[3 Musikvideos] Das Hamas-Terrorlied, das zur Hymne der israelischen Soldaten in Gaza wurde

[3 Musikvideos]

Das Hamas-Terrorlied, das zur Hymne der israelischen Soldaten in Gaza wurde




von Yoram Hazony, Jerusalem Letters, 11. August 2014

Vor ein paar Tagen rief ich einen jungen Verwandten an, der in der israelischen Luftwaffe dient und fragte ihn: „Kennst du dieses Lied, ‚Kum, Aseh Piguim?‘“
Ohne zu zögern sagte er: „Du meinst diesen Song, der überall in Israel ein Hit ist? Der Song, den all meine Freunde ständig singen?“
„Ja“, sagte ich. „Dieses Lied. Ich wollte wissen, ob du mir erklären kannst, warum sie ihn singen.“

Was ich eigentlich fragen wollte: Kannst du mir bitte erklären, warum all die jungen Leute in Israel ein Lied mit dem Titel „Auf, macht Terroranschläge“ singen – ein Lied, das von der Hamas im Gazastreifen aufgenommen und veröffentlicht wurde, das wiederholt dazu aufruft die Juden zu töten und aus Israel zu vertreiben? Aber ich musste das alles gar nicht sagen. Er wusste, warum ich fragte.

„Das gibt uns ein gutes Gefühl“, antwortete er.

Bis dahin war ich nicht überrascht. Ich hatte mehrere Anrufe gemacht, sowohl bei meinen eigenen Kindern als auch bei anderen jungen Leuten, die in unterschiedlichen Teilen der israelischen Streitkräfte dienen und hatte von ihnen allen Varianten davon bekommen: All ihre Freunde singen es. Es ist im Grunde die de facto-Hymne der israelischen Kriegsanstrengungen geworden. Und sie singen es, weil sie sich dann gut fühlen. Die Frage ist natürlich, warum israelische Soldaten und ihre Brüder und Schwestern daheim sich gut dabei fühlen ein Lied darüber zu singen, dass sie und ihre Familien ausgelöst werden sollen, zusammen mit dem Land, das zu verteidigen sie geschworen haben.

Ich habe von diesem Lied jetzt seit ein paar Wochen gehört, fast seitdem die Hamas es auf ihrem YouTube-Kanal um den 11. Juli einstellte. Zuerst hörte ich davon von meinen Teenagern, die über dieses Lied lachten, das die Hamas auf Hebräisch aufgenommen hatte und wie schlecht ihre Aussprache ist. Dann stellte sich heraus, dass es einen Videoclip gab, der herumgereicht wurde. Aber ich war nicht wirklich interessiert. Mein Sohne kämpfte im Gazastreifen, wie auch die Kinder einiger meiner engsten Freunde. Die Opfer stiegen täglich und ich wurde von Updates über Soldaten im Feld und von Israels sich verschiebender internationaler politischer Situation sowie der steigenden Welle antisemitischer Proteste in Europa und andernorts abgelenkt. Erst nachdem ein Dutzend israelischer Soldaten getötet worden waren, darunter Soldaten aus der Einheit meines Sohnes und anderer Freunde meiner Kinder, dämmerte mir schließlich, wie bizarr es war, dass israelische junge Leute weiterhin dieses Hamas-Lied sangen. Und ihre eigenen Aufnahmen davon machten und sie in den sozialen Medien einstellten. Und es auf Partys spielten. Und dazu in Clubs tanzten. Und es als Klingelton ihrer Handys nutzten.

Vor ein paar Tagen setzte ich mich schließlich hin und sah mir das Video an und hörte mir das Lied an. YouTube hatte es aus dem Hamas-Kanal entfernt, weil es – wie sie sagten – Hass schürt (was es sicherlich tut), aber es waren immer noch viele Kopien im Umlauf. Was man in dem Video sieht, sind Szenen von Hamas-Soldaten, die Raketen bauen und sie auf Israel schießen, wie die Hamas für Angriffe auf israelische Soldaten trainiert und Hamas-Froschmänner, die vor die Küste schwimmen und vom Meer her nach Israel eindringen, um israelische Gemeinden anzugreifen (ein tatsächliches Terrorszenario, das sich in den letzten Wochen im südlichen Israel abgespielt hat). Eingeflochten darin sind Aufnahmen der verbogenen Trümmer verbrannter israelischer Busse und Autos – keine Bilder aus dem jetzigen Krieg, sondern von früheren Bombenanschlägen und Massenmorden an israelischen Zivilisten aus den letzten fünfzehn Jahren.

