Das Münchner Abkommen und die Atombombe

Das Münchner Abkommen und die Atombombe




von Dr. Nathan Warszawski

Nachdem Russen und Chinesen den Sitzungsraum verlassen hatten, glückte der Durchbruch in Lausanne am Genfer See. Was genau vereinbart wird, was genau eingehalten werden wird, was genau überprüfbar ist, entzieht sich der menschlichen Vernunft. Gut möglich, dass der Friede von Lausanne als ein weiterer Friede von München, auch bekannt als Münchner Abkommen, in die Geschichte gleich hinter Minsk I und II eingehen wird. Noch heute werden in Deutschland Geschichtsbücher für Schüler gedruckt, in denen das Münchner Abkommen als richtiger Schritt zum Erhalt des Weltfriedens ausgegeben wird.

Es gibt viele Abkommen, die nicht das überteuerte Papier wert sind, auf denen sie abgefasst sind. Vor mehr als 40 Jahren hat ein amerikanischer Jude aus Fürth in Bayern einen Friedensvertrag zwischen Nord- und Südvietnam aufgesetzt, den alle Parteien unterschrieben und feierlich gelobt haben, ihn einzuhalten. So wurde das Ende Südvietnams eingeläutet. Andrerseits hält der Westfälische Friede seit mehr als 350 Jahren.

Das Münchner Abkommen ist 1938 zwischen dem deutschen Führer, dem italienischen Duce, dem britischen Premier Chamberlain und dem französischen Ministerpräsidenten Daladier geschlossen worden, um den Weltfrieden zu erhalten. Vordergründig geht es um die Zukunft der Tschechoslowakei, die von den westlichen Demokratien verraten wird. Es ist das erste Mal in der menschlichen Geschichte, dass demokratisch gewählte Regierungsvertreter eines Landes die demokratische Bevölkerung eines anderen Landes einem mordenden Diktator opfern. Es wird nicht das letzte Mal sein.

Chamberlain lässt sich zu Hause als Retter des Friedens feiern. Hitler ist erbost, da er den Krieg erzwingen will. Alle Unterzeichnenden und ihre Völker werden bald den Krieg bekommen und sehr teuer für das Münchner Abkommen bezahlen. Auf München übertragen übernimmt Steinmeier die Rolle Daladiers und Obama die von Chamberlain. Kanzlerin Merkel hält sich vornehm zurück und taucht in der Tragödie nicht auf. Putin spielt Mussolini, der bereits die Farce gekannt hat, dass Hitler auf jeden Fall die Tschechoslowakei zerschlagen will. Die Rolle Hitlers spielt mit Bravour der hohe Vertreter des Iran.

Geht es beim Münchner Abkommen vordergründig um die Tschechoslowakei, so geht es beim Abkommen von Lausanne vordergründig um Atombomben und um die glänzenden wirtschaftliche Aussichten nach Aufhebung der wirtschaftliche Sanktionen. Der wahre Grund des Lausanner Abkommens liegt darin, dass Demokratien vereint mit liberalen Diktaturen einem islamistischen Staat gestatten, Atomwaffen herzustellen, um eine kleine, jedoch nicht unbedeutende Demokratie unblutig zu vernichten. 1938 wird die Tschechoslowakei nicht zur Besprechung an ihrer Vernichtung eingeladen, genauso wenig wie Israel 77 Jahre später.

Die Erde wird sich nach einem kleinen Atomkrieg ungerührt weiterdrehen, wie sie es bereits 1945 nach Hiroshima und Nagasaki bewiesen hat. Die beiden Atombomben, die die USA auf diese japanischen Städte abgeworfen haben, beenden augenblicklich den Zweiten Weltkrieg, ohne dass Japan besetzt wird. Die USA befürchten keinen Gegenschlag: Sie sind die einzigen, die über Nuklearwaffen verfügen.

Theoretisch hätte auch Nazi-Deutschland als erstes Land der Welt über Atomwaffen verfügen können. Deutschland hätte die strahlenden Bomben genauso gegen die USA eingesetzt wie die USA gegen Japan und Hitler hätte den Zweiten Weltkrieg gewonnen! Sähe die heutige Welt anders aus? Nur unbedeutend! Die Europäische Union würde wie heute von Deutschland dirigiert werden. Lediglich die gemeinsame Währung würde nicht Euro, sondern Franken heißen. Todenhöfer wäre Strumpfbandführer SelA geworden und Jakob Augstein dem Freitag vorstehen. Die größte Änderung hätte der Zentralrat der Juden Deutschlands zu verkraften. Sein Vorsitzender wäre lediglich Jossi Schuster sine doctore Kassierer der antizionistischer Jecken Haifas e.V. Und dieser Artikel wäre nie geschrieben worden.

Die islamistische Diktatur Iran hat mehrfach öffentlich bekundet, dass den Juden kein eigener Staat im Nahen Osten zusteht und dass sie gewillt ist, den Judenstaat zu vernichten, koste es auch das Leben der meisten arabischen Palästinenser. Der Lausanner Friedensvertrag erlaubt es den islamistischen Herrschern des Iran, Israel mit Zustimmung und Wohlwollen nicht nur der Weltgemeinschaft, sondern auch der letzten Freunde Israels auszuradieren.

Die Vereinbarung ist ein endgültiger Schritt in Richtung auf eine sicherere und brüderlichere Welt.

Diesen Satz hat nicht Chamberlain bei seinem ersten Interview auf englischem Boden gesprochen, sondern Papst Franziskus am Ostersonntag 2015. Der Vatikan gehört zwar nicht zur Gemeinschaft der demokratischen Staaten, vertritt jedoch weltweit alle Katholiken, die auf mehreren Kontinenten von Islamisten verfolgt und getötet werden. Nach der Vertreibung der Juden folgt nun die Vertreibung der Christen zunächst aus arabischen Staaten. Die Anbiederung des Vatikans an den islamistischen Potentaten des Iran wird die Christen nicht von ihrem vorbestimmten Los verschonen. Wann werden die übrigen Teilnehmer des Lausanner Abkommens folgen?

 

Numeri 24 : 9 - Foto: von The picture was taken by Charles Levy from one of the B-29 Superfortresses used in the attack. [Public domain], via Wikimedia Commons

 

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Autor: joerg
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Dienstag, 07 April 2015









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