den Schritt der Öffentlichkeit nach rechts damit reagieren selbst weiter nach links zu rücken, mehr Einwanderung aus dem Nahen Osten zu unterstützen, weitere "Hassrede"-Codes zu einzuführen, um Kritik am Islam zu unterdrücken und Islamisten mehr Gunst zu erweisen. Dieses Muster betrifft nicht nur Persönlichkeiten des linken Establishments, sondern auffallenderweise auch das der Rechten (wie Angela Merkel in Deutschland); nur osteuropäische Führungspolitiker wie Ungarns Viktor Orbán erlauben es sich ehrlich über die wahren Probleme zu reden.

Irgendwann werden sich die Ansichten der Wähler allerdings vielleicht Gehör verschaffen, aber Jahrzehnte später und schwächer als das auf demokratische Weise hätte sein sollen.

Um das mörderische Wüten in Paris in diesen Kontext zu setzen: Es wird wahrscheinlich die Gesinnung der Öffentlichkeit beträchtlich in die eine Richtung und die Politik des Establishments in genau die Gegenrichtung bewegen und somit letztlich nur begrenzte Auswirkungen haben.

 

Daniel Pipes (www.DanielPipes.org) ist Präsident des Middle East Forum. © 2015 by Daniel Pipes. Alle Rechte vorbehalten. - Übersetzt von H. Eiteneier

 

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Autor: joerg
Bild Quelle:


Donnerstag, 19 November 2015






Es ist schon ein Treppenwitz der Geschichte, dass man heute eigentlich wieder nach einem starken Mann, geradezu nach einem Führer rufen mag. In der Not wollen, vielmehr brauchen Gesellschaften und Menschen intuitiv starke "Führer", in Form von unglaublich integeren Persönlichkeiten die den Karren wieder aus dem Dreck ziehen - den andere reingezogen haben. Es ist also sozusagen nicht die Widerkehr einer (böse formuliert) Dikatur (gemeint aber im neuralen Sinne) die uns die Geschichte lehrt, sondern es ist gerade die Erkenntis aus unserer jüngeren Nachrkriegsgeschichte, dass es wieder eine Form von Dikatur braucht. Das Problem an unserer deutschen letzten großen Dikatur war ja weder die "Führung" noch der National(sozialismus), sondern der Faschismus. Und dem Faschismus ist es ziemlich egal ob er National, Komunistisch, Links-Grün oder Gender sonder sonst wie Ideologie mit allen Mitteln durchzusetzen versucht. Am Ende ist nämlich jeder Faschismus ein tötlicher Faschismus. Die Selbstrefkletion und Aufarbeitung diesbezüglich aktuell in Russland ist hoch interessant. Daher spricht man dort auch stets immer nur vom Kampf gegen den Faschismus und nicht gegen xy... das ist ein ganz wichtiger Unterschied! Gerade heute wo es uns mit Händen und Füßen eigentlich um "Wertbewahrend" gehen sollte und Ideologie wieder wie der Rattenfänger hausieren geht.

@1Hans: " Und dem Faschismus ist es ziemlich egal ob er National, Komunistisch, Links-Grün...." schließt Links-Grün die Antifa mit ein? ☺☺ Jaja, ich weiß, blöde Fräge. ☺




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