Über diese Bilder sind die Worte „Tod Israel“ gelegt, die immer wieder in roten hebräischen Buchstaben aufblinken.

Während all das abläuft, hört man eine eingängige Pop-Band im Mizrahi-Stil (d.h. Nahost), die das Lied „Los, macht Terroranschläge!“ in einem Hebräisch mit eigenartigem, arabischen Akzent sing, dem man nur mit Mühe folgen kann. Doch selbst beim ersten Hören gibt es bestimmte Formulierungen, die recht klar rüberkommen – „eliminiert alle Zionisten“, „verbrennt Stützpunkte und Soldaten“, „ein Land der Schwäche und Wahnvorstellungen“, „reißt sie an ihren Fundamenten ab“, „rottet das Nest der Kakerlaken aus“, „verwandelt ihre Welt in ein Horrorszenario“, „sie werden vertrieben und wir werden bleiben“. Und natürlich der Refrain, der wieder und wieder kommt: „Auf, macht Terroranschläge!“

Als das Lied erstmals veröffentlicht wurde, gab es viel, das die Israelis nicht verstehen konnten. Zum Teil deshalb, weil die singenden Gazaner nicht alle Buchstaben des hebräischen Alphabets aussprechen können. So kommt ein wichtiges Wort wie piguim (das hebräische Wort für „Terroranschläge“) als bigium – ein Unsinn-Wort, das in Hebräisch keinerlei Bedeutung hat. Stellen Sie sich ein Lied in Deutsch vor, das Dutzende Male zum Begehen von furchtbaren „Terroranschlägen“ aufruft, aber jedes Mal das Wort „Terroraläde“ benutzt und Sie bekommen eine Vorstellung davon. Der Effekt ist ein wenig wie der Priester in The Princess Bride, die immer wieder versucht sein Publikum dazu zu bringen, dass es die Heiligkeit von „mawwiage“ („mäwwietsch“, statt marriage – „märriedsch“ = Ehe) zu begreifen.

Als wäre das nicht genug, sind viele der in Hebräisch genutzten Redewendungen bis zu dem Punkt überladen, dass sie für junge Israelis unverständlich sind. Ich bat einen der Soldaten, mit denen ich sprach, um Beispiele und er begann auf der Stelle Zeilen aus dem Lieg auswendig abzuspulen, um zu zeigen, was er meinte: „Avad alav hakelah venilach [Es ist Zeit vergangen, sie ist verschmutzt]“, sagte er mir. „Wo haben sie das her? Venilach? Was für ein Wort soll das sein? Ich meine, das ist Hebräisch und alles. Aber niemand redet so. Es ist so, als würden sie da rumsitzen und Worte mit Google Übersetzer nachschlagen.“

So begann also „Los, macht Terroranschläge!“ seinen phänomenalen Aufstieg in Israel als etwas, das die Leute nur halb verstanden. Doch so blieb es nicht lange. Fast sofort fingen die israelischen Soldaten und ihre Brüder und Schwestern daheim an zusammenzuarbeiten und versuchten den Text zusammenzustückeln. Es wurden Versionen und Gegenversionen gepostet, zusammen mit talmudischen Auseinandersetzungen zu der beabsichtigten Bedeutung von dieser oder jener Zeile, bis schließlich ein Konsens zu dem entstand, was die Liedschreiber der Hamas tatsächlich sagten. Hier ist meine Übersetzung auf der Grundlage des gegenwärtigen Stands der Online-Forschung:

[Refrain:]
Auf, macht Terroranschläge,
bewerft sie mit Steinen, fügt ihnen furchtbare Schläge zu,
eliminiert alle Zionisten,
erschüttert die Sicherheit Israels!

Ziel darauf Kontakt mit den Zionisten herzustellen,
um Stützpunkte und Soldaten zu verbrennen,
erschüttert die Sicherheit Israels,
enthüllt vulkanische Feuerflammen!

