Die Augen mal aufmachen: Der Blick von der Westbank

Die Augen mal aufmachen:

Der Blick von der Westbank




von Abraham Katsman, The American Thinker, 16. Juni 2013

Syrien gerät außer Kontrolle. Der Iran marschiert in Richtung atomares Islamageddon. Also plant Außenmiinster John Kerry einen weiteren Trip, um den relativ stabilen, wenn auch nicht idealen Disput der Region zwischen Israel und den Palästinensern zu „lösen“.

Wie so viele andere außenpolitische Kreise kennen Kerry und die Obama-Administration – und zwar sehr genau – den Schlüsse zu Frieden in Israels Umgebung: Israels Rückzug, vielleicht mit unwichtigen Anpassungen, aus dem gesamten 1967 eroberten Territorium.

Doch die Geschichte signalisiert, dass ein Rückzug auf die Linien von 1967 – ohne größere Veränderungen – wohl die für langfristigen Frieden kontraproduktivste vorstellbare Handlung ist. Es gibt kein größeres Hindernis für den Frieden als die ständige Versuchung einen weiteren Krieg gegen Israel von solchen schiefen Linien aus anzufangen.

Was ist überhaupt an den Linien von vor 1967 so heilig? 1967 gab es weder Frieden noch eine unabhängige palästinensische Einheit. Ähnliche Linien waren Teil des Teilungsplans von 1947 und wurden von den einfallenden arabischen Armeen überrannt. Die Linien von vor 1967 waren nie international anerkannte Grenzen – Dank der Araber, die darauf bestanden, dass sie es nicht waren. Es waren lediglich Waffenstillstandslinien von 1949 – ein Waffenstillstand, der zumeist mit seinem Bruch gewürdigt wurde. 1967 schredderten die arabischen Armeen den Waffenstillstand schließlich, indem sie über diese Linien hinweg angriffen, ungeachtet der Appelle Israels an Jordaniens König Hussein, das nicht zu tun. Mit neuen Waffenstillstandslinien von 1967 und 1973 wurden die Linien von vor 1967 bedeutungslos gemacht, da sie lediglich 18 Jahre lang gehalten hatten, von 1949 bis 1967. Ruht in Frieden.

Selbst wenn man Israels legitimen juristischen, kulturellen und historischen Ansprüche auf die umstrittenen Gebiete außer Acht lässt, wird ein israelischer Rückzug auf diese Linien nicht stattfinden, weil Israel eine Abneigung gegen existenzielle Verletzbarkeit hat.

Wir wissen alle, dass Israel klein ist, würdigen aber selten wie klein und offen. Das Israel von vor 1967 hat rund ein Zehntel der Größe von Kansas, in etwa die Größe von New Hampshire. Doch selbst damit wird die praktische Realität der Größe Israels übertrieben, da rund 57% des Israel von vor 1967 aus der kaum bewohnten Negev-Wüste besteht. Der größte Teil der Bevölkerung Israels, seiner Firmen, Industrie und Technologie liegt in der schmalen Küstenebene. Das ist ein 14,5 bis 17,5 km breiter Landstrich zwischen der Westbank und dem Mittelmeer. Die „Start-up Nation“ Israel quetscht sich in ein Gebiet von der Größe Rhode Islands.

Stellen Sie sich das mal vor. Ein ganzes Land, 15,5km breit. Ein Fahrrad könnte es leicht in 30 Minuten queren – und eine Rakete innerhalb von Sekunden. 15,5 Kilometer ist weniger Distanz als von Barack Obamas Haus in Chicago zum Wrigley Field. Es ist die Entfernung zwischen Manhattans George Washington-Brücke und dem Holland-Tunnel. Sie beträgt eineinhalb Runden um die Schleife des Central Park.

Immer noch schwer zu begreifen? Dieses Foto könnte helfen:

 

Das ist der Blick aus der Hügelkuppen-Siedlung Peduel in der Westbank, knapp 5 km jenseits der Grünen Linie. Im Vordergrund liegt das arabische Westbank-Dorf Dayr Balut. In der Mitte sind Tel Aviv und seine umgebenden Viertel. Hinter Tel Aviv ist das Mittelmeer. Das ist alles.

