Iran: Durch Täuschung sollst du Frieden stiften?

Iran:

Durch Täuschung sollst du Frieden stiften?




von Boaz Bismuth, Israel haYom

Im Herbst 1999 traf der damalige iranische Präsident Mohammad Khatami in Paris ein, um an einer UNESCO Konferenz teilzunehmen. Khatami, der bei den Wahlen zwei Jahre zuvor einen Überraschungssieg über den ultra-konservativen Ali Akbar Nateq-Nouri errungen hatte, fand mit seinem Slogan “Dialog zwischen den Zivilisationen” allergrößte Aufmerksamkeit. Er wurde als iranischer Michail Gorbatschow betrachtet — als der politische Führer, der das System zerstören würde.

Hasan Rouhani, Irans neuer Präsident, ist gerade nach New York gereist, um an der alljährlichen UN Generalversammlung teilzunehmen. Auch er hat bei den letzten Präsidentschaftswahlen einen ultra-konservativen Kandidaten besiegt — Said Jalili. Auch er findet gegenwärtig größte Aufmerksamkeit. Rouhani, der das iranische Nuklearprogramm während der Khatami Ära geleitet hat, ist derjenige, von dem erwartet wird, dass er es letzten Endes zerstören wird — das ist jedenfalls das, was die optimistische Welt sich erhofft. Wenigstens teilweise zerstören wird. Was die internationale Gemeinschaft betrifft, so geht es dieser wegen des Uran vor allem um die Prozente (der Anreicherung).

Es ist noch unklar, was das iranische “Festival“ im UN Hauptquartier für uns bereithält. Aber eine Sache ist klar. Die Ähnlichkeit zwischen Khatamis Iran und Rouhanis Iran kann nicht geleugnet werden — wenigstens an der Oberfläche; wenigstens, angesichts dessen, was man so hört. Die iranische Republik unter der Herrschaft des früheren Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad wurde jedenfalls im Vergleich zur gegenwärtigen islamischen Republik ganz anders behandelt. Erst gestern noch weigerten sich New Yorker Hotels den Holocaust Leugner Ahmadinejad Unterkunft zu gewähren. Jetzt aber heißt New York City den Iran plötzlich willkommen. Der geplanten Tagesordnung des Treffens nach zu urteilen, wird Rouhani als der Star der Veranstaltung betrachtet.

Die iranische Wirtschaft ist in Scherben. Rouhani möchte wirklich Ergebnisse hervorbringen. Es gibt keinen Zweifel daran, dass er jeden seiner Schritte mit Irans obersten Führer, dem Ayatollah Ali Khamenei, abspricht. Dieser ist sich ebenfalls des Zorns auf Irans Straßen bewusst. Beide möchten den Westen dazu bringen, Sanktionen aufzuheben, während sie an ihrem nuklearen Programm festhalten. Sie halten dies für möglich und sie spielen auf Zeit.

Nicht jedermann im Iran ist wegen Rouhanis moderater Politik begeistert. Man braucht nur die Reaktionen der Generäle und der Kommandeure der iranischen Revolutionsgarde beobachten, um zu verstehen, wie schwierig es für den Iran ist, seinen Ton so plötzlich zu mäßigen. Aber selbst wenn dies alles nur eine List wäre, hat jeder zugestimmt, dies nicht zu verraten und den Vereinten Nationen einen veränderten Iran zu präsentieren.

In der Zwischenzeit berichten die französischen Medien bereits über das anstehende Treffen zwischen Rouhani und dem französischen Präsidenten Francois Hollande — das erste Treffen zwischen einem französischen Präsidenten und seinem iranischen Amtskollegen seit Khatami. Der britische Außenminister und der Hohe Vertreter der EU für Auswärtige Politik sollen sich ebenfalls mit Irans Außenminister Mohammad Javad Zarif treffen — einem hochrangigen Diplomaten, der Oxford Englisch spricht und früher als Botschafter bei den Vereinten Nationen tätig war. Man kann vermuten, dass Zarif auch auf den Außenminister der Vereinigten Staaten John Kerry treffen wird und dass die zwei die Gelegenheit für ein Händeschütteln nutzen werden. Erst vor einem Monat haben die Vereinigten Staaten und Frankreich gedroht, einen militärischen Schlag gegen Damaskus zu führen, und morgen können wir eventuell mit einer iranischen Liebeangelegenheit rechnen. Jeder möchte Ergebnisse sehen, jeder möchte Gelegenheiten nutzen und von der Presse photographiert werden. In einer Welt, die einen Bombenangriff gegen den Iran mehr fürchtet als eine iranische Bombe, ist alles möglich.

Die Perser hatten immer die Gabe für ein feines Empfinden für diplomatische Nuancen. Sie verstehen sehr gut, dass Rouhani der heutigen Welt sehr gelegen kommt. Es ist nicht klar, was nun aus dem iranischen Nuklearprogramm werden wird, aber es gibt keine Zweifel, dass Rouhani die Befürchtungen der Welt exakt identifiziert hat und dass man damit rechnen kann, dass er die Redewendung “Durch Taeuschung sollst du Frieden stiften” mit neuem Inhalt füllt.

 

Übersetzung von Renate für unseren Partnerblog Aro1.com - Foto: Rohani (Foto: By Unbekannt ([1]) [<font><font>Public domain </font></font> or <font><font>CC-BY-SA-3.0</font></font>], via Wikimedia Commons)

 

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Autor: fischerde
Bild Quelle:


Dienstag, 01 Oktober 2013






"Es ist noch unklar, was das iranische “Festival“ im UN Hauptquartier für uns bereithält."     So `unklar` ist das garnicht. Es wird wie immer Taqiyya vom Feinsten serviert. Richtige appetitliche Häppchen für die westl. Politknaller.

Wohl bekomms.....