Ein Land der Schwäche und der Wahnvorstellung,
wenn es zum Krieg kommt, können sie das nicht aushalten,
sie pusten ihre Spinnweben weg,
wenn sie die Tapferen treffen!

Erschüttert die Sicherheit Israels,
Setzt sein [Israels] Herz in Brand wie Spinnweben,
reißt ihm seine Fundamente weg,
vertilgt das Nest der Kakerlaken
vertreibt alle Zionisten!

Die Herzen der Zionisten, jedes einzelne dreht sich
in einer andere Richtung und identifiziert sich nicht.
Sie sind zu Tode geängstigt und sie rennen, um sich zu verstecken,
hinter Mauern und in armierten Zimmern!

Es ist eine Illusion, es wird keinen Erfolg haben,
seine Zeit ist vorbei und sie ist verschmutzt,
weg, wie Mäuse in einem ausgedörrten Feld,
Kommt nahe ran, dann eröffnet das Feuer, alle auf einmal!

Bewerft sie mit Steinen, jetzt, einer Vielzahl an Raketen,
verwandelt ihre Welt in ein Horrorszenario,
brennt in ihren Geist ein großes Wunder,
das sie vertrieben werden und wir bleiben werden!

Das Originalvideo der Hamas: 

 

Das ist ziemlich extrem. Vergessen Sie nicht, wir reden hier nicht von der Privatinitiative irgendeines Bekloppten mit etwas Zeit im Studio. Dieses Lied wurde von der aktuellen Regierung im Gazastreifen veröffentlicht. Es ruft dazu auf Israel bis auf die Fundamente zu verwüsten. Und es wechselt zwischen dem Vorschlag, dass die Juden Israels („Zionisten“ nennt sie das Lied) wie Kakerlaken ausgelöscht werden und dass sie aus ihrem Land vertrieben werden. Es ist etwas Schwindel erregend zu denken, dass dieser schamlose Aufruf zum Völkermord – mich, meine Familie und alle, die ich kenne, zu töten – von einer Regierung geschrieben, aufgenommen und veröffentlicht wurde, die gerade mal 80km von meinem Haus hier in Jerusalem entfernt an der Macht ist. Aber so ist es nun mal.

II.

König-der-Löwen-Version:

Bevor „Los, macht Terroranschläge!“ zur sofortigen Sensation in Israel wurde, hatte es bereits eine beeindruckende Geschichte als arabischsprachige Single, die vom militärischen Zweig der Hamas schon 2012 produziert wurde. Die Aufnahme wurde Millionen Male in der arabischen Welt gespielt (hier ist ein Link mit mehr als 1,5 Millionen Ansichten). Und ich vermute, es war die enthusiastische Aufnahme der arabischen Version, die die Hamasführung antrieb zu glauben, sie hätte etwas richtig Gutes, mit dem sie die israelische Öffentlichkeit auf Hebräisch treffen könnte. Immerhin: Warum sollten die Israelis es nicht in ihre Köpfe bekommen, dass zahllose Araber im Gazastreifen und überall im Nahen Osten heutzutage nicht nur ein wenig darüber nachdenken die Juden auszurotten? Wenn da Ziel darin besteht „ihre Welt in ein Horrorszenario zu verwandeln“, dann würde die Juden wissen lassen, was ihre Nachbarn singen, sicherlich zum Erreichen dieses Ziels beitragen können.

Wenn man darüber nachdenkt, dann ist das ein recht gutes Konzept. Wirklich ein ganz neues Genre. Die Hamas hat den Terror-Pop erfunden.

Doch unglücklicherweise für die Hamas verlief der Empfang der neuen Version von „Los, macht Terroranschläge!“ auf Hebräisch nicht wie geplant. Innerhalb von wenigen Tagen nach der Veröffentlichung begannen Israelis und besonders Soldaten Erwiderungen zu posten, die sie produziert und aufgeführt hatten. Inzwischen gibt es im Internet Dutzende davon. Einige der frühen Antworten fügten ein paar neue Zeilen in das Lied ein, so der Clip einer Gruppe israelischer Reservisten, die in die Strophen des Hamas-Liedes den Refrain lekol ha’olam, salam, salam (an die Welt, Frieden! Frieden!) einfügten.