Das nächste Mal, wenn ein Radikaler von „die Juden ins Meer treiben“ spricht, denken Sie daran, eine wie kurze Fahrt das ist.

Als dieser Bereich sich unter der Kontrolle der Feinde Israels befand, erwies sie das verletzbare Tiefland Israels ständig als zu verlockend, um es nicht anzugreifen, ob in den Vernichtungskriegen von 1948 und 1967 oder bei zahlreichen grenzüberschreitenden Terrorakten dazwischen. Doch 1973, als Israel in den ersten Tagen des Yom Kippur-Krieges wankte, verzichtete Jordanien – das nicht länger die Kontrolle über die Westbank und seine beherrschenden Höhen hatte – darauf anzugreifen. Die „Besatzung“ – Israels Verwaltung der Westbank – rettete Israel (und zahllose jordanische Soldaten), während das Fehlen der Besatzung in der Vergangenheit zum Angriff einlud. Statt en „Friedenshindernis“ zu sein, dient die Besatzung eher als Hindernis gegen Krieg.

Mit dem Rückzug auf die Grenzen von vor 1967 riskiert Israel seinen Selbstmord. Alle diplomatischen Verurteilungen der Welt werden Israel nicht dazu bringen so unverantwortlich zu handeln, besonders wenn sich das auf düstere Behauptungen zum „internationalen Recht“ gründet, die nur im Zusammenhang mit Israel getätigt werden – natürlich niemals bei Besatzungen und Menschenrechts-Abscheulichkeiten der Türkei (Zypern), Russlands (Georgien, Tschetschenien), China (Tibet), Indien (Kaschmir) oder Syrien (Libanon).

Bezeichnenderweise haben selbst „moderate“ Palästinenserführer jegliche materielle Anpassungen dieser Linien abgelehnt – außer um zu verlangen, dass diese Linien in die andere Richtung angepasst werden, z.B. in das Israel von vor 1967 hinein. Erst diese Woche verlangte der palästinensische Unterhändler Saeb Erekat die strategischen Höhen von Latrun, die Israels überaus wichtige Autobahn von Tel Aviv nach Jerusalem überblickt. Wagen wir nach dem Grund zu fragen?

Aus Israels Blickrichtung ist der Friedensprozess, nachdem man sich regelmäßig der Ausrottung durch die arabischen Nachbarn ausgesetzt sah, wie ein Schaf, das versucht Frieden mit einem Wolf zu schließen: Das kann man schaffen, solange das Schaf wachsam und bewaffnet bleibt und hinreichende Vorkehrungen trifft. Doch wenn der Wolf darauf besteht, dass das Schaf seinen Vor-1967-Hals entblößt lässt, dann ist es nur fair die Motive des Wolfs in Frage zu stellen und die Bedingungen des Wolfs für „Frieden“ abzulehnen.

John Kerry kann es sich leisten mit dem falsch zu liegen, von dem er „weiß“, dass es Frieden zwischen Israel und den Palästinensern bringt. Israel nicht.

 

Übersetzung unseres Partnerblogs Heplev

 

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Autor: fischerde
Bild Quelle:


Freitag, 21 Juni 2013






Herr Kerry schwingt sich als Mittler (Friedensrichter) zwischen Israel und Palestina auf. Doch ist er hierfür eine schlechte Wahl, da er parteiisch ist. Beweise für seine einseitige Pateinahme für Palestina:

- Kerrys unsäglicher Vergleich des Anschlanges in Boston (Marathon) mit Mavi Marmara.
- Kerrys Kritik an dem Bevölkerungswachstum Israels, obwohl die weltweite Fertilitätsrate der Juden 2,2 beträgt und damit fast dem Optimum (= 2,1) entspricht im Gegensatz zu der Fertilitätsrate der Moslems, die bei 3 liegt und damit zu einer riesigen Hungersnot führen wird und die Kerry sich noch nie gewagt hat zu kritisieren.