Doch fast sofort fingen junge Israelis an zu erkennen, dass sie den Text nicht ändern mussten, um das Lied in Besitz zu nehmen. Einer der ersten Clips spielte einfach nur die Hamas-Tonspur ab, wie sie war, verspottete die Hamas aber dadurch, dass er Dutzende Israels aller Altersstufen zeigte, die auf den Straßen von Tel Aviv fröhlich zu den Klängen des Liedes tanzen. Ein weiterer hat ein Intro in der Art von Mr. Rogers, in dem Kinder in das Lied als wichtige Lektion eingeführt werden etwas darüber zu lernen, wie man lebt, was ihre Eltern sie irgendwie zu lehren vergessen haben. Dann gibt es die berühmte Version König der Löwen, in der die Tonspur von „Los, macht Terroranschläge!“ in die Mäuler von Hunderten Tunnel grabender Präriehunde gelegt wurde, die von Disney übernommen wurde, was das Hamas-Lied mit einem Schlag als Hymne offenbart wurde, die besser auf eine fiktive Armee animierter Nagetiere passt als auf lebende, echte, menschliche Nachbarn in Israel. Es gibt eine gefühlvolle, rein mit Klavier gespielte Version, die den Hamas-Aufruf zu den Waffen in ein Werkzeug meditativer Selbstprüfung verwandelt. Mein Liebling ist bisher eine freigeistige Acapella-Version – in der Art, wie Studenten sie an einem warmen Abend unmittelbar vo den Examen in einem Torbogen aufführen würden. Die Art, zu der Gaza selbst in einer Welt inspiriert haben könnte, die sehr anders als die unsere ist. Wie ich sage: Es gibt noch viele weitere davon.

A Capella-Version:

Innerhalb von zwei Wochen nach der Veröffentlichung von „Los, macht Terrorangriffe!“ in Hebräisch wurden diese Clips im nationalen Fernsehen Israels gespielt. Doch damit folgten die Medien dem Beispiel, das bereits von den Soldaten im Feld gesetzt wurde, die das Lied sangen, als sie sich in die Außenbezirke von Gaza vorarbeiteten, nach Betontunneln suchten, die nach Israel gegraben wurden, mit Sprengfallen versehene Wohngebäude entschärften, einen Mörserregen ertrugen, sich gegen den nächsten Angriff aus dem Boden wappneten.

Warum singen sie es?

Ein großer Teil davon besteht darin, dass die jungen Israels „Los, macht Terroranschläge!“ als ungewollte Demonstration von Schwäche betrachten. Mein Sohn im Gazastreifen sagte mir am Telefon: „Die Sache ist die: Es soll dieses eindringliche Lied sein. Es soll sie motivieren zu tun, was sie für große, eindrucksvolle Dinge halten. Aber wenn du hinhörst, dann ist das überhaupt nicht so. Es klingt wie ein Hochzeitslied. Es bringt dich dazu zu denken: Diese Typen sind echt schwach, wenn sie Lieder wie diese singen.“

Ein anderer Soldat erzählte mir Ähnliches: „Wir alle wissen, dass sie versuchen uns Angst zu machen. In Wahrheit können sie aber nicht einmal ein Lied in unserer Sprache zusammenbasteln. Wenn du siehst, dass sie nicht einmal jemanden finden können, der die Wörter aussprechen kann, dann hast du das Gefühl: Ihr versucht uns Angst zu machen und das ist alles, was ihr schafft?“

Viele Soldaten sagen solche Dinge, wenn sie über das Lied der Hamas reden. Das überrascht vielleicht manchen. Wissen israelische Soldaten nicht bereits, dass die Hamas schwach ist? Brauchen sie wirklich dieses stümperhafte Lied, um sie das zu lehren?

Die Wahrheit ist aber, dass kein junger Mensch in Israel glaubt, die offen völkermörderischen muslimischen Armeen, die sich jetzt an Israels Grenzen eingegraben haben, seien schwach, wie die Amerikaner und Europäer sie oft wahrnehmen. Es stimmt, der tägliche Raketenbeschuss israelische Städte wird derzeit meistens von Batterien der Eisernen Kuppel abgefangen. Dafür sei Gott gedankt.

Doch diese Bilder der ausgebrannten Busse in dem Video sind echt, jedes eine Erinnerung an die Dutzende an vor nur ein paar Jahren auf den Hauptstraßen von Tel Aviv und Jerusalem durch die Hände genau derselben Hamas-Agenten tot und verstümmelt hinterlassenen Israelis. Ebenso real ist die Raketenbedrohung, die jetzt ein Jahrzehnt lang zwischen der Hisbollah im Norden und der Hamas im Süden wechselte und die Familien einiger dieser Soldaten in die Schutzräume rennen ließ während sie aufwuchsen, nicht dutzende, sondern hunderte Male. Die Wahrheit ist, dass dieser Sommer das erste Mal ist, dass Israel effektive Raketenabwehr hatte, die im ganzen Land stationiert werden konnte. Davor steckten die Städte und Orte die Treffer einfach ein und wer immer starb, starb halt. Diese Soldaten begreifen, dass mit der Hilfe des Iran, der Türkei und Qatars bald eine neue Generation Raketen auf dem Weg sein wird. Raketen mit besseren Leitsystemen, Mehrfach-Sprengköpfen und fortschrittlichen Gegenmaßnahmen [gegen die Abwehr]. Ob diese in der nächsten Runde Israels Verteidigungsmaßnahmen überwinden werden, sei dahingestellt.

Nein, niemand hier glaubt, dass die Hamas schwach ist. Nicht, wenn die Johadistenkollegen der Hamas durch den Irak und Syrien toben, dabei abschlachten und hunderttausende Christen, Kurden und andere aus ihren Heimen treiben. Nicht, wenn die Kumpels der Hamas in der Muslimbruderschaft tatsächlich bei demokratischen Wahlen vor nur zwei Jahren erfolgreich die Kontrolle über das Ägypten direkt nebenan übernehmen konnten, wenn auch nur für ein paar Monate. Für Israelis in ihren Zwanzigern und Teenager ist die Hamas nur die Voraustruppe einer radikal-islamischen Welle, die sich in unserem Teil der Welt durch ein Land nach dem anderen beißt. Niemand bezweifelt, dass sie im Anstieg begriffen ist. Niemand bezweifelt, dass sie näher kommt. Und das ist eine Welle, die sich darauf spezialisiert die Welt der Menschen in ein Horrorszenario zu verwandeln. Diese jungen Männer und Frauen haben ihr ganzes Leben lang Vorschauen dieser Horrorshow zu sehen bekommen.

Meine 24-jährige Tochter in Tel Aviv, in deren Wohnung vor ein paar Wochen ein Stück Raketentrümmer landete, sagt mir unverblümt: „Du hast bemerkt, dass besonders Soldaten führend dabei sind diese Videos zu machen und dieses Lied zu singen. Du kannst sehen, warum das so ist. Es ist ein Mittel mit dem Job fertigzuwerden, den zu tun sie beauftragt sind. Es ist eine Art das umzudrehen, damit diese gegen uns stürmenden Leute nicht Angst einflößend, sondern lächerlich sind. Auf diese Weise können sie sich mit einem Gefühl der Stärke da hinein begeben. Sie haben keine Wahl, als das zu tun.“

Ist es also das? Israelis lachen über die Inkompetenz der Hamas beim Schreiben von Liedern, weil sie dadurch, dass sie diese Bedrohung in etwas Lustiges zu verwandeln, sie auch in etwas verwandeln, mit dem sie klarkommen – eine Bedrohung, die man besiegen kann?

Das muss stimmen. Aber es ist nur ein Teil der Wahrheit. Meine jungen Verwandten in der Luftwaffe deuten auch auf etwas anderes. „Fakt ist, dass dieses Lied von etwas handelt, das sie [die Hamas] am meisten lieben – sie wollen wirklich jemanden auf der Straße sterben und bluten sehen wie in dem Video. Was wir zufällig am meisten hassen. Wenn Leute das Lied singen, dann blicken sie dieser Kultur direkt ins Auge. Sie sehen den Unterschied zwischen ihnen und uns und sie wissen, worum es in diesem Krieg geht und wofür sie kämpfen.“

 

Übersetzt von Heplev

 

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Autor: fischerde
Bild Quelle:


Dienstag, 19 August 2014